Schweizer Fernsehen SRF 1, «Kulturplatz» vom heutigen Mittwoch, 22.20 Uhr

Foto: http://www.sandroschneebeli.ch/biography/
Nina Mavis Brunner begegnet drei Kulturschaffenden aus den lateinischen Landesteilen, die in der deutschen Schweiz tätig sind. Wie erleben sie die Mentalitätsunterschiede? Haben sie ihre Vorurteile revidiert? Oder haben sich ihre Klischeevorstellungen von den steifen Deutschschweizern bestätigt?
Das Klischee von den hölzernen Deutschschweizern
Ja, die Deutschschweizer: solide, verlässlich, nüchtern, fleissig. Darauf gründet ihr Selbstbewusstsein, darauf sind sie stolz. Dafür werden sie respektiert – und hinterrücks verspottet. Kein Esprit, keine Eleganz, keine Lebensfreude, heisst es. Sie gelten als kleinkariert, humorlos und borniert. Dabei ermöglichen sie den Bonvivants der lateinisch-sprachigen Schweiz doch erst das gute Leben: Sie sind es, die das Sparschwein des Bundes zuverlässig mit harten Franken füttern – oder stimmt das alles etwa nicht?
Sebastian Günther
Der Bündner Autor Arno Camenisch fokussiert auf das Individuum
Von einer derben Bergwelt, von fluchenden Sennen und philosophierenden Wirtinnen schreibt der Bündner Autor Arno Camenisch. Sein literarischer Kosmos ist geprägt von seiner rätoromanischen Herkunft, doch die Sprache seines Denkens und Schreibens ist deutsch. Seit Jahren lebt der Bündner im Deutschschweizer Unterland, in Biel/Bienne, an der Grenze zur Romandie. Doch die Unterschiede der Mentalitäten kümmern ihn wenig, er interessiert sich für einzelne Individuen und Charaktere. Dadurch überwindet der Bündner Vorzeige-Literat die Fallgruben des klischierten Denkens – und hat Erfolg damit.
Sibilla Semadeni
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Joëlle Flumet erlebt die Deutschschweiz wie aus dem Katalog
Seit knapp zwei Jahren lebt und arbeitet Joëlle Flumet in der deutschen Schweiz. Sie hat noch Schwierigkeiten, mit den Menschen hier zu kommunizieren. Als visuelle Künstlerin ist sie jedoch eine scharfe Beobachterin des hiesigen Alltags. Das Leben in diesem Landesteil kommt ihr oft «wie in einem Katalog» vor: hübsch gestaltet, ordentlich arrangiert und auf Sicherheit geprüft. Doch das schreckt sie nicht ab, im Gegenteil, das macht den Aufenthalt für sie nur umso exotischer.
Markus Tischer, Danja Nüesch
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Musiker Sandro Schneebeli findet hier mehr kulturelle Offenheit
Als Gitarrist und Produzent ist der Tessiner Sandro Schneebeli im In- und Ausland engagiert. Wichtigstes Projekt ist seine Worldmusic Band Scala Nobile. Darin hat er Musikerfreunde aus dem Tessin, aus Italien, Brasilien und aus der Deutschschweiz versammelt. Viele seiner Kontakte stammen aus der Zeit seines Musikstudiums an der Swiss Jazz School in Bern. Dieses eröffnete ihm die künstlerische Weite, die er als Jugendlicher in seiner Heimat Tessin vermisste. Heute kombiniert er in seinem Leben das Beste aus zwei Welten: die Lebensqualität des Südens mit der kulturellen Offenheit des Nordens.
Pascal Derungs
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Sandro Schneebeli: Der Tessiner liess sich vom Norden überzeugen
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Kontakt:
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Kommentare von Daniel Leutenegger