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24. März 2018

«IM LAND DER IMAGINATION – DIE SAMMLUNG C.G. JUNG»

Ausstellung im Museum im Lagerhaus St.Gallen, Stiftung für schweizerische naive Kunst und Art brut, vom 27. März bis am 8. Juli 2018 – Vernissage: Montag, 26. März 2018, 18.30 Uhr

Bild: Anonym, Ohne Titel, 22.09.1934, Gouache auf Papier, 27×20 cm © C.G. Jung Institut, Zürich/Küsnacht, Bildarchiv, 002 ABAM

An der Biennale in Venedig 2013 sorgte das «Rote Buch» von C.G. Jung (1875-1961) für Furore. In ihm zeichnete der berühmte Schweizer Psychiater und Begründer der Analytischen Psychologie in Bild und Text seine Träume und Visionen auf.

Fünf Jahre später ist jetzt zum ersten Mal die Sammlung C.G. Jung öffentlich zu sehen. Sie umfasst rund 4’500 bildnerische Arbeiten seiner PatientInnen aus den Jahren von 1917 bis 1955.

Jung forderte seine PatientInnen auf, wie er selbst ihre inneren Bilder zu malen und zu zeichnen. In der so genannten Aktiven Imagination entstanden Bildserien als Teil des therapeutischen Prozesses.

Die Sammlung C.G. Jung ist einzigartig und mit keiner anderen Sammlung eines Psychiaters seiner Zeit vergleichbar. Sie unterscheidet sich von historischen Kunstsammlungen psychiatrischer Anstalten sowohl in den Voraussetzungen des bildnerischen Schaffens als auch im Impuls zur künstlerischen Tätigkeit.

Jungs PatientInnen kamen als PrivatpatientInnen zu ihm in die 1909 eröffnete Praxis in Küsnacht am Zürichsee. Gemeinsam mit ihm wagten sie den Weg in das Land der Imagination und deren Umsetzung in Bilder.

Zum 70-jährigen Jubiläum des C.G. Jung Instituts, das 2018 mit dem 30-Jahr-Jubiläum des Museums im Lagerhaus zusammenfällt, öffnet sich das Bildarchiv und macht die Sammlung in einer umfangreichen Schau mit 164 Werken im Museum im Lagerhaus erstmals der breiten Öffentlichkeit und Fachwelt zugänglich. Wie das «Rote Buch» wird sie das Publikum erneut erstaunen und darf eine vergleichbare Aufmerksamkeit erwarten.

Die Sammlung C.G. Jung – und ihre Ausstellung

Die Sammlung C.G. Jung umfasst rund 4’500 Werke, überwiegend Malerei, aber auch Zeichnungen und Stickerei, entstanden in den Jahren 1917 bis um 1955. Die AutorInnen sind anonym überliefert und ihre Werke nach 105 Fallnummern sortiert.

In seinen letzten Jahren überliess Carl Gustav Jung (1875-1961) die Sammlung dem 1948 von ihm gegründeten C.G. Jung Institut Zürich. Dort lagern die Bilder, betreut und geordnet von Jungschen Analytikern und Analytikerinnen, anfangs von Jolande Jacobi, einer bedeutenden Mitarbeiterin von Jung, die selber intensiv mit Bildern arbeitete, gefolgt von Rudolf Michel, Michel Edwards, Cecilia Roost, Paul Brutsche, Vicente de Moura und der heutigen Kuratorin des Bildarchivs, Ruth Ammann.

Tatsächlich ist die Sammlung C.G. Jung einzigartig und mit keiner anderen Sammlung eines Psychiaters seiner Zeit vergleichbar. Zum einen stammen sie von PrivatpatientInnen, die zu Jung in die 1909 eröffnete Praxis in Küsnacht am Zürichsee kamen. Infolgedessen unterscheiden sich schon die Voraussetzungen des bildnerischen Schaffens und der Materialbeschaffung zu Arbeiten, die in psychiatrischen Anstalten und Kliniken entstanden sind. Aber auch der Impuls zur künstlerischen Tätigkeit differiert.

Die Werke von Jungs PatientInnen sind nicht aus persönlichem Antrieb als eigenständige Kunst entstanden. Ausgelöst durch Jungs Aufforderung, in der so genannten «Aktiven Imagination» innere Bilder und Figuren visuell zu formulieren, sind sie Ausdruck einer tieferen Ergründung des Selbst. Die PatientInnen erzählten Jung ihre Fantasien und Träume und brachten ihm ihre Bilder. Diese wurden zusammen mit Jung erörtert und von ihm analysiert. Somit sind sie Teil des therapeutischen Prozesses.

Ähnlichkeiten weisen die Werke zu Jungs eigenen Darstellungen in seinem berühmten «Roten Buch» auf, an dem er sechzehn Jahre lang, von 1914 bis 1930, gearbeitet hat. Jungs Beschäftigung mit seinen inneren Bildern und Fantasien bedeutete eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kollektiven Unbewussten, die schliesslich auch zu einer Veränderung seiner analytischen Arbeit führte.

Er ermutigte die PatientInnen, sich auf ähnliche Selbstversuche einzulassen und zeigte ihnen, wie sie innere Bilder aufsteigen lassen, Visionen im Wachzustand auslösen und wie sie innere Dialoge führen und ihre Fantasien malen konnten. Dabei sollten sie versuchen, «selbst in das Bild hineinzugelangen – zu einer seiner Figuren zu werden». Jung verlangte: «Sie müssen mehr in ihnen drin sein, das heisst, Sie müssen in ihnen Ihr eigenes bewusstes und kritisches Selbst sein – ihnen Ihre eigenen Urteile und Ihre Kritik aufzwingen» (Das Rote Buch, Liber Novus, 2009).

