24. Oktober 2012
Von Wölfen und Menschen
SF 1, «Kulturplatz» vom heutigen Mittwoch, 22.20 Uhr, mit Eva Wannenmacher aus dem Sihlwald

Bild: http://www.wolfscience.at/deutsch/
Was bedeutet der Wald heute für uns? Ist er Seelenort? Fremde Wildnis? Erweitertes Fitness-Studio? Diesen Fragen geht Eva Wannenmacher im Sihlwald nach – dem grössten Stück Wald des Schweizer Mittellandes, das ganz sich selbst überlassen wird.
Von Wölfen und Menschen – Chronik einer schwierigen Beziehung
Das
Blitzlicht der Fotofalle in Graubünden lieferte den Beweis: Der Wolf ist zurück,
und er vermehrt sich sogar hierzulande. Die Begegnung mit einem alten
Angstgegner des Menschen lässt sich kaum rational und nüchtern betrachten. Zu
lebhaft sind die Erinnerungen an die alten Mythen vom einsamen, bösen Wolf.
Wolfsforscher Kurt Kotrschal räumt bei «Kulturplatz» auf mit hartnäckigen
Vorurteilen und zeigt, warum der Wolf uns ähnlicher ist, als uns lieb ist.
Autor: Richard Herold
Kurt Kotrschal: «Wolf-Hund-Mensch. Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung», erschienen im Christian Brandstätter Verlag
«Breiviks Erklärung» – Soll man dem Attentäter auf der Bühne ein Forum bieten?
Diesen
Sommer fand in Norwegen der Prozess gegen den 77-fachen Mörder Anders Behring
Breivik statt. Kaum ist er abgeurteilt, werden seine wirren und
menschenverachtenden Gedanken bereits Stoff für die Bühne. In «Breiviks
Erklärung» inszeniert der Schweizer Regisseur Milo Rau in Weimar und Berlin
Breiviks Prozessrede. «Kulturplatz» fragt: Soll man dem Attentäter im Theater
ein weiteres Forum bieten?
Autorin: Lisa Röösli
«Breiviks Statement» von Milo Rau, Uraufführung beim «Monolog-Festival» in Berlin, evtl. Aufführungen 2013 im Stadttheater Bern
www.international-institute.de
«Digitale Demenz» – Macht Google uns dumm?
Von
Navigationsgeräten lassen wir uns durch die Welt dirigieren – und was wir nicht
sofort wissen, «googeln» wir. Der Hirnforscher Manfred Spitzer ortet da ein
Problem: «Je digitaler wir leben, desto weniger leistet unser Hirn». Eltern und
Lehrer bejubeln den Psychiater und seine Diagnose zur «Digitalen Demenz».
Spitzers Gegner sehen ihn als fortschrittsfeindlichen Kulturpessimisten, der
sich nach einer internetlosen Zeit zurück sehne. «Kulturplatz» fragt nach der
richtigen Dosis Digitalität.
Autor: Nino Gadient
Manfred Spitzer: «Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen», erschienen bei Droemer
Projekt «Wohnzimmer der Zukunft» im Museum für Kommunikation Bern
Studiengang Interaction Design an der Zürcher Hochschule der Künste
Thomas Meyer – Anwärter auf den Schweizer Buchpreis
Mit
Witz, Charme und Frechheit schreibt Autor Thomas Meyer in seinem Debütroman die
Geschichte eines jungen Mannes aus dem Zürcher jüdisch-orthodoxen Umfeld.
Dieser verliebt sich in eine «Schickse», eine nichtjüdische Frau. Von Neugier
und Liebe angetrieben, windet er sich aus dem strengen Regelwerk des
jüdisch-orthodoxen Alltags. Das Buch ist ein Überraschungserfolg: Kaum
erschienen, ist bereits die dritte Auflage des Buchs im Druck – und sein Autor
für den Schweizer Buchpreis 2012 nominiert.
Autorin: Sibilla Semadeni
Thomas Meyer, «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse», erschienen im Salis-Verlag
—
Kontakt:
http://www.sendungen.sf.tv/kulturplatz/Sendungen/Kulturplatz
Kommentare von Daniel Leutenegger