17. Oktober 2013
RADIO-TIPP: Elvira Wolf-Stohler und das Schweizerdeutsch in Bessarabien
Radio SRF 1, «Schnabelweid» vom heutigen Donnerstag, 21.03 Uhr

Bild: http://www.youtube.com/watch?v=aXSDV-zzsBw
Im frühen 19. Jahrhundert wanderten Romands, Deutschschweizer und Süddeutsche ans Schwarze Meer aus, ins damalige russische Reich. So auch Martin Stohler aus Pratteln mit seiner ganzen, vielköpfigen Familie, die sich im Dorf Schabo, einer Schweizer Kolonie, niederliess.
Elvira Wolf-Stohler (Bild) ist als direkte Nachfahrin dieses Pioniers 1920 in Schabo geboren und dort aufgewachsen. Erst im Zweiten Weltkrieg floh die Familie und gelangte nach vielen Irrwegen und Hindernissen in die Schweiz zurück.
Heute lebt die 93-Jährige im Altersheim in Pratteln und erinnert sich daran, wie das Leben und die Sprache in Schabo waren, als sei sie erst gestern von dort gekommen.
«Neuschwäbisch» – ein verschwundener Dialekt
Elvira Wolf-Stohler hat früher auch Gedichte und Geschichten im Schabner Dialekt geschrieben, einem Mischdialekt aus Baselbieterdeutsch, Schwäbisch, Russisch, Jiddisch und Rumänisch, den Sprachforscher schon als «Neuschwäbisch» bezeichnet haben. Sie ist die letzte aus der damaligen Schweizer Kolonie, die noch lebt und begeistert gibt sie Auskunft über diese verschwundene Welt.
Bücher
– Elvira Wolf-Stohler: «Akazienblüten. Gedichte vom Schwarzmeerstrand». Veröffentlichungen des Vereins zur Förderung des Schrifftums der Deutschen aus Bessarabien, 1972 (vergriffen)
– Elvira Wolf-Stohler und Alfred Herrmann: «Abendduft – Forsythien. So war es gestern – so ist es heute». Gedichte und Prosa. Schriften des Heimatmuseums der Deutschen aus Bessarabien, 2006 (vergriffen)
– Ausstellung «Pratteln – Bessarabien retour» im Museum im Bürgerhaus Pratteln
– «Schabo – Bessarabien retour»: Text von Markus Ramseier
– Videointerview von Kurt Suter mit Markus Ramseier
– Videointerview von Kurt Suter mit Elvira Wolf-Stohler
srf
Redaktion: Markus Gasser
Radio-Link:
http://www.srf.ch/sendungen/schnabelweid/schweizerdeutsch-in-bessarabien
Kommentare von Daniel Leutenegger