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29. Juli 2019

«SBB CFF FFS»

Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse, vom 3. August 2019 bis am 5. Januar 2020

Bild oben: Müller-Brockmann + Co., Josef Müller-Brockmann mit Peter Spalinger: Konstruktion des SBB-Signets, Visuelles Informationssystem in Bahnhöfen und Stationen, 1980, Entwurf Signet: Hans Hartmann, 1972, © SBB AG und Museum für Gestaltung Zürich

Ihre qualitätsvoll gestalteten Bahnhöfe, Züge und Plakate machen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB zu einem Paradebeispiel für Schweizer Design. Die Ausstellung «SBB CFF FFS» im Museum für Gestaltung Zürich erzählt erstmals diese über 100-jährige Designgeschichte.

Die Schweiz verfügt europaweit über das Bahnnetz mit der grössten Verkehrsdichte. Seit mehr als einem Jahrhundert sorgen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB für eine hohe Mobilität und prägen das öffentliche Leben in weiten Teilen des Landes. Ihre Bahnhöfe, Züge und Plakate sind markante und international bekannte Zeichen des öffentlichen Verkehrs. Deren qualitätsvolle Gestaltung, die Teil eines sorgfältigen Markenauftritts ist, macht die nationale Bahngesellschaft zu einem herausragenden Beispiel der Schweizer Designgeschichte. Für ihre Designleistungen wurde sie mit zahlreichen Brunel Awards belohnt, die weltweit aussergewöhnliche Eisenbahngestaltung auszeichnen.

Erstmals präsentiert das Museum für Gestaltung Zürich in einer umfassenden Ausstellung das Design der SBB in Architektur, Industriedesign und Visueller Kommunikation. Der grosse Raum an der Ausstellungsstrasse verwandelt sich in eine Bahnhofshalle und lädt zur Zeitreise von den Anfängen der SBB bis hin zur Mobilität von morgen. Neben Originalobjekten, Plakaten, Fotografien, Video- und Klanginstallationen drehen unterschiedlichste Züge auf einer Modelleisenbahn ihre Runden, und Holzschienen laden Klein und Gross dazu ein, eine eigene Bahnstrecke zu bauen. Besuchende können in alten Zugsitzen platznehmen und sie mit den neusten Entwürfen vergleichen.

Markenauftritt und Information der Bahnreisenden

Ein Unternehmen, das dem ganzen Land gehört und dient: Dies verkörpert das vom Schweizerkreuz adaptierte Firmensignet von Hans Hartmann. Dieses Signet kombinierte Josef Müller-Brockmann später mit den blauen Tafeln zu den bekannten Bahnhof-Ortsschildern und mit dem Firmenkürzel zum Logo. Sein umfassendes Informationssystem ermöglicht es bis heute, die seither erheblich vergrösserten Passagierströme intuitiv zu lenken.

sbb der kluge

Bild: Werner Belmont (Text), Hans Thöni (Grafik), Der Kluge reist im Zuge, 1958, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, © SBB AG

Auch bei der Plakatwerbung setzten die SBB in den ersten Jahrzehnten auf bedeutende Gestalter wie Emil Cardinaux, Hans Erni oder Herbert Leupin. Ab den 1950er-Jahren schmiedete der Textchef Werner Belmont ebenso eingängige wie langlebige Verse, die von Hans Thöni («Der Kluge reist im Zuge») oder Mark Zeugin («Gute Idee SBB») visuell umgesetzt wurden. Mit dem Aufkommen des Marketings in den 1980er-Jahren prägen mehrjährige Kampagnen von Agenturen wie GGK oder Jung von Matt den Auftritt der SBB.

Produktdesign: Symbole der Pünktlichkeit und der Geschwindigkeit

Auch sie ist ein höchst effizientes, visuelles Kommunikationsmittel: Die zur Ikone gewordene Bahnhofsuhr von Hans Hilfiker ist ein Symbol für Pünktlichkeit – manche tragen sie gar als Armbanduhr. Am Bahnhof passen die Heraneilenden ihre Gangart unweigerlich der roten Sekundenkelle an. Das Synchronisieren der zahlreichen Bahnhofsuhren in der ganzen Schweiz ist aber auch eine ingenieurtechnische Leistung.

Als «Krokodil» bekannt, fuhr die erste Strom-Güterlok vor genau hundert Jahren zum ersten Mal. Sie konnte schwere Züge über die Gotthardstrecke ziehen und war entsprechend als kantiger Kraftprotz gestaltet. Bei den leichteren und schnelleren Personenzügen dominiert hingegen die Stromlinienform, heute etwa bei der Lok 2000. Im Trans Europ Express bestimmte sie auch das elegante Innere mit den Sitzen und der Bar im Speisewagen.

Bahnhof, Stadt, Urbanisierung – Landschaft in Veränderung

Die Umstellung von Kohle auf Strom machte den Bahnbetrieb effizienter und die dicht gesetzten Strommasten veränderten – zusammen mit den zahlreichen Eisenbahnbrücken – das Aussehen der Landschaft.

Und auch seit den frühen 1950er-Jahren, als der Strassenverkehr das Zepter übernahm, sind die SBB nicht untätig geblieben: Sie nahmen neue Linien in Betrieb und bauten sorgfältig gestaltete Bahnhöfe wie Zürich Stadelhofen (Santiago Calatrava), aber auch markante Stellwerke wie in Basel (Herzog & de Meuron).

In jüngerer Zeit hat sich der Ausbau von Schienennetz und Infrastruktur zunehmend Untertage verlagert: So die Tunnels der Bahn 2000 oder jene der NEAT. Dank seiner weiträumigen unterirdischen Erweiterungen kann der Hauptbahnhof Zürich mehr als ein Drittel der landesweit täglich 1,25 Millionen Bahnpassagiere bewältigen. Die grosse Bedeutung, die Bahnhöfen im Städtebau auch im 21. Jahrhundert zukommt, zeigen exemplarisch Kontroversen um den Hauptbahnhof Zürich – vom gescheiterten Projekt HB Südwest bis zur realisierten Europaallee.

mfg

Kontakt:

https://museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/sbb-cff-ffs/

#SBB_CFF_FFS #SBB #CFF #FFS #MuseumfürGestaltungZürich #AusstellungSBB #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

sbb

Bild: Atelier Spalinger, Fahrgastinformationssystem, 1992, im Hauptbahnhof Zürich – Architektur der Infopunkte und des Uhrturms: Trix und Robert Haussmann, 1990 – Foto: © Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, 2014

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 29. Juli 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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