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16. September 2014

Der Schweizer Schriftsteller Jürg Schubiger ist gestorben

Der am 14. Oktober 1936 in Zürich geborene Psychologe, Schriftsteller, Kinderbuch-Autor Jürg Schubiger (Bild) ist gestorben. Schubiger war 2008 der erste Schweizer Schriftsteller, der den Hans-Christian-Andersen-Preis erhielt. Die Auszeichnung gilt als «Nobelpreis» der Kinder- und Jugendliteratur, wie die Nachrichtenagentur «sda-ats» schreibt.

Foto: Rbaenninger, März 2014 – CC-Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported – Zur Originaldatei: http://commons.wikimedia.org/

Am Beginn des umfangreichen literarischen Werks von Jürg Schubiger stehen Gelegenheitstexte: poetische Reiseberichte, z. B. aus Korsika oder dem Tessin, die meisten bebildert mit eigenen Fotos, dazu auch Geschichten und Märchen, die er auf seinen Reisen gehört und notiert hatte. Veröffentlicht wurden sie ab Mitte der 1950er-Jahre im Feuilleton der Winterthurer Zeitung Der Landbote. Der literarische Durchbruch gelang ihm Anfang der 1970er-Jahre mit der Geschichtensammlung Die vorgezeigten Dinge (1971). Aufmachung, Verlag und ein Vorwort des Schriftsteller-Freundes Franz Hohler verweisen auf den Leserkreis der literarisch interessierten Erwachsenen. Viele Geschichten aber sind mehrfach adressiert und eignen sich auch für die Lektüre mit Kindern. Sie handeln von Alltäglichem, bei denen man immer auf befremdliche Veränderungen gefasst sein muss: etwa auf einen Stein, der atmet, auf einen Baum mit riesigen Äpfeln, auf einen eigensinnigen Ofen, auf ein Kleid, in dem man wohnen kann.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jürg_Schubiger

Der unverdorbene Blick

Schubigers letztes Buch erschien im Februar und trägt den Titel «Nicht schwindelfrei». Darin variierte er sein Lieblingsthema: den Anfang. Diesmal steht ein Mann im Mittelpunkt, der sein Gedächtnis verloren hat und es gar nicht unbedingt zurückhaben will.

http://www.aargauerzeitung.ch/kultur/der-schweizer-schriftsteller-juerg-schubiger-ist-tot-128352154

Ein «professioneller Anfänger»

Er sei ein professioneller Anfänger, bemerkte er gerne verschmitzt, weil er genau wusste, dass sein Schreiben nicht möglich gewesen wäre ohne all die Bücher, die er gelesen hatte. Nicht, dass er mit Zitaten und Anspielungen gearbeitet hätte, doch der Bezugsrahmen wirkte auf den Text, ob seine Leser ihn nun erkennen oder nicht. Er selbst sprach vom «literarischen Grundwasser», mit dem sein Stoffwechsel verbunden sei; ein Grundwasser, in das alles Gelesene eingesickert ist. Der Übergang zum Eigenen vollziehe sich langsam und unüberblickbar.

Christine Lötscher

http://www.derbund.ch/kultur/buecher/Ein-Stueck-Welt-in-neuem-Licht-entdecken/story/24405280

Er konnte sich den Gegenständen seiner Literatur so liebevoll und gleichzeitig nüchtern und klug zuwenden, weil er fähig war, die Welt von allen Seiten zu betrachten. Das tat er neugierig und wach, indem er mehr Fragen gestellt, als Antworten gegeben hat. Geantwortet hat er vielleicht am ehesten mit seinen literarischen Erfindungen: Kuchen, die von alleine atmen, wachsen und duften, Birkenschweine, oder Engel, die küssen, bis einem schwindlig wird. Und dann immer wieder diese Sätze, die im Gedächtnis hängen bleiben wie zum Beispiel dieser: «Sterben ist normal für alle Menschen, Tiere und Pflanzen, aber nicht für den vielleicht, der gerade stirbt.»

http://stiftung-illustration.blogspot.ch/2014/09/ein-nachruf-auf-jurg-schubiger.html

Am 17. Oktober hätte Jürg Schubiger den Hamelner Rattenfänger-Literaturpreis für sein Buch «Das Kind im Mond» entgegennehmen sollen. Nun ist es anders gekommen: Der Schweizer Schriftsteller, der am 14. Oktober 78 Jahre alt geworden wäre, ist gestorben. (…) Eine Preisverleihung wird es dennoch geben, wahrscheinlich in etwas zurückhaltender Form, sagt Elisabeth Guske, Kulturamtsleiterin der Stadt Hameln. Bei der Stadt herrscht tiefe Betroffenheit über den Tod Schubigers, den Guske als nachdenklichen, vielschichtigen Autor beschreibt.

http://www.dewezet.de/portal/kultur/lokale-kultur_Gewinner-des-Rattenfaenger-Literaturpreises-ist-tot-_arid,647172.html

Jürg Schubiger, ein im besten Sinne kindlicher Schriftsteller

Michael Luisier

http://www.srf.ch/kultur/literatur/juerg-schubiger-ein-im-besten-sinne-kindlicher-schriftsteller

Audios:

Audio «Jürg Schubiger liest »David« aus »Hin- und Hergeschichten«.» in externem Player öffnen.

Audio «Schriftsteller Jürg Schubiger ist gestorben» in externem Player öffnen.

Mehr:

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119522535

http://lexikon.a-d-s.ch/edit/detail_a.php?id_autor=1638

http://www.bibliomedia.ch/de/autoren/Schubiger_Juerg/692.html 

Biographie, Texte und Hörproben auf www.lyrikline.de

http://de.wikipedi a.org/wiki/Jürg_Schubiger

 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 16. September 2014
  • Theater, Kabarett, Literatur

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