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1. Februar 2016

«NIRVANA – wundersame Formen der Lust»

Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur, bis am 8. Mai 2016

Foto: Michael Lio, http://gewerbemuseum.ch/medien/presseunterlagen/

Erstmals befasst sich eine Ausstellung in der Schweiz auf diese Art vertieft mit den Ausdrucksformen der Verführung und der Lust im zeitgenössischen und internationalen Kontext von Design, Mode und Kunst.

Vom mudac – Musée de design et d’arts appliqués contemporains in Lausanne konzipiert, holt das Gewerbemuseum NIRVANA nun in den deutschsprachigen Raum.

Die Ausstellung versammelt rund 70 Künstlerinnen und Designer und erkundet mit gegen 200 Exponaten und Installationen den Einfluss von Erotik auf Design, Mode und zeitgenössische Kunst. Das Gewerbemuseum ergänzt NIRVANA mit der Sonderpräsentation Der Duft der Materialien, die ihre thematische Fortsetzung im MATERIAL-ARCHIV findet. Abgerundet wird die inspirierende und nicht ganz jugendfreie Schau mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm.

Der Wunsch nach Verführung und sinnlichem Genuss beflügelt die Fantasie immer wieder neu, das bekräftigen auch zahllose Werke im aktuellen Schaffen in Kunst und Design. Ob geheimnisvoll, humorvoll oder gewagt – mit Einfallsreichtum eröffnen die ausgewählten Arbeiten in der Ausstellung einen anderen Blick auf das Universum der Sinnlichkeit und zeigen, wie Gestaltung und Materialien sowie die Bedeutungsebenen erotischer oder fetischistischer Welten neu interpretiert werden.

Die exklusiven Objekte verweisen auf unsere Konzeption und Wahrnehmung von Lust. Edle Verarbeitungstechniken, die wir von Luxusgütern, der Haute Couture und von traditionsreichen Handwerksarbeiten her kennen, und hochwertige Materialien wie Leder, Glas, Samt und Edelmetalle spielen dabei eine wichtige Rolle.

Viele der ausgestellten Objektarten haben grossen Seltenheitscharakter und sind normalerweise unzugänglich. Die Künstlerinnen und Künstler führen das, was bislang der Privatsphäre vorbehalten war, in den Bereich der Öffentlichkeit.

So stellt die Ausstellung NIRVANA gleichzeitig unsere Tabus, unsere Werturteile und unseren Blick auf Sexualität infrage. Sie plädiert für einen fantasievollen Umgang mit Erotik und würdigt ebenso die Kraft von Form und Material. Modeschöpfer bedecken Körper mit eng anliegender Kleidung oder mit sinnlichen Stoffen, verzieren sie mit Schmuckstücken, die ebenso ästhetisch wie verspielt sind, Designer schaffen Möbel mit erotischen Formen, in denen sich das Skandalöse mit erlesenster Schönheit vereint. NIRVANAzeigt auch, dass selbst im digitalen Zeitalter die Beziehung zwischen Mensch und Lust sehr greifbar bleibt.

Cartes blanches für drei Designerinnen und Designer

Die amerikanische Schmuckdesignerin Betony Vernon (*1968), der britische Designer Mark Woods (*1961) und die slowenische Designerin Nika Zupanc (*1974) erhielten eine Carte blanche, um eigens für NIRVANAeine Reihe von neuen Arbeiten zu gestalten.

Sonderpräsentation Der Duft der Materialien

Welcher Duft macht Leder verführerisch? Wie riechen Seide, Latex oder Gummi? Warum haben Ambra und Moschus keine Zukunft und wie konserviert man den Duft eines Menschen? Die Sonderpräsentation Der Duft der Materialien untersucht mit Riech- und Hörstationen die olfaktorischen Eigenarten sinnlicher Materialien. Sie lässt Wachs und Harze erschnüffeln, erklärt die kulturellen Präferenzen von Lockstoffen wie Iris oder Oud und vermittelt Wissenswertes über den Charakter von Sandelholz, Fichte und der aphrodisierenden Arve oder zeigt den Unterschied zwischen dem Geruch einer Zweihunderternote und einem Kochbuch.

gmw

Mehr / Kontakt:

http://gewerbemuseum.ch/ausstellungen/aktuell/detailansicht/gmwausstellung/nirvana-wundersame-formen-der-lust/?no_cache=1

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. Februar 2016
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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