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5. Mai 2026

DER SCHWEIZER FOTOGRAF RENÉ GROEBLI IST GESTORBEN


Der am 9. Oktober 1927 in Zürich geborene Schweizer Fotograf René Groebli (Bild) ist am 5. Mai 2026 ebenda gestorben. Er führte ein Fotostudio für Industrie- und Werbefotografie und ein Unternehmen für Farbfotografie, Dye Transfer und Farblithos. Ebenso realisierte er freie künstlerische Fotoessays. (*) In der Darstellung von Bewegung durch Unschärfe, u.a. in den Bildbänden «Magie der Schiene» (1949) und «Das Auge der Liebe» (1954), war Groebli ein Pionier. Seine bahnbrechenden Techniken der Farbfotografie, dokumentiert in «Variation» (1965) und «Variation 2» (1971), erlangten internationale Beachtung. (**)

René Groebli, 2024 in Berlin - Foto: Elena Ternovaja, https://www.wikidata.org/wiki/Q110906093?uselang=de - Original: farbig - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ren%C3%A9_Groebli,_2024.jpg?uselang=de

Bild: René Groebli, 2024 in Berlin – Foto: Elena Ternovaja, https://www.wikidata.org/wiki/Q110906093?uselang=de – Original: farbig – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ren%C3%A9_Groebli,_2024.jpg?uselang=de

Die Einladungen zum 100. Geburtstag hatte er schon verschickt – doch dann nahm er sich mit Exit das Leben

René Groebli realisierte international erfolgreiche Werbekampagnen, Ausstellungen, Fotobücher – und jetzt auch seinen eigenen Tod

Daniele Muscionico

https://www.tagblatt.ch/kultur/rene-groebli-ist-gestorben-mit-exit-ld.4163564

Poetische Erneuerung des Mediums

Der international renommierte Fotograf ist am Dienstag in Zürich durch assistierten Suizid aus dem Leben geschieden. Er hinterlässt ein bedeutendes visuelles Lebenswerk.

In den Würdigungen der Galerie Bildhalle zur Ausstellung «Movement», die erst Ende Februar dieses Jahres zu Ende gegangen ist, wird Groebli als ein Künstler beschrieben, dessen Karriere durch einen unstillbaren Durst nach neuen Ausdrucksformen und ständige stilistische Wandlung geprägt war. Anstatt sich auf ein Genre festzulegen, suchte der 1927 geborene Künstler stets nach dem bisher Ungesehenen und brach dafür sogar seine traditionelle Ausbildung bei Hans Finsler an der Zürcher Kunstgewerbeschule ab.

Sein Werk zeichnete sich durch eine cineastische Sensibilität aus, die in krassem Gegensatz zur damals strengen Schweizer Nachkriegsfotografie stand. Er nutzte bewusste Unschärfe und Elemente des Zufalls, um das Wesen von Bewegung und Geschwindigkeit – etwa in seinem 1949 veröffentlichten Fotoessay «Magie der Schiene» – emotional erfahrbar zu machen.

red/nag

https://www.tagesanzeiger.ch/rene-groebli-schweizer-fotograf-stirbt-mit-98-in-zuerich-939833429714

© René Groebli_Magie_der_Schien

Bild: © René Groebli «Magie der Schiene», https://renegroebli.ch/

René Groebli – ein Leben unermüdlicher Kreativität

Heute, am 5. Mai 2026, ist René Groebli im Alter von 98 Jahren verstorben. Damit verliert die Schweiz einen der ganz grossen Fotokünstler, der durch seine Kreativität, seine Präzision und seinen eigenen Stil berühmt wurde. René Groebli hat als grosse Persönlichkeit und (durch) sein einzigartiges Werk Fotogeschichte geschrieben.

Mit René Groebli ist einer der bedeutendsten Schweizer Fotografen des 20. Jahrhunderts von uns gegangen. Sein Werk, das sich über mehr als sieben Jahrzehnte erstreckte, steht für eine einzigartige Verbindung von technischer Präzision, künstlerischer Sensibilität und einem unermüdlichen Interesse an Bewegung, Zeit und Atmosphäre.

