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18. April 2018

«BESTANDSAUFNAHME GURLITT TEIL 2 – DER NS-KUNSTRAUB UND DIE FOLGEN»

Ausstellung im Kunstmuseum Bern, vom 19. April bis am 15. Juli 2018

Bild: Claude Monet, Waterloo Bridge, 1903, Öl auf Leinwand, doubliert, 65 x 101,5 cm, Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014, Provenienz in Abklärung /aktuell kein Raubkunstverdacht – Foto: Mick Vincenz © Kunstmuseum Bern und Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Teil 2 der Bestandsaufnahme Gurlitt, «Der NS-Kunstraub und die Folgen», macht anhand von hochkarätigen Werken von Lucas Cranach d. J., Claude Monet, Auguste Rodin, Max Beckmann und vielen weiteren Hildebrand Gurlitts Rolle als Kunsthändler im Kontext nationalsozialistischer Verfolgungspolitik anschaulich.

Alle Werke, auf denen Raubkunstverdacht lastet, zeigt das Kunstmuseum Bern lediglich als Leihgaben. Unter den Exponaten finden sich auch bereits restituierte Werke, die grosszügigerweise von den Erben der rechtmässigen Eigentümer für die Ausstellung als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden.

Insgesamt präsentiert die Ausstellung rund 130 Werke aus dem Nachlass des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt (1895-1956), von denen die meisten eine lückenhafte Provenienz aufweisen, so dass ein NSverfolgungsbedingter Entzug weder belegt noch mit Sicherheit ausgeschlossen werden konnte. Auch wenn es in den meisten Fällen bis heute keine konkreten Hinweise auf Raubkunst gibt.

Diese Bestände umfassen Gemälde, Skulpturen und Grafiken, darunter herausragende Einzelwerke der altdeutschen und der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, des Realismus, des Impressionismus und des deutschen Expressionismus. Vertreten sind Künstler wie Bartholomäus Spranger, Pieter Brueghel, Gustave Courbet, Paul Signac und Otto Dix.

In drei Kapiteln vollzieht die Ausstellung am Beispiel Gurlitts die Entwicklung des Kunsthandels in der nationalsozialistischen Diktatur nach, zeigt die Konjunkturen und Geschmacksmuster des Handels und kontextualisiert anhand der Geschichten der Vorbesitzer einzelner Werke oder Werkgruppen die Erwerbungsumstände und systematischen Entzugsmassnahmen des NS-Regimes.

So verdeutlichen Gurlitts Handelsbeziehungen, die auch in die Schweiz reichten, exemplarisch die internationale Dimension des Handels mit Raubkunst.

Einen besonderen Raum nehmen die Werke ein, die erwiesenermassen Raubkunst sind oder unter Raubkunstverdacht stehen.

Der Kunstfund Gurlitt umfasst insgesamt 1’557 Werke. Bei sechs Werken handelt es sich um Raubkunst, vier Werke konnten bereits restituiert werden und derzeit bestehen 61 Verdachtsfälle (Stand 18.4.2018).

In der «Werkstatt Provenienzforschung» werden drei Fallstudien aufgezeigt, um die Methoden und Fragestellungen der Provenienzforschung zu vermitteln.

Des Weiteren werden in der Ausstellung der SRF-Dokumentarfilm «Gurlitts Schatten» und die Dokumentation «Les Marchands d’Hitler» im Wechsel gezeigt.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Bonn erweitert vom Kunstmuseum Bern.

Kuratorin:

Dr. Nikola Doll, Leiterin Provenienzforschung Kunstmuseum Bern

kmb

Kontakt:

https://www.kunstmuseumbern.ch/de/sehen/heute/738-bestandsaufnahme-gurlitt-teil-2-120.html

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 18. April 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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