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26. Mai 2013

«Preziosen und Raritäten von Paul Klee»

Das Zentrum Paul Klee in Bern zeigt in seiner Sommerausstellung bis am 11. August 2013 seine wertvollsten Gemälde von Paul Klee und kaum bekannte Zeichnungen, die bisher noch nie ausgestellt worden sind – Preziosen und Raritäten. In einer ungewöhnlichen Kooperation zwischen Kulturinstitution und Künstler realisieren die international renommierten Schweizer Künstler Andres Lutz und Anders Guggisberg im und um das Zentrum Paul Klee während eines längeren Zeitraums verschiedene Arbeiten und Interventionen.

Bild: Paul Klee, das Auge, 1938, 315, Pastell auf Jute, 45/46 x 64,5/66,5 cm, Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Mehrmals im Jahr präsentiert das Zentrum Paul Klee in Sammlungsausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten eine jeweils wechselnde Auswahl an Werken aus den reichen Beständen.

Im Kunst-Depot des Zentrum Paul Klee befinden sich ungefähr 4’000 Werke von Klee, davon rund 150 Gemälde, 3’000 einfarbige Zeichnungen und 550 farbige Blätter sowie verschiedene Objekte wie Handpuppen oder Herbarblätter.

Das Verhältnis von Gemälden und einfarbigen Zeichnungen in der Sammlung entspricht der Zusammensetzung von Klees gesamtem, rund 9’000 Werke umfassenden Schaffen.

Die Präsentation der Gemälde führt über verschiedene Schaffensphasen hin zu den Meisterwerken aus Klees vielfältigem Spätwerk, das in der Sammlung besonders gut vertreten ist.

In dieser Gemäldegalerie ist die dreiteilige Videoarbeit Galaxy Evolution Melody (2012) der Schweizer Künstler Lutz & Guggisberg eingebettet. Alltagsgegenstände und einfaches Baumaterial werden behutsam von unsichtbarer Hand in das Bild und aus dem Bild geschoben. Die Künstler inszenieren so auf den drei aufeinander abgestimmten Bildschirmen eine regelrechte «Choreographie der Formen». Ihre «Film-Gemälde» befinden sich in stetem Wandel und lösen damit Paul Klees Forderung nach einem dynamischen, am Prozess orientierten Kunstverständnis ein. Mit Lutz & Guggisberg ist das ZPK eine ungewöhnliche Kooperation eingegangen. Die Künstler treten während des Jahres mit unterschiedlichen Interventionen und Projekten in Erscheinung.

Rund 1’200 Zeichnungen aus der Sammlung wurden noch nie im Zentrum Paul Klee ausgestellt. 66 der 143 ausgewählten Zeichnungen werden hier erstmals öffentlich ausgestellt. Die Auswahl der Zeichnungen konzentriert sich auf die Darstellung von Figuren und Gesichtern – ein Motiv, das Klee zeit seines Lebens beschäftigte. Er entwickelte sich zu einem scharfen Beobachter seiner Umgebung und vor allem seiner Mitmenschen. «Über Vorstadtwiesen mit einem Opernglas bewaffnet auf die Jagd gegangen. Auf diese Weise überlistet man seine Modelle am besten. Sie wissen nichts, machen ihre Stellung unbefangen und ihr Gesicht ebenso», notierte er 1908 in sein Tagebuch.

Um 1925 entstand eine Folge skurriler Köpfe, von denen einer als Kleiner Beitrag zur Physiognomik betitelt ist. Damit spielte der Künstler auf das theoretische Werk des Schweizer Pastors und Physiognomikers Johann Caspar Lavater an, und zwar in ironischer Weise, denn Klees Gesichter lassen sich nicht klassifizieren, sondern entspringen einer subjektiven Interpretation seiner Beobachtungen. Seinem Blick auf die Mitmenschen liegt ein Humor zugrunde, der sich aus der Lust am Aufspüren grotesker Situationen speist und bei allen Verformungen eine Sympathie für die dargestellten Menschen schafft.

Die Ausstellung wird von Dr. Fabienne Eggelhöfer kuratiert.

zpk

Kontakt:

http://www.zpk.org/de/ausstellungen/preziosen-und-raritaeten-von-paul-klee-575.html

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 26. Mai 2013
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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