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5. März 2017

«BIKE / DESIGN / CITY»

Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur, bis am 30. Juli 2017

Bild: Blick in die Ausstellung. Ein Fahrrad in all seinen Einzelteilen. Installation von André Schwyn – Foto: Bernd Grundmann

Radfahren steht heute für urbanes Lebensgefühl und Jugendlichkeit schlechthin. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Bewusstseins für Gesundheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie zunehmender Verkehrs- und Mobilitätsprobleme in den Städten avanciert das Fahrrad zum neuen Symbol für Flexibilität und Tempo.

Die technischen und ästhetischen Entwicklungen im Bereich der Elektrobikes beschleunigen diesen Prozess zusätzlich. Ganz allgemein gewinnen Design und Ästhetik in der gesamten Fahrradkultur inklusive Accessoires an Vielfalt und Bedeutung.

Dieser Boom zeigt auch erste Auswirkungen im städteplanerischen Kontext: Jede moderne Grossstadt, die sich Innovation und Fortschritt verschrieben hat, beschäftigt sich heute gemeinsam mit Architekten, Designern und Städteplanern mit den Bedürfnissen von Radfahrern und den Mobilitätskonzepten des einundzwanzigsten Jahrhunderts.

«Bike I Design I City» beleuchtet die vielfältigen Fahrradszenen von heute, das reiche Entwicklungspotenzial innerhalb der urbanen Mobilität und mögliche Zukunftsszenarien rund ums Radfahren.

Präsentiert werden hervorragende Designprodukte, vom kultigen Rennrad zum topaktuellen Citybike, zu den neuesten Klapprädern und E-Bikes bis hin zu leistungsstarken Cargobikes für Kuriere und Familien.

Die Schau zeigt Räder aus dem nationalen und internationalen Raum, mit dabei auch Unikate, Prototypen und Modelle aus Kleinstserien. Zahlreiche Exponate sind in der Schweiz erstmals zu sehen.

Ergänzt wird die Schau mit Fotografien aus der Serie «we are traffic» von Björn Lexius und Till Gläser, mit Zeichnungen von René Zäch, mit Gianluca Giminis verqueren Fahrrädern aus der Bildserie «Velocipedia» und mit einer Vorschau auf den Comicband «Tour de Suisse»: Der Zeichner Marc Locatelli, der Sportjournalist Martin Born und über dreissig der besten Schweizer Zeichnerinnen und Zeichner erzählen Dramatisches und Lustiges aus der langen Tour-de-Suisse-Geschichte.

Das Fahrrad feiert seit einigen Jahren ein Comeback. Während Jahrzehnten war es in erster Linie ein pragmatisches, billiges und ökologisches Fortbewegungsvehikel oder wurde für Freizeit und Sport genutzt. Dass es sich zum trendigen Lifestyle-Nahverkehrsmittel gemausert hat, hängt nicht zuletzt mit smartem Design und modischem Zubehör zusammen. Auf diesen neuen Status reagiert auch der Markt und kurbelt die Produktion entsprechend an. Junge Städterinnen und Städter investieren in individualisierte, qualitativ hochwertige Räder, gleichzeitig werden Vintageräder gehegt und gepflegt, wie man es sonst nur von automobilen Oldtimern her kennt.

Design und Produktion

Zahlreiche kleinere Manufakturen haben den Markt der Sehnsucht nach Qualität und Unverwechselbarkeit innerhalb des Fahrraddesigns entdeckt. Während beispielsweise viele der grossen Radhersteller auf vergleichsweise kostengünstige Materialien und Produktionsstandorte setzen, verfolgen diese Kleinproduzenten ganz andere Konzepte und produzieren mit alternativen Materialien wie hochwertigem, handverarbeitetem Stahl oder Karbon, aber auch Holz und Bambus – oder ganz neu mit 3D-gedruckten Kunststoffen – erstklassige und stylishe Räder mit individuellem Ausdruck und komfortablen Antriebssystemen für städtische Radfahrer.

Aber auch die grossen Unternehmen haben die Trendwende realisiert und lenken seit der Jahrtausendwende den Blick vermehrt auf das Fahrrad. So wandten sich selbst Designer aus der Automobilbranche von den Vierrädern ab und beschäftigen sich neuerdings mit Zweirädern, und ausgewählte Unternehmen arbeiten bewusst nicht nur mit bewährten Fahrraddesignern zusammen in der Annahme, dass diese zu stark in Konventionen verhaftet wären.

Gleichzeitig hat bei den E-Bikes die Entwicklung hinsichtlich Technik und auch Design in den letzten Jahren einen Quantensprung gemacht, sodass es kaum verwunderlich ist, dass immer mehr Leute die Vorzüge von Elektrofahrrädern entdecken.

Dafür sprechen auch die Verkaufszahlen, die rasant in die Höhe schnellen: Die E-Bikes sind in der Schweiz die am schnellsten wachsende Verkehrsgruppe überhaupt. Begründet wird diese ungebrochene Popularität nicht nur mit dem aussergewöhnlichen Fahrgefühl, sondern ebenso mit den verstopften Innenstädten sowie den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln, was PendlerInnen auf sinnvolle Alternativen ausweichen lässt.

gmw

 

Kontakt:

http://gewerbemuseum.ch/informationen/informationen-oeffnungszeiten/

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 5. März 2017
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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