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14. August 2017

ANNA-GÖLDI-MUSEUM IM HISTORISCHEN HÄNGGITURM GLARUS/ENNENDA WIRD ERÖFFNET

Nach rund dreijähriger Vorbereitung und Planung und dem Aufbau öffnet das neue Anna-Göldi-Museum am 20. August 2017 seine Tore.

Der Prozess gegen Anna Göldi steht im Mittelpunkt

Das moderne und gänzlich neu konzipierte Museum ist einerseits dem tragischen Schicksal der 1782 durch das Schwert hingerichteten Magd Anna Göldi gewidmet und zeichnet die Stationen ihres Lebens nach. Im Zentrum der Ausstellung steht der unvergleichlich gut dokumentierte Prozess, namentlich die ausführlichen Folterprotokolle.

Darum herum werden die Besucher von einer Themeninsel zur anderen geführt: Hexenwahn, Netzwerk der Macht, Aufklärung, Publizistik, Erinnerungskultur, Rehabilitierung.

Menschenrechte einst und jetzt

Ausgehend vom Unrecht, das an Anna Göldi damals verübt wurde, legt die Anna-Göldi-Stiftung ein besonderes Gewicht auf das Thema Menschenrechte. Diese sind auch in der Gegenwart leider nicht immer gewährt. Deshalb ist deren Einhaltung wie auch der Kampf gegen Amtsmissbrauch und Justizwillkür eine anhaltende Aufgabe. In der neuen Ausstellung wird ein Museumsteil eigens den Menschenrechten gewidmet sein. Für dessen Aufbau und Inhaltsgestaltung konnte Amnesty International als Partnerin gewonnen werden.

Kubli als Vorkämpfer für die Menschenrechte

Der Fall Göldi gilt als beispielhaft für die Justizwillkür zur Zeit der alten Eidgenossenschaft. Schon damals wurde in diesem Zusammenhang der heute geläufige Begriff «Justizmord» geprägt. Der Fall beeinflusste die Entwicklung des Strafprozesses, als – begünstigt durch die französische Revolution – Forderungen nach einem menschenwürdigen und rechtsstaatlichen Strafprozess laut wurden.

Insbesondere der Gerichtsschreiber im Göldi-Prozess, Johann Melchior Kubli, setzte sich zeitlebens für die Abschaffung der Folter und den Ausbau der Verteidigungsrechte vor Gericht ein. Sein Gedankengut floss auch in die erste Bundesverfassung vom Jahr 1848 ein, in dem die Grund- und Freiheitsrechte des Menschen erstmals für die gesamte Schweiz verbindlich festgeschrieben wurden.

In historischem Raum

Beheimatet ist die neue, moderne Ausstellung im historisch einmaligen und eindrücklichen Hänggiturm. Wobei der Begriff Turm irreführend ist. In Wirklichkeit ist der Ausstellungsraum ein riesiger, fantastischer, fast sakral anmutender Saal, in dem in der Blütezeit der Glarner Textilindustrie die bedruckten Stoffbahnen zum Trocknen aufgehängt wurden. Das Museum befindet sich im Ortsteil Ennenda und ist zu Fuss vom Bahnhof Glarus oder Ennenda aus in gut zehn Minuten erreichbar.

Die Museumsleitung plant periodische Wechselausstellungen sowie Bildungs- und Kulturveranstaltungen. Diese sollen das Museum zu einem kulturellen Begegnungsort und zu einem Anziehungspunkt für Gruppen, Schulen, Familien, Kultur- und Geschichtsinteressierte machen.

cp

Kontakt:

http://www.annagoeldi.ch/index.php

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 14. August 2017
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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