29. Juli 2013
Kunst-Klause «Panta Rhei» von Chris Aschwanden
Im Garten des Museums Bruder Klaus Sachseln, bis am 1. November 2013

Bild oben: http://www.kulturfenster.ch/dynamic/page.asp?seiid=405
Bild unten: Die Kunst-Klause «Panta Rhei» von Chris Aschwanden im Garten des Museums Bruder Klaus Sachseln – Foto: © Museum Bruder Klaus Sachseln, Chris Aschwanden

Der Museumsgarten mit der Ausstellung «Vom Turm zum Brunnen» bildet eine ruhige Oase. Hier wird ab 2013 dank der Partnerschaft mit der Landis & Gyr Stiftung jährlich eine Kunst-Klause als Ort der Konzentration und Besinnung realisiert.
Die erste Installation «Panta Rhei» stammt von Chris Aschwanden und wurde von der werkstatt95 Sachseln, der DUKA Gartenbau AG Wilen und von Dona und Studhalter Kägiswil ausgeführt.
Element Wasser
Der Werktitel leitet sich vom Ausspruch des griechischen Naturphilosophen Heraklit (ca. 550 – 480 v. Chr.) ab. Er bedeutet «Alles fliesst» und bezieht sich auf Heraklits Vorstellung, dass das Grundprinzip der Welt das Werden sei und nicht das Sein. Wasser galt schon bei den alten Griechen als Inspirationsquelle für Dichter und Denker. Es gilt als Symbol des Lebens und der Erneuerung. Wasser ist nicht nur physisch lebensnotwendig, sondern es steht auch symbolisch für das geistige Leben und Überleben. Niklaus von Flüe lebte im Ranft nahe der Melchaa. Die Strömung der Melchaa wird durch das Wasser, welches an den Wänden herunterfliesst und sich im Becken rings um die Kunstklause sammelt, symbolisiert.
Die Zahl des Eremiten
Der Grundriss der Kunstklause bildet die Form der Zahl 9. In der
Zahlensymbolik ist die 9 dem Eremiten gewidmet. Ebenso zeigt die Neunerkarte im
Tarot den Eremiten. Die Form der Zahl 9 schliesst sich im oberen Drittel zu
einem Kreis. Er steht für die Essenz des Selbst, für den Rückzug von äusseren
Aktivitäten hin zur inneren Ruhe, die den Asketen auszeichnet.
Himmel gerahmt
Die Klause wird über Tritte, welche im Wasser platziert sind, betreten. Das
Wasser bildet einerseits einen Schutz des Inneren, lässt jedoch einen Austausch
zwischen Innen und Aussen zu wie das Fenster zur Kapelle in der Klause von Niklaus
von Flüe im Ranft. Je nach Sonnenstand wird das Licht der Sonne unter der
schützenden Stahlwand durchs Wasser hindurch ins Innere der Klause geleitet.
Die Klause besitzt kein Dach, der Blick des Besuchers wird gegen den Himmel
gerichtet. Die Wände fassen die wechselnden Wolkenstimmungen, die sich
bewegenden Baumwipfel und die unterschiedlichen Lichtsituationen wie ein
Bilderrahmen ein. Um diesen Blick zu geniessen, befindet sich im Zentrum der
Klause auf einer Kiesfläche eine Liege, welche dem Besuchenden ermöglicht, eine
bequeme Ruheposition einzunehmen.
Aussen und Innen
Der Gebrauch von Stahl, jedoch in zwei verschiedenen Transformationszuständen, charakterisiert das Leben eines Eremiten. Die rostenden Aussenwände verändern sich im Verlauf der Ausstellungszeit. Muster, Farben und Formen entstehen und symbolisieren die Entwicklung im Lauf des Lebens. Im Inneren weist das Material bewusst eine andere Charakteristik auf. Der Stahl bleibt durch die rostfreie Legierung und das an den Wänden herunterfliessende Wasser klar und rein. Die Innenseite symbolisiert die Läuterung, welche der Eremit in seiner Einsiedelei erfährt.
mbk
->
Ausstellungsbeschrieb Panta Rhei
-> Konzeptbeschrieb Panta Rhei – Chris Aschwanden
www.werkstatt95.ch
www.duka-gartenbau.ch
www.donaundstudhalter.ch
www.chrisaschwanden.com
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Kommentare von Daniel Leutenegger