28. Juni 2011
«Stellenabbau bei swissinfo: SRG beugt sich rechtsbürgerlichem Druck»
syndicom und SSM - Erste Stellungnahmen der Gewerkschaften:

Foto: Archiv
syndicom, Gewerkschaft Medien und Kommunikation:
«Der heute von der SRG kommunizierte Stellenabbau um 30% bei swissinfo ist ein weiterer heftiger Einschnitt in die Substanz der Internet-Informationsplattform. Damit beugt sich die SRG dem anhaltenden rechtsbürgerlichen Druck gegen den Service public.
Zweifelhaft ist, wie nach dem Abbau von 40 Vollzeitstellen mit noch rund 80 Vollzeitstellen (inkl. Supportbereich wie die IT-Abteilung) ein qualitativ hochstehender Dienst in 9 Sprachen aufrecht erhalten werden kann. Die obersten Verantwortlichen konnten dies der Redaktion an der heutigen Betriebsinformation jedenfalls nicht erklären.
syndicom fordert den Arbeitgeber auf, dass der heutigen Ankündigung, wonach zwei Drittel der Stellen über natürliche Abgänge, Frühpensionierungen und interne Stellenwechsel abgebaut werden, auch Taten folgen. Entlassungen sollen vermieden werden.
Das heisst:
- dass den Angestellten von swissinfo faire und angemessene Stellenangebote in der SRG zu unterbreiten sind;
- dass in einem fairen Verfahren die Kriterien für die nicht vermeidbaren Entlassungen transparent gemacht werden;
- dass in der Anwendung des Sozialplans die Betroffenen nicht schikaniert werden.
syndicom sichert den betroffenen Mitgliedern ihre gewerkschaftliche Unterstützung zu.»
Kontakt:
http://www.syndicom.ch/2011/06/stellenabbau-bei-swissinfo-srg-beugt-sich-rechtsburgerlichem-druck/
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SSM, Schweizer Syndikat Medienschaffender:
«Unabhängig vom umfangreichen
Stellenabbau und vom Umbau der Organisation, begrüsst das SSM das klare
Bekenntnis der SRG zur Zukunft von swissinfo.ch.
Strategisch richtig ist die Gewichtung der Fremdsprachen. Der Abbau bei den Landessprachen
hingegen ist strategisch nicht nachvollziehbar.
Das SSM verlangt deshalb eine
genaue Prüfung und Kontrolle der bei den Landessprachen vorgesehenen
Restrukturierungsmassnahmen und gegebenenfalls eine Korrektur.
Swissinfo.ch leistet mit seinem mehrsprachigen, multimedialen und ausgewogenem
Angebot Hervorragendes für das Bild der Schweiz im Ausland. Der massive
Stellenabbau, von dem insbesondere auch die Dienstleistungs-Abteilungen
betroffen sind, ist deshalb schwer zu bedauern.
Das SSM protestiert gegen den vorgesehenen Abbau von 40 Vollzeitstellen und
verlangt eine faire, den Einzelfall berücksichtigende Begleitung der
Entlassungen und eine unbürokratische und grosszügige Anwendung der
Sozialplanleistungen.»
SSM Zentralsekretariat, 28.06.2011
Kontakt:
http://www.ssm-site.ch/de/news/flash11/news254.html#news254
—
Nachtrag vom 29.6.11:
»
Die SRG will bis Ende 2012 40 von total 126 Vollzeitstellen bei
Swissinfo abbauen. Das Vorhaben vernichtet Stellen, gefährdet die Qualität der
Information und beschneidet die Meinungsvielfalt. impressum fordert die
SRG auf, die Stellen zu erhalten. Der Entscheid widerspricht darüber hinaus dem
Willen des Bundesrates, der im Januar entschieden hat, Swissinfo bis Ende 2014
weiter finanziell mitzutragen, um das einzigartige Informationsangebot zu
erhalten.
Einmal mehr ist Swissinfo von Restrukturierungen, Stellenabbau und damit auch
Abbau der journalistischen Qualität bedroht. Dieses Mal will die SRG 9
Millionen Franken pro Jahr sparen und dafür bis Ende 2012 40 Vollzeitstellen,
sprich etwa einen Drittel der Redaktion, abbauen. Es heisst, man wolle auf die
Informationsangebote in den Schweizer Landessprachen verzichten.
impressum – die Schweizer
JournalistInnen – die grösste
Journalistenorganisation der Schweiz, verurteilt das Vorhaben als
verantwortungslos in einer Zeit, wo durch diverse Sparmassnahmen die
Informationsqualität und -vielfalt ohnehin schon unter erheblichem Druck steht.
Ausserdem bestehen angesichts der vielen stellensuchenden Medienschaffenden für
die Entlassenen schlechte berufliche Aussichten.
Swissinfo bietet mit seinem unabhängigen und qualitativ hochstehenden Angebot
eine einzigartige Informationsquelle sowohl für Schweizer im Ausland als auch
für ausländische Personen. impressum ist der Auffassung, dass die Absicht der
SRG dem Entscheid des Bundesrates vom Januar 2011 widerspricht, der das Angebot
von Swissinfo erhalten will, indem er seine Mitfinanzierung bis mindestens Ende
2014 zugesichert hat.
impressum erklärt sich solidarisch mit den betroffenen Medienschaffendenden und fordert die SRG auf, alle Stellen bei Swissinfo zu erhalten. Damit soll das Unternehmen die Informationsvielfalt und -qualität bewahren, dies besonders angesichts der aktuell ohnehin angespannten Lage in der Medienlandschaft.
»
Kontakt:
http://www.impressum.ch/impressum/de/service/Presse/swissinfostellenerhalten.html
Kommentare von Daniel Leutenegger