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24. Oktober 2024

«DAIGA GRANTINA. NOTES ON KIM LIM»

Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell, bis am 4. Mai 2025

Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 - Foto: Toan Vu-Huu


Bild: Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 –  Foto: Toan Vu-Huu


Die Ausstellung «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim» zeichnet das Werk der singapurisch britischen Künstlerin Kim Lim (1936-1997, Singapur) in einer zeitgenössischen und assoziativen Untersuchung nach und stellt ihr Schaffen in einen Dialog mit den Skulpturen der lettischen Künstlerin Daiga Grantina (1985, Saldus, Lettland lebt und arbeitet in Paris, FR).

Es gibt bemerkenswerte Verwandtschaften und Parallelen zwischen den Werken, insbesondere in Bezug auf ihre Wandlungsfähigkeit und Elastizität, die für beide Künstlerinnen konstitutiv sind. Ebenso werden die Unterschiede zwischen den Werken deutlich, aus denen eine wirkungsvolle Spannung erwächst.

Kim Lim widmete sich mehr als vier Jahrzehnte lang der abstrakten Skulptur, für die sie Holz, Stein und industrielle Materialien verwendete. Parallel zu ihrer bildhauerischen Arbeit verfolgte sie während ihrer gesamten Laufbahn die Druckgrafik und die Zeichnung.

Das verbindende Element über die unterschiedlichen Werkperioden hinweg ist Lims anhaltendes Interesse an Licht, Raum und Rhythmus, sowie ihre Beschäftigung mit der Wechselwirkung zwischen Kunst und Natur. In ihrer Arbeit sträubt sich Lim gleichermassen gegen die modernistische Universalismen der eurozentristischen Kunstgeschichte, sowie einer essentialistischen Einordnung ihrer Praxis in einen panasiatischen Kulturraum. Mit ausgedehnten Reisen nach Italien, Kambodscha, Indien, Japan und Ägypten erweitert sie ihr Studium und koordiniert ein visuelles Vokabular der eigenen Praxis aus einem multiplen raumzeitlichen Feld antiker wie zeitgenössischer, skulpturaler Werke. Ihre Grammatik entspringt weniger einer Klärung abstrakter Formen als vielmehr der körperlichen Begegnung mit Skulpturen in ihrer konkreten Umgebung.

Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 - Foto: Toan Vu-Huu


Bild: Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 – Foto: Toan Vu-Huu


Daiga Grantina verwendet in ihrer Praxis ein breites Spektrum alltäglicher Materialien, vom synthetischen bis zum organischen, wobei sie Grenzen ihrer Verwendungsweise umkehrt oder überschreitet und so assoziative Formationen schafft. Sie lässt sich bei der Entwicklung ihrer Materialprozesse von den zahlreichen anpassungsfähigen Eigenschaften von biologischem Leben, wie Koexistenz und Selbstreplikation, inspirieren und versteht ihre Arbeiten als Vermittlerinnen zwischen irdischen und kosmischen Räumen, die eine Elastizität unseres Vorstellens und Fühlens einfordern.

Wandlungsfähigkeit und Elastizität sind charakteristisch und konstitutiv für die künstlerischen Praxen von Kim Lim und Daiga Grantina. Den Arbeiten beider Künstlerinnen liegt ein Transformationspotenzial zugrunde und es lassen sich Parallelen im Verständnis einer Brückenfunktion von Bildern finden, die zwischen den unterschiedlichsten, sowohl historisch wie auch räumlich weit voneinander entfernten Kulturen vermitteln.

Gemeinsame Interessen sind auch am Wesen der Geometrie zu erkennen, wobei die Form nicht für sich steht, sondern sich mit fliessenden und naturbezogenen Elementen zusammenschliesst. So scheint es beiden Künstlerinnen weniger um eine Repräsentation von Natur zu gehen als vielmehr um einen Nachvollzug ihrer Wirkkräfte, ohne sie damit zu ordnen. Die Künstlerinnen finden eine Nähe zu unverfügbaren Dynamiken in der skulpturalen Übersetzung in neue und freie Formen. Lim mit ihren eigenen Grundelementen, Grantina in der Transformation ihres Ausgangsmaterials.

Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 - Foto: Toan Vu-Huu


Bild: Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 – Foto: Toan Vu-Huu


Es handelt sich um die erste Präsentation von Kim Lim in der Schweiz, die keine Retrospektive sein will, sondern ihr Werk aus einer künstlerischen Perspektive betrachtet.

Die «Notizen» zu Lims Werk werden durch den Blick der Fotografin Katalin Deér (1965, Palo Alto, Kalifornien, USA, lebt und arbeitet in St.Gallen, CH) und der Lyrikerin Ilma Rakusa (1946, Rimavská Sobota, Tschechoslowakei, lebt und arbeitet in Zürich, CH) in einer Künstlerinnenpublikation fortgeführt. Das Buch versteht sich als poetische Erweiterung der Ausstellung und wird vom Pariser Grafiker Toan Vu-Huu gestaltet.

Die Buchvernissage findet am 4. Mai 2025 im Rahmen eines Tagesprogramms im Kunstmuseum Appenzell statt. Am gleichen Tag wird die Klangkünstlerin und Komponistin Anna Zaradny (1977, Szczecin, PL, lebt und arbeitet in Warschau, PL) ihre klangliche Notiz zum Projekt beitragen.

Kuratiert von Daiga Grantina und Stefanie Gschwend

cp

Kontakt:

https://kunstmuseum-kunsthalle.ch/de/kunst/ausstellungen/notes-on-kim-lim/

#KimLim #DaigaGrantina #NotesOnKimLim #KunstmuseumAppenzell #StefanieGschwend KatalinDeér #IlmaRakusa #AnnaZaradny #ToanVuHuu #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 - Foto: Toan Vu-Huu


Bild: Ausstellungsansicht «Daiga Grantina. Notes on Kim Lim», Kunstmuseum Appenzell, CH, 2024 – Foto: Toan Vu-Huu


  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 24. Oktober 2024
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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