Geboren am 9. Oktober 1927 in Zürich, entdeckte Groebli früh seine Leidenschaft für die Fotografie. Er absolvierte seine Ausbildung an der renommierten Kunstgewerbeschule Zürich, wo er von Hans Finsler geprägt wurde – einem der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Als Bildjournalist wurde er mit seinen Reportagen aus Afrika und dem Nahen Osten bekannt, die in vielen internationalen Magazinen publiziert wurden. Doch Groebli sollte bald seinen ganz eigenen Weg finden. Während viele seiner Zeitgenossen auf statische Klarheit setzten, zog es ihn zur Dynamik, zum Flüchtigen, zum Puls des Augenblicks.

Urs Tillmanns

René Groebli – ein Leben unermüdlicher Kreativität

Er galt als einer der wichtigsten Erneuerer der Nachkriegsfotografie

Groebli starb am Dienstag, wie aus einer Mitteilung auf seiner offiziellen Website hervorgeht. Bekanntheit erlangte der 1927 in Zürich geborene Künstler vor allem durch seine atmosphärischen Bildserien. Groeblis Stil zeichnete sich durch den bewussten Einsatz von Unschärfe und Bewegung aus. Er studierte an der Zürcher Kunstgewerbeschule bei Hans Finsler. Nach einer kurzen Phase als Bildreporter in London und für verschiedene Magazine gründete Groebli Mitte der 1950er-Jahre sein eigenes Studio für Werbe- und Industriefotografie. In den vergangenen Jahrzehnten wurde sein Werk in zahlreichen internationalen Ausstellungen gewürdigt. Seine Arbeiten befinden sich heute in bedeutenden Sammlungen wie jener des Kunsthauses Zürich oder des Museum of Modern Art in New York.

Keystone-SDA

https://www.nau.ch/news/schweiz/zurcher-fotopionier-rene-groebli-stirbt-98-jahrig-67125570

Le photographe suisse René Groebli est décédé à 98 ans

Le photographe suisse de renommée internationale René Groebli est décédé mardi à l’âge de 98 ans. Le Zurichois était considéré comme l’un des principaux innovateurs en matière de photographie de guerre.

Keystone-SDA

https://www.bluewin.ch/fr/infos/faits-divers/le-photographe-suisse-ren-groebli-est-d-c-d-98-ans-3221174.html

Zum Tod des Kamerakünstlers René Groebli

Er zählt, keine Frage, zu den Grossen seines Fachs. Ihn nur als Fotografen zu bezeichnen, würde ihm jedoch nicht gerecht – René Groebli war weit mehr: ein nimmermüder Kreativer auf allen möglichen Spielplätzen der Kunst und Gestaltung. Facettenreich wäre noch das Mindeste, was man mit Blick auf sein Œvre sagen könnte. Immer wieder hat er sich vorgewagt – ein Künstler als Scout. Immer wieder hat er Neuland betreten, ohne sich dort auf Dauer einzurichten. Zeitlebens blieb René Groebli ein Tüftler und Finder, ein Fragender und Suchender, dessen bevorzugtes Revier das Studio, das Labor, die Dunkelkammer war. Letztere so etwas wie die sehr viel besser ausgestattete Version jenes Chemiekastens, mit dem ihn einst die Eltern überrascht hatten.

Was blieb jenseits der Atome und Moleküle, war und ist die Neugier, die Lust am Experimentieren, die Vision als Triebfeder. Visionen lautete nicht zufällig der Titel seiner 1992 erschienenen, retrospektiven Monografie. Ihm sei es nie ums «Bilder-nehmen» gegangen, hat er einmal gesagt, sondern stets ums «Bilder-machen».

Hans-Michael Koetzle

https://privateviews.artlogic.net/2/2ba380b9954075fa070d14/

Würdigung

«Ich lebe hier und jetzt. Und vielleicht noch morgen». Das sagte René Groebli an seinem letzten Auftritt in der Zürcher Galerie Bildhalle im Februar. «Movement» hiess die Ausstellung, die Würdigung für einen, der stets in Bewegung gewesen war. Jetzt zählte nur noch das Heute. Das Morgen als Möglichkeitsform. Gelassen ging er auf sie zu.

