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25. September 2017

«DISRUPTIVE PERSPECTIVES»

Ausstellung im Photoforum Pasquart Biel-Bienne, bis am 19. November 2017

Foto: © https://www.photoforumpasquart.ch/shop/

Die Fotografie ist ihrem Wesen nach ein exkludierendes Medium. Durch vier Ränder begrenzt, zeigen Fotografien Ausschnitte der Welt und reduzieren die grenzenlose Komplexität der erlebten Realität auf eine zweidimensionale Illusion.

Für einen Teil der Menschen wird der Ausschluss von der Allgegenwärtigkeit der visuellen Kultur nicht nur durch das definiert, was auf der einen oder anderen Fotografie erscheint. Die Häufigkeit des Machtgewinns, mit der die Ausgrenzung einer Existenz (derer, die sich vor allem ausserhalb des besagten Rahmens bewegen) einhergeht, vermag das Dasein eines Jeden auf dieser Welt zu entlegitimieren. Die Folge sind konkrete Auswirkungen auf die gelebten sozialen Interaktionen. Bis vor kurzem waren Sexualität und Geschlecht im allgemeinen Bewusstsein als konstante binäre Konzepte verankert.

Eine wachsende Zahl von Kunstschaffenden reagiert darauf mit dem Medium Fotografie und erforscht, wie Geschlecht visualisiert und erlebt wird.

Die Arbeiten von Barbara Davatz, Zackary Drucker & Rhys Ernst, Jess T. Dugan, Alexandre Haefeli, Laurence Rasti, Leonard Suryajaya und Lorenzo Triburgo schildern ergiebig Wünsche, Träume und Schwierigkeiten. Sie verdeutlichen das menschliche Streben nach dem eigenen, authentischen Selbst und dem Lenken des öffentlichen wie auch privaten Ausdrucks der Identität.

Diese Kunstschaffenden bespielen den Raum zwischen Gültigkeit und Undeutlichkeit mit Feingefühl. All dies passiert in einer Zeit, in der das Spektrum an Identitäten erweitert wird, diese sichtbarer und stärker anerkannt werden. Trotz alledem wird Gleichberechtigung erfahrungsgemäss kaum erreicht.

Mit der Bereitschaft, uns durch ihre Arbeiten Einblicke in ihr Privatleben und das ihrer Verbündeten zu gewähren, fordern die Kunstschaffenden unsere Empathie. Die Werke zeigen – manchmal triumphierend, manchmal traurig oder erschreckend – die Palette des Möglichen in Bezug auf Sexualität und Geschlecht. Darin wiederspiegeln sich für uns alle die permanenten Einflüsse durch uns selbst, durch andere und durch Bilder.

Die Ausstellungen und die Publikation sind das Resultat der kuratorischen Zusammenarbeit zwischen Allison Grant, Assistenz-Kuratorin für Ausstellungen und Vermittlung am Museum für zeitgenössische Fotografie am Columbia College Chicago und Nadine Wietlisbach, abtretende Direktorin des Photoforum Pasquart in Biel, Schweiz. Die beiden Ausstellungen werden im Herbst 2017 zeitgleich in beiden Institutionen gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Bildbeiträgen aller Kunstschaffenden sowie neuen Texten von Meredith Talusan, Geneva Moser und einem Vorwort von Allison Grant und Nadine Wietlisbach.

pfp

Kontakt:

https://www.photoforumpasquart.ch/event/disruptive-perspectives-2/

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 25. September 2017
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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