17. Februar 2023
DER ERSTE VICEVERSA-PREIS FÜR LITERARISCHE ÜBERSETZUNG GEHT AN BARBARA SAUSER
Im Jahr 2023 wird erstmals der Viceversa-Preis für literarische Übersetzung vergeben. Dieser Preis wurde in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Schillerstiftung ins Leben gerufen und ist bestimmt für die Übersetzung eines bedeutenden literarischen Werks, welche eine Autorin oder einen Autor aus der Schweiz in einer anderen Landessprache bekannt macht. Der mit 5'000 Franken dotierte Viceversa-Preis der Schweizerischen Schillerstiftung für literarische Übersetzung 2023 geht an Barbara Sauser (Bild) für ihre Übersetzung des Romans «Fuori per sempre» von Doris Femminis (Milano, Marcos y Marcos, 2019), in deutscher Sprache: «Für immer draussen» (Zürich, Edition 8, ch Reihe, 2022).

Bild: Barbara Sauser – Foto: © AdS, Solothurner Literaturtage, Michal Florence Schorro
Doris Femminis’ 2020 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichneter Roman erzählt die Geschichte der jungen Studentin Giulia, die mit einer depressiven Mutter, einem überforderten Vater und vier Brüdern im fiktiven Tessiner Dorf Giusello aufgewachsen ist. Wegen eines Selbstmordversuchs landet sie in der Psychiatrischen Klinik von Mendrisio. Wird ein Leben «draussen» für sie je wieder möglich sein?
Dank Barbara Sausers präziser, vielschichtiger Übersetzung vermag der in verschiedenen Landesteilen der Schweiz spielende Roman eine deutschsprachige Leserschaft zu begeistern. Barbara Sauser gelingt es, den zahlreichen Figuren, den «Normalen» wie den psychisch Kranken, den alten Dorfbewohnern wie den Jugendlichen, der Mailänder Chefärztin wie der Hilfspflegerin aus Ex-Jugoslawien, den Quasselstrippen und den Schweigsamen eine eigene Stimme zu geben. Ihre flüssige Sprache drückt differenzierte Emotionen aus, ohne je kitschig zu werden.
Barbara Sauser wurde 1974 in Bern geboren. Sie studierte Slawistik und Musikwissenschaft in Freiburg i. Ue. und Kazan (Russland). Nach einem Volontariat im Lektorat des Diogenes Verlags arbeitete sie sieben Jahre als Lektorin und Pressebeauftragte im Zürcher Rotpunktverlag. Sie übersetzt hauptsächlich aus dem Italienischen – darunter zahlreiche Tessiner Autorinnen und Autoren –, in kleinerem Umfang auch aus dem Französischen, Russischen und Polnischen. Sie hat an vielen Werkstätten und Seminaren teilgenommen, ist Mitglied und Mitorganisatorin der Weltlesebühne Schweiz, seit 2020 Delegierte des AdS (Autorinnen und Autoren der Schweiz) im Dachverband der Literaturübersetzer:innen Europas CEATL und seit 2022 Vorstandsmitglied des AdS.
Barbara Sauser stellt ihre Übersetzung im Gespräch mit Salomé Meier im Podcast «Jetzt spricht die Übersetzerin» vor, der -> hier zu hören ist.
Quelle:
https://www.viceversaliteratur.ch/article/24153
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Kommentare von Daniel Leutenegger