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4. September 2021

«TIERISCH!» – EIN THEMA, VIER AUSSTELLUNGEN

Wie hat sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier hier und anderswo verändert? Wie viel Kraft trauen wir den Tieren zu? Wie kommunizieren sie untereinander und wie mit Menschen? Welche Kriterien und Auffassungen bestimmen das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren? Warum wird dieses Verhältnis nahezu immer als ambivalent charakterisiert? In dem Kooperationsprojekt «tierisch! Ein Thema – vier Ausstellungen» und der Begleitpublikation dazu gehen vier Basler Museen diesen Fragen nach. Die vier Ausstellungen finden im Museum der Kulturen Basel, in Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, im Historischen Museum Basel (Musikmuseum) sowie im Pharmaziemuseum der Universität Basel statt.

Bild oben: Verehrte Tiere – Foto: © Museum der Kulturen Basel, https://www.mkb.ch/de/services/medien/cllp-0/medienbilder.html 

«tierisch! Keine Kultur ohne Tiere»

Ausstellung im Museum der Kulturen Basel, bis am 20. November 2022

Die Ausstellung «tierisch!» im Museum der Kulturen Basel zeigt, dass es keine Kultur ohne Tiere gibt und die Beziehung zwischen Menschen und Tieren vielfältig, aber ambivalent ist.

Tiere sind omnipräsent und wichtige Akteure im Leben der Menschen. Sie werden heute als eigenständige, gleichberechtigte Wesen begriffen. Dennoch prägen die Menschen ihr Leben.

Die Beziehung zwischen Tier und Mensch ist vielfältig. Sie ist geprägt von Nähe. Der Mensch schätzt Tiere, nutzt sie, benutzt sie jedoch auch. Er übt Macht über Tiere aus, jagt und verzehrt sie. Trotzdem können sich Tiere eine gewisse Erhabenheit bewahren, werden sogar vergöttert.

Die Ausstellung im Museum der Kulturen Basel zeigt in vier Stationen anhand von rund 350 Objekten aus aller Welt diese Aspekte der Tier-Mensch-Beziehung auf. Zuerst betreten die Besucherinnen und Besucher ein gemütliches Wohnzimmer, begegnen Hunden und Katzen. Danach finden sie sich in einer rustikal-alpinen Umgebung wieder, wo die Nutzung der Tiere im Vordergrund steht. Es geht weiter durch einen Käfig, über Fallen in eine Tierkampfarena, die von Trophäen gesäumt ist. Zum Schluss können sie in gediegener Atmosphäre zu Tieren aufblicken und über die Beziehung reflektieren.

Kontakt:

https://www.mkb.ch/de/ausstellungen/2021/tierisch.html

«tierisch! Tiere und Mischwesen in der Antike»

Ausstellung Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, vom 19. September 2021 bis am 19. Juni 2022

Tauchen Sie ein in das Reich der wilden Tiere und der furchteinflössenden Mischwesen, die seit jeher unsere Fantasie beflügeln. Erfahren Sie vom Stellenwert der Tiere in den antiken Kulturen und treffen Sie auf monströse Kreaturen wie die Kentauren, die Greifen, die Sphinx und die Chimaira. Viele dieser hybriden Wesen haben ihren Ursprung im Vorderen Orient und in Ägypten. In Griechenland sind sie Symbol für eine fremde, gefährliche und chaotische Welt, gegen die sich die Zivilisation behaupten muss.

Begleiten Sie die griechischen Helden auf ihren Abenteuern in fernen Ländern und kämpfen Sie gemeinsam mit ihnen gegen die gefährlichsten Ungeheuer der Geschichte.

Kontakt:

http://www.antikenmuseumbasel.ch/de/ausstellungen.html

«tierisch! – Der Klang der Tiere»

Ausstellung im Historischen Museum Basel, vom 22. Oktober 2021 bis am 25. Juni 2023

Die Ausstellung präsentiert die vielfältigen Verbindungen zwischen Tieren und Musik. Dabei wirft sie grundlegende Fragen auf: Sind Tiere musikalisch? Singen Wale und Vögel? Und wie lässt sich ein möglicher «Genuss» von Musik bei Tieren feststellen?

Auch die Lust des Menschen, Tiere musizieren oder tanzen zu lassen, wird in der Ausstellung besprochen. Paradebeispiele sind der tanzende Bär, der singende Schwan oder der trompetende Elefant. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verwendung von tierischem Material bei Musikinstrumenten. Knochenflöten, Elfenbeintastaturen und Naturfelltrommeln sind nur einige Möglichkeiten.

Weniger bekannt ist die Verwendung von Walbarten in Klavieren. Alternative Materialien spielen im Instrumentenbau eine immer grössere Rolle und spiegeln das wachsende Bewusstsein für den Schutz der Tiere wieder.

Kontakt:

https://www.hmb.ch/aktuell/ausstellungen/tierisch/ 

«tierisch! Vom Tier zum Wirkstoff»

Ausstellung im Pharmaziemuseum der Universität Basel, vom 3. Dezember 2021 bis am 5. Juni 2022

Seit der Antike lassen sich populäre Heilmittel aus tierischen Rohstoffen nachweisen. So wurden z.B. Horn, Haut, Exkremente oder Innereien gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Einige Rohstoffe (z.B. von der Biene) werden bis heute im medizinischen Kontext verwendet. Zugleich wäre ohne grosse Mengen von Schlachtabfällen der Aufbau einer industriellen Hormonherstellung, beispielsweise Cortison, kaum möglich gewesen. Die Vielfalt und Herkunft der in der Geschichte zubereiteten Tierpräparate sind beeindruckend.

Die Ausstellung thematisiert nicht nur über lange Strecken wenig veränderte Nutzungsformen von tierischen Materialien, sie berichtet auch von ökonomischen Problemen der Rohstoffbeschaffung sowie medizinischen Erklärungen der Wirkungsweise tierischer Drogen.

Kontakt:

https://pharmaziemuseum.ch/de/museum/ausstellung/sonderausstellung-dezember

GEMEINSAME WEBSEITE: https://tierischbasel.ch/ 

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Bild: Ölbild Hahnenkampf, adu ayam, aus Indonesien, 1973, vermutlich unbekannter Künstler, Kopie nach Affandi – Foto: © Museum der Kulturen Basel, https://www.mkb.ch/de/services/medien/cllp-0/medienbilder.html

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 4. September 2021
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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