Der 1942 in Zeulenroda, Thüringen, geborene deutsche Avantgarde-Komponist und Posaunist Friedrich Schenker (Bild) ist am 08. Februar 2013 in Berlin gestorben.

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«1970 gründete er mit dem Oboisten Burkhard Glaetzner und sechs weiteren Musikern aus dem Rundfunk-Sinfonieorchester und dem Gewandhausorchester Leipzig die Gruppe Neue Musik Hanns Eisler. Dieses Spezialensemble, dem auch Schenkers Bruder, der Schlagzeuger Gerd Schenker angehörte, avancierte zum bedeutendsten Interpreten für zeitgenössische Kammermusik der Avantgarde der DDR. Gemeinsam mit Ernst-Ludwig Petrowsky bewegte es sich auch im Gebiet der Neuen Improvisationsmusik.
Als Meisterschüler von Paul Dessau an der Akademie der Künste (Berlin) von 1973 bis 1975 erhielt Schenker wichtige Impulse für seine künstlerische Motivation und Ästhetik. Seiner Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste ab 1986 folgte zehn Jahre später die Aufnahme in die Sächsische Akademie der Künste sowie die Freie Akademie der Künste (Leipzig). Er war bis 1989 Vorstandsmitglied des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR.
Seit 1982 war Schenker als freiberuflicher Musiker und Komponist sowie Berater für Neue Musik am Leipziger Gewandhaus (bis 1989) tätig und erhielt Lehraufträge für Komposition und Improvisation an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Seit 1990 lebte er in Berlin. Von 2000 bis 2002 war er Theaterkomponist am Staatstheater Kassel.»
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schenker
Die Sprengkraft des Ästhetischen
«Friedrich Schenker, einer der bekanntesten Komponisten der DDR, gehörte zu jenen Künstlern, die sich mit ästhetischen Mitteln dem bürokratischen Herrschaftssystem entgegensetzten.»
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/die-sprengkraft-des-aesthetischen-1.17994000
«‚Die Neue Musik verliert in ihm einen ihrer eigenwilligsten und konsequentesten Verfechter‘, würdigte Präsident Klaus Staeck den Künstler. Er habe sich ‚mit grosser Unbedingtheit, Mut und Kreativität für die ihm wichtigen Fragen‘ eingesetzt. Der politische Einspruch sei ihm bis zuletzt wichtig gewesen, auch als Satire oder Groteske – ‚Fanale des Widerstands gegen Kleingeistigkeit und eingefahrene Denkmuster‘.»
«Wie nur wenige andere würzte Schenker sein Werk mit Heiterkeit, Hohnlachen, Biss und Satire in den grellsten Schattierungen.
Und so dürfte Schenker der Nachruf gefallen, den die Wochenzeitung ‚Freitag‘ 2002 als ‚Ständchen‘ anlässlich seines 60. Geburtstages druckte: ‚Auf dem Friedhof / Spielt er am schönsten; / Wie ich mich beeile, mein Freund / (…) Bei meiner Beisetzung – Wie das klingt / Aber Beilegung wäre nicht besser / Und klingt nach demselben / Ewigen Beischlaf.’»
Anna Schürmer
Mehr:
http://www.friedrich-schenker.de/index1.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schenker
Hören:
Sindbad der Seefahrer
Märchen
aus «1001 Nacht»
Schallplattenfassung: Dieter Wardetzky
Musik: Friedrich Schenker
http://www.youtube.com/watch?v=Hj6nssXU5Sw
Sindbad der Seefahrer: Wolfgang Dehler
Sindbad der Lastenträger: Jürgen Rothert
Kapitäne, Kaufleute, Bauern, freundlicher Mann, Greis, Herr auf schönem Pferd,
König, Kalif, Sklavenherr: Joachim Konrad, Helmut Geffke,
Dieter Schaarschmidt, Walter Wickenhauser
Burkhardt
Glaetzner, Oboe
Ernst-Ludwig Petrowski, Sopransaxophon
Helmut Riede, Trompete
Dietrich Schmuhl, Trompete
Friedrich Schenker, Posaune
Rolf Anton, Tuba
Dieter Zahn, Kontrabaß
Ernst Loske, Klavier
Lothar Altendorf, Heiner Herzog
Gerd Schenker, Schlagwerk
Berliner Solisten:
Choreinstudierung und-dirigat: Dietrich Knothe
Musiker der Staatskapelle Berlin
Dirigat von Teilmusiken: Steffen Schleiermacher
Musikalische Leitung: Friedrich Schenker
Regie: Dieter Wardetzky
Tonregie: Karl Hans Rockstedt
Schnitt: Bärbel Hintze
STEREO
Kommentare von Daniel Leutenegger