Bereits geschwächt sass er auf einem Stuhl, seine Freundinnen und Freunde um ihn, Kunststudenten, junge Fotografinnen, für sie war er ein Vorbild, eine lebende Legende. Ein Farbzauberer auch. Sie sassen am Boden zu seinen Füssen, brachten ihm Kuchen, schenkten Kaffee nach. Er war einer von ihnen. Seine Hose violett, Sweater und Turnschuhe hellgrün, das Gilet rot. Er trug seine farblich ausbalancierte Groebli-Uniform. «Mein Farbkreis». Wie sie war er ein junger Wilder, wild im Herzen. Jung in seiner Neugierde auf das Hier und Jetzt.

René Groebli hatte sich vorgenommen, 100 Jahre alt zu werden. Die Einladungskarten an die Freunde zu einer Feier in seiner Zürcher Lieblingsgalerie sind bereits verschickt. Stichdatum 9. Oktober 2027. Auf der Karte steht: «Der Künstler ist vielleicht anwesend». Groebli wird anwesend sein. In seinen Bildern und in seiner Vorbildfunktion, sich die Neugierde auf die Welt mit einem trotzigen Dennoch zu erhalten.

Daniele Muscionico

https://privateviews.artlogic.net/2/105ba179a3eec9a98801fe/

Videos:

René Groebli – About his work – Bildhalle Zurich + Amsterdam, 2021

René Groebli – Vom Neuen Sehen zur Farbfotografie: Interview
Museen Heilbronn, 2020

Interview mit dem Fotografen Rene Groebli – Fotografie-Forum Monschau, 2022

René Groebli – Altmeister der Fotografie

Fernsehen SRF 1, «Glanz & Gloria» vom 08.01.2016, 3:18 Min

https://www.srf.ch/play/tv/glanz–gloria/video/glanz-und-gloria-vom-08-01-2016?urn=urn:srf:video:ab8f8833-1940-49d2-91a1-02e080146d7b

Mehr:

https://renegroebli.ch/

https://renegroebli.ch/selected-series/the-eye-of-love

https://www.facebook.com/profile.php?id=100035365857051

https://www.instagram.com/rene.groebli

https://www.bildhalle.ch/artists/35-rene-groebli/works

https://fotostiftung.zetcom.net/de/collection/?q=rene%20groebli

https://helveticat.nb.admin.ch/discovery/search?tab=LibraryCatalog&vid=41SNL_51_INST:helveticat

https://recherche.sik-isea.ch/de/sik:person-10454079/in/sikisea/actor

(**) https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/027249/2004-11-08

https://portal.dnb.de/opac.htm?query=Ren%C3%A9+Groebli&method=simpleSearch

https://www.srf.ch/kultur/kunst/kunst-rene-groeblis-fotografische-liebeserklaerung-an-seine-frau

René Groebli – Klassische und neue Werke in Berlin

http://xcult.org/texte/renggli/feb99/groebli.html

https://www.phildaenzer.ch/magie-aus-der-dunkelkammer

https://leica-camera.com/de-CH/Leica-Galleries/Leica-Gallery-Frankfurt/News-Program/Ren%C3%A9-Groebli-Handwerker-K%C3%BCnstler-Vision%C3%A4r

https://www.all-about-photo.com/photographers/photographer/1369/rene-groebli

(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Groebli

Werke von René Groebli

Leider verfügt ch-cultura.ch nicht über die finanziellen Mittel, um die für die Publikation anfallenden Urheberrechts-Abgaben zu bezahlen. Kostenlos können Werke von René Groebli u.a. hier betrachtet werden:

https://renegroebli.ch/selected-series

https://www.bildhalle.ch/artists/35-rene-groebli/works

https://fotostiftung.zetcom.net/de/collection/item/70314

https://www.buchkunst-berlin.de/kuenstler/rene-groebli

#RenéGroebli #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 5. Mai 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Journalismus, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Museum, Ausstellung, Galerie, PR, Werbung, Marketing, Kommunikation

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