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20. März 2016

«KULTURGUT BUCH»: AUTORENVERBÄNDE FORDERN BESSEREN SCHUTZ LITERARISCHER TEXTE IM DIGITALEN ZEITALTER

Erklärung des AdS Autorinnen und Autoren der Schweiz, des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS, des Bundesverbands Junger Autorinnen und Autoren BVjA sowie der IG Autorinnen und Autoren – Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren anlässlich der Leipziger Buchmesse und des Salon du livre in Paris:

Bild: Walk of Ideas, Berlin-Mitte – Foto: Lienhard Schulz – Genehmigung by Scholz & Friends Sensai, agency of Walk of Ideas – CC-Lizenz: «Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert» – Zur Datei: https://commons.wikimedia.org

«Die digitale Welt enthält für Autorinnen und Autoren Chancen und Risiken», heisst es in der Erklärung «Kulturgut Buch. Schutz literarischer Texte im digitalen Zeitalter», mit dem Autorenverbände der Schweiz, Deutschlands und Österreichs anlässlich der Leipziger Buchmesse und des Salon du livre in Paris auf zunehmende Gefahren zu Lasten von Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Lesern aufmerksam machen wollen. 

Neben den durchaus interessanten Möglichkeiten des Self-Publishings, von Book-on-Demand oder Blogdiensten «stehen enorme Rechtsunsicherheiten und Gefahren vor allem durch ‚Intermediäre‘ wie Google, Amazon, Facebook, Apple. Sie erzielen immer mehr Gewinne aus der Wertschöpfungskette zu Lasten der herkömmlichen Verlage. Dies hat Auswirkungen auch für deren Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie für die Gesellschaft insgesamt», steht in der Erklärung zu lesen.

Und weiter: «Am Anfang eines Textes stehen Autor und Autorin und deren schöpferischer Akt; dieser macht einen Text erst zum Kulturgut und muss deshalb durch das Urheberrecht geschützt werden. Das Urheberrecht ist die Grundlage für den Erhalt der kulturellen Vielfalt. Nach der ‚UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen‘ ist es die Aufgabe der Staaten, diese Vielfalt zu fördern und zu schützen.»

Die Verbände fordern die Stärkung des Urheberrechts und eine faire Verteilung der Verwertungserlöse an Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer: «Eine angemessene Vergütung für Kreative und Urheber sowie diese schützende Vertragsbedingungen gehören zu den zentralen Aufgaben, die im digitalen Zeitalter sichergestellt werden müssen.»

«Mit der Kontrolle des Leseverhaltens bei elektronischen Lesegeräten durch sogenannte Tracking-Methoden werden auch die Leserinnen und Leser zunehmend dem rein ökonomische Kalkül von ‚Intermediären‘ unterworfen. Damit einher geht ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht von Leserinnen und Lesern gleichermassen, wie von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer», schreiben die Verbände.

Sie fürchten darüber hinaus Gefahren, die sich in den Freihandelsabkommen TTIP oder TISA verbergen und «letztlich eine weitere Marktöffnung für monopolistische Digitalkonzerne bedeuten dürften». Sie sehen ebenfalls Gefahren für die Buchpreisbindung und verurteilen die Überbewertung ökonomischer Interessen, indem das Kulturgut Buch zur reinen Ware degradiert werde.

Die Verbände fordern die Politik auf, «den Schutz der nationalen bzw. regionalen Vielfalt trotz transnationaler Verbreitung zu gewährleisten. Die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen muss auch regional unterstützende Massnahmen erlauben. Internationale Grosskonzerne dürfen die regionalen und lokalen Unternehmen nicht durch die Ausnützung unterschiedlicher Steuer- und Rechtssysteme bedrängen.»

cp

Erklärung «Kulturgut Buch. Schutz literarischer Texte im digitalen Zeitalter» im Wortlaut:

http://www.a-d-s.ch/fileadmin/pdfs/Kulturgut_Buch.pdf

Kontakt:

http://www.a-d-s.ch/index.php?id=469

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 20. März 2016
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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