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11. März 2013

«Bruno Meier. Stilles Leben»

Ausstellung im Kunstmuseum Olten, bis am 05. Mai 2013

Mit der Ausstellung «Bruno Meier. Stilles Leben» lenkt das Kunstmuseum Olten den Blick auf einen Künstler, dessen zurückgezogener Lebensstil und dessen radikale Arbeitsweise vollkommen quer zu den Tendenzen des heutigen Kunstsystems stehen und ihm schon zu Lebzeiten den Status eines Einzelgängers verliehen.

Harmonie, Leere und kristalline Klarheit, gedämpfte Farbigkeit und Beschränkung auf wenige Sujets, akribische Konstruktion sowie bewusste Pflege des Handwerks charakterisieren das Schaffen von Bruno Meier (1905-1967).

Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem «stillen Leben» des von Zeitgenossen «Schweizer Morandi» genannten Zürcher Malers und Zeichners bot die Aufarbeitung einer grosszügigen Schenkung der Künstlerwitwe aus dem Jahr 1994. Stillleben, Landschaften und Figurenkompositionen aller Schaffensphasen lassen Meiers Suche nach der Ordnung im Raum deutlich werden. Zusammen mit sorgfältig ausgewählten Gemälden aus der Museumssammlung umkreisen sie das Thema der Stille und der genauen Beobachtung des Alltags.

Bruno Meiers asketische Lebensweise spiegelt sich in seinen Werken wider – auf den ersten Blick mögen sie kühl und unnahbar wirken. Durch die stringente Art der Ausführung, ihre zurückhaltende, äusserst stimmungsvolle Farbigkeit und das ihnen innewohnende Geheimnis der versteckten Signatur des Künstlers frappieren sie jedoch die Betrachtenden und vermögen diese in ihren Bann zu ziehen.

Die stillen Impressionen strahlen eine beeindruckende Geschlossenheit aus und verleiten zu einer Rückbesinnung auf elementare Werte. Es gelang Bruno Meier, sein Leben und Schaffen miteinander verschmelzen zu lassen, was in der von Marina Stawicki kuratierten Ausstellung deutlich zum Ausdruck kommt.

Der 1905 in Zürich geborene Bruno Meier wuchs in einfachen Verhältnissen und ohne Vater auf. Seinen Wunsch, Architektur zu studieren, konnte er nicht verwirklichen. Stattdessen besuchte er neben seiner Tätigkeit als Automechaniker Abendkurse an der Kunstgewerbeschule und eignete sich seine künstlerischen Fähigkeiten weitgehend autodidaktisch an.

Ermutigt durch seine Frau Alice, die als Lehrerin den bescheidenen Lebensunterhalt fortan für beide erwirtschaftete, gab er 1936 seinen Beruf auf und widmete sich als freier Künstler mit unermüdlichem Eifer der Zeichnung, der Tempera- und später der Ölmalerei.

Gemeinsam mit seiner Gattin, dem alleinigen Modell all seiner Figuren, stellte er seine Farben in altmeisterlicher Manier selbst her und zog sich zurück in eine bescheidene Alltagsrealität. Vom gesellschaftlichen Leben hielt er sich fast vollkommen fern und bekundete ein ausgesprochenes Desinteresse an der Rezeption seines Werks. Nicht zuletzt deshalb ist Bruno Meier dem Publikum heute wenig bekannt – zu Unrecht.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog:

«Bruno Meier. Stilles Leben»

hrsg. vom Kunstmuseum Olten, mit Texten von Marina Stawicki und einem Vorwort von Dorothee Messmer und Katja Herlach Olten: Kunstmuseum, 2013

Gestaltung: Marie-Louise Felber Arciresi, Olten 120 S., reich bebildert, 23 x 20 cm, Freirückenbroschur ISBN 978-3-906651-51-4, 28 CHF

—

Kontakt:

http://www.kunstmuseumolten.ch/welcome.html

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 11. März 2013
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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