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23. Dezember 2013

DIE FONDATION PIERRE ARNAUD in Lens: EIN NEUES KUNSTZENTRUM IM WALLIS wurde gestern eröffnet

Die kulturelle Landschaft der Romandie wird durch ein neues Kunstzentrum bereichert: die Fondation Pierre Arnaud öffnete gestern ihre Tore mit ihrer ersten, dem europäischen Divisionismus gewidmeten Ausstellung. Micheline Calmy-Rey, ehemalige Bundesrätin und Schirmherrin der Fondation, präsidierte die Eröffnungsveranstaltungen. Das in Lens, in der Nähe von Crans-Montana, gelegene Kunstzentrum zeigt ein originelles und für alle zugängliches kulturelles Programm und möchte so «ein breites Publikum aus der Schweiz und aus dem Ausland ansprechen.»

Pierre Arnaud Stiftung, Lens – Foto: © François Bertin 2013

Das imposante Gebäude, welches als Hommage an den französischen Industriellen und Kunstsammler Pierre Arnaud gebaut und auf etwa 13,5 Millionen Schweizer Franken kalkuliert wurde, bietet rund 1’000 m2 Ausstellungsfläche. Der Architekt Jean-Pierre Emery wollte ein Projekt schaffen, das sowohl seine äussere Umgebung wie auch seine inneren Ausstellungsräume achtet: draussen reflektiert die Fassade aus photovoltaischem Glas, einem Spiegel gleich, den See und die umliegenden Berge. Im Inneren wird das Sonnenlicht gefiltert, um die ausgestellten Werke perfekt zu schützen. Die jährlichen Betriebskosten der Fondation Pierre Arnaud werden auf 4,5 Millionen Schweizer Franken geschätzt.

Ein Restaurant mit Seeterrasse und ein Buchladen-Museumsshop sollen zum Komfort der Besucher beitragen. Das Dach des Gebäudes wurde zu einem Garten umgewandelt und bietet eine wunderbare Sicht auf die umliegende Landschaft. Das Kunstzentrum ist an das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angebunden, verfügt über einen Parkplatz und ist zudem barrierefrei zugänglich.

Auch wenn die Fondation Pierre Arnaud das touristische Angebot der Region Crans-Montana diversifizieren möchte, wendet sie sich zugleich an die Walliser selbst, indem sie ihnen einen Ort der Begegnung bietet, der den Zugang zur Kultur für alle begünstigen soll.

Das Konzept

Das Kunstzentrum wird jährlich zwei Ausstellungen zeigen, die auf dem Konzept fünfjähriger Zyklen basieren.

Die Winterausstellungen wollen die grossen Strömungen der Malerei beleuchten, welche das Kunstgeschehen zwischen 1800 und 1950 geprägt haben: den Divisionismus, den Realismus, die Romantik, den Expressionismus, den Symbolismus.

Die Sommerausstellungen kreisen um das Vorhaben der Fondation Pierre Arnaud, Ausstellungen der Begegnungen zu präsentieren: die Fondation ist der Überzeugung, «dass nicht nur Verbindungen zwischen den antiken und zeitgenössischen Kulturen existieren, sondern dass die Entdeckung der antiken oder aussereuropäischen Kunst und Kulturen auch zum Verständnis unserer Gegenwart wie auch unserer Gesellschaft beiträgt.»

Daher will sie in den kommenden fünf Jahren die aussereuropäische Kunst den zeitgenössischen Strömungen gegenüberstellen, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen und zum Beispiel erklären, weshalb die westlichen Vorurteile eine antike Weisheit oder eine Kunst aus Übersee lange Zeit ignoriert haben oder aber auch wie unser aktuelles Bedürfnis nach Authentizität sie uns wieder näherbringt.

Die Interaktion zwischen dem Surrealismus und der primitiven Kunst eröffnet diesen Zyklus, der die folgenden Sommer mit einem Blickwechsel zwischen dem weissen und dem schwarzen Mann, der Körperbemalung, dem Orientalismus oder mit dem Dialog zwischen europäischer und asiatischer Kunst fortgeführt wird.

Die erste Ausstellung

Mit der Ausstellung «Divisionismus: Beherrschte Farbe? Ungebändigte Farbe!» eröffnet die Fondation Pierre Arnaud ihren Zyklus der Winterausstellungen, der sich der Gegenüberstellung der Schweizer Maler mit den internationalen Strömungen von 1800 bis 1950 widmet.

In den 1880er-Jahren erfinden Künstler in ganz Europa eine neue, auf den Gesetzen der Optik basierende Sprache der Malerei. Indem sie unterschiedliche Tupfer auftragen, vom Punkt über den Strich und die Linien bis hin zum Farbfleck, reihen sie reine Farben aneinander und lassen so das Auge des Betrachters das Bild in all seinen Nuancen zusammenzusetzen.

Die Ausstellung erzählt das Abenteuer des Divisionismus‘ in Europa. Zum ersten Mal werden die 100 Werke von Malern aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Holland, Deutschland und Belgien in einer Ausstellung einander gegenüber gestellt. Zahlreiche wichtige Werke von Künstlern wie Georges Seurat, Paul Signac, Camille Pissarro, Gaetano Previati, Angelo Morbelli, Carlo Fornara, Giovanni Segantini, Théo van Rysselberghe, Giovanni Giacometti und Cuno Amiet werden miteinander in einen Dialog treten. Sie zeigen die unterschiedlichen Facetten dieser Kunstströmung auf.

Der Katalog

Der Ausstellungskatalog «Divisionismus: Beherrschte Farbe? Ungebändigte Farbe!» erscheint in drei Sprachen: Französisch, Deutsch, Englisch. Vom Hatje Cantz Verlag herausgegeben, «wird er auf dem internationalen Markt vertrieben und führt die Ausstellung über das Kunstzentrum hinaus fort.»: «Wie ein Objekt-Buch als Emblem des Geistes der Fondation konzipiert», will der Katalog «einen Inhalt von grosser wissenschaftlicher Qualität mit einem schlichten Design und einem handlichen Format verbinden».

Die Fondation Pierre Arnaud gibt für die junge Generation zudem das Magazin «Ferdinand» heraus, «eine amüsante und unwiderstehliche Art und Weise, die Ausstellungen des Kunstzentrums zu entdecken».

cp

—

Aus «Tagesschau» Fernsehen SRF 1 von heute Montag, 19.30 Uhr:

Walliser Dorf im Kunstfieber

Im kleinen Walliser Dorf Lens über dem Rhonetal sind zum ersten Mal über hundert Werke des Divisionismus‘ aus der Schweiz und den Nachbarländern zusammen in einer Ausstellung zu sehen: in der Fondation Pierre Arnaud, einem Kunst-Zentrum, das am Wochenende Eröffnung feierte.

http://www.srf.ch/player/tv/tagesschau/video/walliser-dorf-im-kunstfieber?id=b07c39dc-0f41-4dd6-bc39-285027353b41

—

Kontakt:

http://www.fondationpierrearnaud.ch/de/100/homepage

 

 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 23. Dezember 2013
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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