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28. März 2022

«ALEXANDRA BACHZETSIS. 2020: OBSCENE»

Ausstellung und Live-Performance im Kunsthaus Zürich, bis am 1. Mai 2022

Bild: Alexandra Bachzetsis. 2020: Obscene – Foto © Melanie Hofmann

Alexandra Bachzetsis (*1974) ist Choreografin und bildende Künstlerin und lebt und arbeitet in Zürich. Ihre künstlerische Praxis entfaltet sich an der Schnittstelle von Tanz, Performance, bildender Kunst und Theater. Viele ihrer Arbeiten beschäftigen sich mit Choreografien des Körpers und insbesondere mit der Frage, auf welche Weise wir uns Gesten, Ausdrucksweisen, Identifikationsmuster und Fantasien aus der Popkultur aneignen, wenn wir unsere Körper immerzu neu entwerfen und definieren. Dabei interessiert sich Bachzetsis für den wechselseitigen Einfluss zwischen «populär-kommerziellen» Medien (Social Media, Videoclips oder Fernsehen) und der «Kunst» (Ballett, moderner und zeitgenössischer Tanz, Performance und bildende Kunst).

Inszenierung des exzessiven Körpers

Alexandra Bachzetsis’ Arbeiten wurden weltweit in wichtigen Museen und Theatern sowie an Biennalen und Festivals gezeigt. Mit dem Kunsthaus Zürich verbindet die Künstlerin, die 2018 mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet wurde, schon eine längere Geschichte. Bereits 2008 wurde hier eine frühe Arbeit von ihr gezeigt, und im Laufe der Jahre folgten weitere Performances. Nun feiert ihr neustes Werk «2020: Obscene» in seiner Museumsversion Premiere im Kunsthaus Zürich. Darin erforscht die Künstlerin performativ die Abhängigkeiten zwischen der «Szene» – also dem Spielen und dem Inszenieren – und dem «Obszönen». Diese Beziehung hat eine lange und inspirierende Geschichte in der Sprachphilosophie, Soziologie sowie der Kultur- und Kunsttheorie. Jean Baudrillard verwendet das Obszöne als kulturkritischen Terminus, um unsere globale Gesellschaft zu beschreiben, die der Mediatisierung vollkommen unterworfen und in der die Medialität zur Realität geworden ist.

Bereits 1988 beschreibt Baudrillard, wie wir in einer «Ekstase der Kommunikation» leben und dass diese «obszön» sei: «Obszönität beschränkt sich nicht auf Sexualität, denn heute gibt es eine Pornographie der Information und Kommunikation (…) Es geht nicht mehr um die Obszönität des Versteckten, Unterdrückten, sondern des Sichtbaren, allzu Sichtbaren.»

«2020: OBSCENE»

Die Idee für Alexandra Bachzetsis’ neues Stück entstand während des ersten Lockdowns. Darauf verweist auch die Jahreszahl im Titel. Die Künstlerin thematisiert in dem Werk körperliche und emotionale Grenzerfahrungen, aber auch Vereinzelung oder Tod. «2020: Obscene» untersucht zudem die Möglichkeiten des Theaters im Hinblick auf Verführung, Anziehung und Spiele der sexuellen Identität, wie auch den darstellenden Körper selbst als Ort der Entfremdung und Begrenzung des menschlichen Seins. Die Performer/innen werden mit ihrer eigenen Körperlichkeit konfrontiert – mit den Widersprüchen zwischen Intuition und Geste, Licht und Dunkel, Partitur und Skript sowie Norm und Form.

Ausstellung und Live-Performance

«2020: Obscene» von Alexandra Bachzetsis ist sowohl Ausstellung wie auch Live-Performance. Im Ausstellungsmodus werden die Bühnenelemente zu Projektionsflächen für eine dreiteilige Videoprojektion, und am 1. / 2. April 2022 wird die Performance um 20.30 Uhr live im Vortragssaal aufgeführt.  

Publikation, Führungen

Als Teil der Ausstellung erscheint eine Publikation, die Textelemente aus der Performance enthält und in der Ausstellung kostenlos aufliegt.

Öffentliche Führungen finden am 9. und 23. April um 11 Uhr statt.

Weitere Informationen und Tickets:

www.kunsthaus.ch/agenda

https://www.kunsthaus.ch/

cp

#AlexandraBachzetsis #2020Obscene #KunsthausZürich #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 28. März 2022
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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