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18. November 2019

WENN FRAUEN ZAUBERN

«Frauen werden bei gleicher Leistung immer noch als weniger kompetent als Männer eingestuft, insbesondere in typischen Männerdomänen»: Die Universität Freiburg-Fribourg hat sich an einer europäischen Studie beteiligt, die diesen Umstand belegt. Untersucht wurde, wie Zaubertricks beurteilt werden. In der Magierwelt sind Frauen immer noch untervertreten.

Bild: RollenTeilung – Zauberin Dorothy Dietrich sägt den Komödianten Robert Klein entzwei – Foto: Magicusb, 1995 – Public domain – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DietrichKlein.jpg?uselang=de

Das Forschungsteam präsentierte den Testpersonen ein Video mit verschiedenen Zaubertricks. In den Filmszenen waren jeweils nur die Hände sichtbar, sodass man nicht sehen konnte, wer die Zaubertricks ausführte. Der ersten Hälfte der Testpersonen wurde mitgeteilt, die Tricks würden von Nathalie ausgeführt. Der anderen Hälfte dagegen sagte man, sie würden von Nicolas ausgeführt.

Die Ergebnisse der Studie belegen klar, dass die angeblich von Nathalie ausgeführten Tricks als weniger gut und beeindruckend eingestuft wurden als die vermeintlich von Nicolas ausgeführten.

«In den letzten 50 Jahren hat sich nicht viel verändert»

Im ersten Versuch der Studie wurden 64 Personen, davon 33 Frauen getestet. Die Zaubertricks von Nathalie wurden also von ihrer Testgruppe weniger gut beurteilt als die Zaubertricks von Nicolas von dessen Testgruppe. Im zweiten Versuch mussten die Testpersonen ihre Antworten rechtfertigen und erklären, wie die Zaubertricks ausgeführt wurden. Erstaunlicherweise fiel der Bewertungsunterschied hier weg und sämtliche Tricks wurden besser als im ersten Versuch eingestuft. Gemäss den AutorInnen der Studie ist es effektiv schwieriger, einen Trick negativ zu bewerten, wenn wir ihn nicht erklären können.

Die Studie ist das Resultat einer Zusammenarbeit mit den französischen Universitäten Paris Descartes und Franche-Comté sowie der Londoner Goldsmiths Universität. Durchgeführt wurde sie in Freiburg-Fribourg unter der Leitung von Pascal Gygax, Mitleiter der Forschungseinheit Psycholinguistik und Angewandte Sozialpsychologie. 

1968 belegte eine von Philip Goldberg in den USA durchgeführte Studie einen ähnlichen Effekt. Damals waren 40 Frauen aufgefordert worden, vorgeblich von John T. McKay beziehungsweise Joan T. McKay verfasste Zeitungsartikel zu bewerten.

Die Resultate der jüngsten Studie führen gemäss heutiger Medienmitteilung der Universität Freiburg-Fribourg vor Augen, «dass ein bereits in den 1960er-Jahren untersuchter diskriminierender Mechanismus 2019 nichts von seiner Brisanz verloren hat».

Der Artikel wurde in der Fachzeitschrift Social Psychological Bulletin veröffentlicht und ist hier abrufbar:

https://spb.psychopen.eu/article/33574/

unifr

#UniFreiburgFribourg #PascalGygax #PhilipGoldberg #SocialPsychologicalBulletin #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 18. November 2019
  • Politik und Gesellschaft

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