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25. Mai 2026

«PLING! DESIGN HÖREN»

Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal, bis am 20. September 2026

04-Peter Walker, Verstärker The Quad2, Metall, Glas, 1953, Photo/ © FX.Jaggy & U.Romito, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK

Bild: Peter Walker, Verstärker The Quad2, Metall, Glas, 1953 – Foto: © FX.Jaggy & U.Romito, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

06-Stefan Kudelski, Tonbandgerät Nagra SN, Aluminium, 1960, Photo: © FX.Jaggy & U.Romito, Museum für Gestaltung Zürich:ZHdK

Bild: Stefan Kudelski, Tonbandgerät Nagra SN, Aluminium, 1960 – Foto: © FX.Jaggy & U.Romito, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

«Pling!» – Design kann man auch hören. Das Hören rückt immer stärker in den Fokus von Design, beschränkt sich jedoch nicht auf den Gehörsinn. Denn wir hören auch mit den Augen und sehen mit den Ohren. Die Ausstellung zeigt anhand von Projekten aus Design, Architektur, Forschung und Kunst, wie die beiden Sinne zusammenwirken, wie das Hören ein breiteres Verständnis von Gestaltung ermöglicht und neue Zugänge zu unserer gestalteten Umwelt eröffnet.

Seit jeher werden Klänge genutzt, um auf etwas aufmerksam zu machen. Die Welt ist voller akustischer Signale; viele hören wir jeden Tag. Eine schrille Sirene aktiviert den Körper; Alarme steuern Menschen und kontrollieren Verhalten. In sieben Kapiteln geht die Ausstellung dem Klang auf die Spur – vom Lärm über die Erforschung von akustischen Phänomenen bis hin zum Wohlklang. Und sie befragt, was in den oft als selbstverständlich wahrgenommenen Schallwellen steckt.

11-Soland Gottlieb, Plakat Grammo-Grafik, 1957, Photo: © Museum für Gestaltung Zürich:ZHdK

Bild: Soland Gottlieb, Plakat Grammo-Grafik, 1957 – Foto: © Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

«In einer Zeit, in der digitale Interfaces unseren Alltag prägen, Produkte zunehmend automatisiert kommunizieren und Städte immer dichter werden, spielt die akustische Qualität von Räumen und Objekten eine entscheidende Rolle. Design steht heute mehr denn je vor der Aufgabe, Klang bewusst zu gestalten – als Teil von User Experience, räumlicher Orientierung und gesellschaftlicher Teilhabe. Design nutzt dabei Erkenntnisse aus Architektur, Kunst und Forschung», sagt Meret Ernst, Kuratorin.

Denn bevor Klang gestaltet werden kann, muss verstanden werden, was wir überhaupt hören – und was wir überhören. Damit befassen sich Disziplinen wie Bioakustik, Sound Studies und künstlerische Forschung. Sie befragen, was Ton, Klang oder Lärm ist und welche gesellschaftlichen Bedeutungen sie tragen. Was empfinden wir als angenehm, was als störend? Was laut und chaotisch klingt, belastet – zu viel Lärm macht krank. Lärmschutz ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche und gestalterische Aufgabe. In Architektur, Städtebau und Raumplanung spielt Akustik deshalb eine zentrale Rolle. Sie bildet die Grundlage dafür, dass Zusammenleben in verdichteten Lebensräumen funktioniert.

09-Josef Müller-Brockmann, Peter Huber, Plakat Weniger Lärm, 1960, Photo: © Museum für Gestaltung Zürich:ZHdK

Bild: Josef Müller-Brockmann, Peter Huber, Plakat «Weniger Lärm», 1960 – Foto: © Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Designer:innen entwerfen mit dem Hörsinn und für das Hören. Das Produktdesign – vom Musikinstrument über das Abspielgerät bis zum Hörgerät – zeigt, dass und wie etwas klingt. Für Menschen, die in ihrer Wahrnehmung oder motorisch eingeschränkt sind, bietet inklusives Design neue Zugänge zur Welt. In der Ausstellung zeigen spekulative Ansätze überraschende Wege für höreingeschränkte Menschen auf. Dazu gehören ein sprachgesteuerter Notruf ebenso wie ein zweiteiliger Stereo-Lautsprecher für das Heimkino, der eine bessere Sprachverständlichkeit ermöglichen soll. Und eine Arbeit fragt nach, wie die Formfindung im Austausch mit Menschen profitieren kann, welche die Welt nicht sehen, aber intensiv hören können.

05-Schallschluckhaube für Telefonsprechstelle, ca. 1990, Photo: Museum für Kommunikation Bern ©

Bild: Schallschluckhaube für Telefonsprechstelle, ca. 1990 – Foto: / Museum für Kommunikation Bern

Zugleich gestaltet Design längst auch die «Tonspur» von Objekten, die gar nicht klingen: die Identität einer Firma, das Signal einer Verkehrsampel oder das Klicken eines mechanischen Verschlusses. Smartphones und Computer fordern auch akustisch unsere stete Aufmerksamkeit. Umgekehrt verschwindet vieles, was Schallwellen erzeugt, sang- und klanglos, weil es gedämpft, reguliert oder von neuer Technologie überlagert wird. Und schliesslich ermöglicht und verbessert Engineering das Hören und sorgt dafür, dass akustische Reize in der richtigen Dosierung an unsere Ohren und in unsere Körper gelangen.

Als Abschluss der Ausstellung lädt deshalb der Listening Room mit einem High-End-Audiosystem dazu ein, sich auf höchstmögliche Klangqualität einzulassen. Wer diesen Raum erfährt, erlebt die besondere Intensität – bis hin zur Spiritualität – einer konzentrierten Hörerfahrung.

mfg

Kontakt:

https://museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/pling-design-hoeren

Alena Halmes, Augen zu!, 2019, Borosilikatglas, Photo: Alena Halmes ©

Bild: Alena Halmes, «Augen zu!», 2019, Borosilikatglas Foto: © Alena Halmes

François Chambard, Odd Harmonics Theremins, 2014, Photo: Francis Dzikowski : OTTO ©

Bild: François Chambard, Odd Harmonics Theremins, 2014 – Foto: © Francis Dzikowski / OTTO

#Pling #DesignHören #MuseumfürGestaltungZürich #MeretErnst #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 25. Mai 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Film, Video, Audiovisuelles, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Museum, Ausstellung, Galerie

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