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24. März 2021

«ERNST RAMSEIER: KOPFLANDSCHAFTEN»

Ausstellung im Kunstmuseum Thun, bis am 16. Mai 2021

Bild oben: Ernst Ramseier, Selbstbildnis, 1977, Dispersion auf Leinwand, 105 x 108.5 cm, Sammlung Kunstmuseum Thun – Foto: Christian Helmle

ernst ramseier

Bild: Ernst Ramseier, Frühlingsfenster, 1987, Öl, 29.5 x 29.5 cm, Nachlass des Künstlers – Foto: Christian Helmle

Das Kunstmuseum Thun widmet Ernst Ramseier eine grosse Einzelausstellung

Der Künstler und Grafiker Ernst Ramseier, geboren 1936 in Langnau im Emmental und im letzten Jahr in Krattingen verstorben, ist bekannt für seine Mosaik- und Glasbilder, die Sakralbauten, öffentliche Plätze, Eingangs- und Treppenhausbereiche zieren.

Aber vor allem seine einprägsamen Holzschnitte erlangten grosse Bekanntheit und wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Als Mitglied der internationalen Vereinigung der Holzschneider XYLON erfuhr das grafische Werk des Künstlers auch international Reichweite.

Die Einzelausstellung «Ernst Ramseier: Kopflandschaften» präsentiert neben ausgewählten Holzschnitten aus der Sammlung des Museums auch ausdrucksstarke Ölbilder aus dem Nachlass des Künstlers, die zum Teil noch nie öffentlich zu sehen waren. Ein Medium, mit dem der Maler als junger Autodidakt neben seiner anfänglichen kaufmännischen Lehre begann und zu dem er auch später immer wieder zurückkehrte.

Grafische Arbeiten wie u.a. Neujahrskarten, die der Künstler für Freunde, Bekannte und Verwandte mit Akribie anfertigte sowie Gedichte aus seinen lyrischen Werken runden den vertieften Einblick in das künstlerische Schaffen ab.

ernst ramseier

Bild: Ernst Ramseier, Blumen (blau), 1987, Öl, 33.5 x 33cm, Nachlass des Künstlers – Foto: Christian Helmle

Markante Bildsprache und ungewöhnliche Kompositionen

Ramseier lässt die BesucherInnen in seine Bilder eintreten und das Dargestellte miterleben, stellt sie in gewissem Sinne als Fremde dar, deren plötzliches Eindringen die Bildfiguren irritiert in Augenschein nehmen und eröffnet auf diese Weise ein humorvolles Spiel des Beobachtens, indem die Betrachtenden in die Rolle der aktiven BeobachterInnen treten, aber zugleich auch selbst zu Beobachteten werden.

Ernst Ramseier übernahm seinerzeit gerne selbst die Rolle des stillen Beobachters, was in seinen Werken überdeutlich und unverkennbar wird. Seine charakteristische Bildsprache, die Gedrungenheit und auf eine gewisse Art sachlich wirkende Präsenz der Bildmotive, die durch das virtuose Navigieren zwischen Fülle und Leere zusätzlich hervorgehoben werden, spiegelt sich in seinen Holzschnitten sowie in seinen Ölgemälden wider und sie lassen den Maler in gewissem Sinne zum Erzähler werden. So treten seine Bilder unter anderem als Zeugen seiner zahlreichen Reisen in Erscheinung – die Ausstellung nimmt die BesucherInnen mit, von Thun, zum Brienzersee bis hin nach Boston, in die Stube des Künstlers, zu Bekannten, in herbstliche Gärten und durch verschneite Landschaften.

Die gedankliche Erlebniswelt gleicht Kopflandschaften

Die wörtliche Zusammensetzung des Ausstellungstitels, «Kopf» und «Landschaft» stammt von einer gleichnamigen Werkserie mit Holzschnitten (o. D.), die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Der Titel verbindet aber auch die beiden charakteristischen Sujets des Malers – Landschaft und Figuren – miteinander und spielt im Wortspiel der Zusammensetzung überdies auf seine Gedanken und Erfahrungen an, die er in seinen Werken künstlerisch zum Ausdruck bringt.

Ernst Ramseiers Werke stimmen die Betrachtenden nachdenklich und dennoch ist ihnen ein gewisser Schalk nicht abzusprechen, der von einer Heiterkeit und Lebenslust zeugt und den BesucherInnen einen Einblick in die ganz persönliche Erlebniswelt des Künstlers, seine Ge- danken und Empfindungen, ermöglicht.

kmt

Kontakt:

https://www.kunstmuseumthun.ch/

#ErnstRamseier #Kopflandschaften #KunstmuseumThun #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

ernst ramseier

Bild: Ernst Ramseier, Der Bauer sieht seine schöne Wiese, 1977, Holzschnitt auf Japanpapier, 55.8 x 75.9 cm, Sammlung Kunstmuseum Thun – Foto: Christian Helmle



  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 24. März 2021
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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