Ein besonderes Anliegen war ihm das Erkennen von Archetypen. Das Mandala war für ihn eines der besten Beispiele für die Universalität eines Archetypus. Im Mandala realisiere sich das Selbst im inneren Gleichgewicht, zentriert durch die Kreiszeichnungen – «die Ganzheit der Persönlichkeit, die Verbindung von Unbewusstem und Bewusstsein» (Verena Kast). Dem Mandala und ihm verwandten Symbolen ist in der Ausstellung ein ganzer Raum gewidmet, wo die Bilder in dichter Hängung die BetrachterInnen umgeben, sie umkreisen und sie selbst ins Zentrum rücken.

Weitere Motive fallen auf, die sich sowohl in Jungs «Rotem Buch» finden als auch in den Arbeiten der PatientInnen wiederholen: die Schlange, die Sonne, das Licht, Wasser als sprudelndes Lebenswasser (aber auch als Flutwelle) oder mit dem Wasser das Schiff (Fall 010), der Lebensbaum, Räume des Durchgangs, das Welten-Ei – und immer wieder der Mensch. Visionäre, kosmische Darstellungen stehen neben Tier- und Landschaftsbildern, Grotesken neben surreal-fantastischen Szenen.

Die Ausstellung versucht, die Werke fallübergreifend zu bündeln, um inhaltliche Parallelen in ihrer unterschiedlichen Gestaltung zu veranschaulichen, und folgt dabei den Themen «Suche nach inneren Bildern», «Unheimliches», «Mandalas», «Sexualität und Körper», «Wirrungen und Zerstörung», «Menschliches und Unmenschliches».

Persönliche Konflikte und Ängste produzieren individuelle Dämonen. In diesen «subjektiven Mythologien» steht häufig die Frau im Mittelpunkt. Sexualität und Körper, sexuelle und körperliche Identität sind von Bedeutung und ein weiteres zentrales Thema der Ausstellung. Hier offenbaren sich die Gegensätze zwischen dem Therapeuten und Analytiker Jung und seinen Patientinnen, die in ihren Bildern konkret Verletzungen artikulieren, während Jung diese zu archetypischen Vorstellungen transzendiert.

Darüber hinaus gibt es Bilder und Dokumente, die uns zeigen, was die Patientinnen und Patienten Jungs in der Therapie erlebten. Sie geben Einblicke in die Entwicklung der analytischen Behandlung und in die Symbole dieses Prozesses (Vincente L. de Moura).

In der Sammlung C.G. Jung vermitteln sich zeithistorische Bezüge ebenso wie ästhetische Einflüsse durch C.G. Jung als auch künstlerische Prägungen des Jugendstils und Symbolismus oder des Surrealismus.

Manche dunkle Ungeheuer lassen an Blätter von Odilon Redon oder Alfred Kubin denken (Fall 034), während insbesondere die Bildserien Fall 009 und 042 in Reduktion und Abstraktion die Moderne spiegeln. Verbindungen zwischen Dada Zürich und Jungs ebenfalls 1916 gegründetem «Psychologischen Club» haben bestanden. Jungsche Analytikerinnen waren mit Dadaisten befreundet und Jung sprach über Patientinnen, die «Mandalas nicht zeichneten, sondern [im nahen Cabaret Voltaire] tanzten» (Doris Lier).

Die qualitative Beschaffenheit der Werke variiert je nach Talent der PatientInnen, die sich in der Regel als künstlerische Laien an den visuellen Ausdruck ihrer Aktiven Imaginationen wagten. So darf man überrascht sein von der hohen Qualität der Arbeiten.

Die imaginative Tätigkeit, das Gestalten von Bildern, das Verständnis von Bildern als Symbolen, aber auch die therapeutische Wirkung der Arbeit mit Bildern, der Aufhebung der Spaltungen in der Psyche durch die symbolische Gestaltung, machen das Herzstück von Jungs Theorie und Therapie aus. «Die Fantasie als imaginative Tätigkeit ist für mich einfach der unmittelbare Ausdruck der psychischen Lebenstätigkeit, der psychischen Energie, die dem Bewusstsein nicht anders als in Form von Bildern oder Inhalten gegeben ist …» (Gesammelte Werke 6, Definitionen, 2011).

cp

Kontakt:

http://www.museumimlagerhaus.ch/ausstellungen/

Das Buch der Bilder – Ausstellungskatalog und Bildanalyse

Die grossformatige, aufwändig gestaltete Publikation «Das Buch der Bilder» dokumentiert die zahlreichen Exponate der Ausstellung. Erläuternde Texte namhafter Expertinnen und Experten – PsychoanalytikerInnen wie KunsthistorikerInnen – beleuchten die aussergewöhnliche Sammlung und einzelne Werke. Darüber hinaus bieten Analysen der wichtigsten Bilderserien Verständnishilfen und einen Einblick in den Prozess der Aktiven Imagination nach C.G. Jung.

Ruth Ammann / Verena Kast / Ingrid Riedel (Hg.)

Das Buch der Bilder – Schätze aus dem Archiv des C.G. Jung-Instituts Zürich

Patmos Verlag, Ostfildern 2018, 250 S., 250 Abb. ISBN 978-3-8436-1017-9, CHF 48.- / EUR 30.-

mit Beiträgen von Ruth Ammann, Vicente L. de Moura, Monika Jagfeld, Verena Kast, Doris Lier, Ingrid Riedel, Philip Ursprung

www.patmos.de/das-buch-der-bilder-p-8841.html

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 24. März 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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