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19. Oktober 2020

150’000 FRANKEN FÜR «NEUE IMPULSE IN DER SCHWEIZER KULTURLANDSCHAFT»

Das Migros-Kulturprozent will seit Anfang 2020 «neu mit zeitlich beschränkten Ausschreibungen Impulse und zukunftsweisende Akzente in der Schweizer Kulturlandschaft setzen». Aus der ersten Ausschreibung vom Frühjahr 2020 erhalten drei Projektteams substanzielle Förderbeiträge von insgesamt 150'000 Franken. «Die unterstützten Projekte thematisieren das Zusammenspiel von Kulturproduktion und künstlicher Intelligenz, die zukünftige Rolle von Virtual Reality für Kulturrezeption sowie die ungenügenden Vergütungsstrukturen im Kultursektor.», steht in der heutigen Medienmitteilung zu lesen.

Bild: Agentur für Virtualität, Zürich – Foto: obs/Migros-Genossenschafts-Bund, Direktion Kultur und Soziales

Mit seiner ersten Ausschreibung «Neue Perspektiven. SlashArtist» vom Frühjahr 2020 richtete sich das Migros-Kulturprozent an Kulturakteurinnen und -akteure, die sich mit der «zukünftigen Kulturproduktion und -rezeption» auseinandersetzen. Nach einem zweistufigen Auswahlverfahren erhalten nun drei Kulturkollektive einen Unterstützungsbeitrag von insgesamt 150’000 Franken.

«Die Ausschreibung stiess auf grosses Interesse», resümiert Yeboaa Ofosu, Leiterin Förderbeiträge Kultur bei der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bundes: «Wir erhielten auf diese zukunftsgerichtete Ausschreibung eine Vielzahl vor allem interdisziplinärer Anträge aus der ganzen Schweiz, die das Phänomen SlashArtist unterschiedlich beleuchten. Mit den gesprochenen Förderbeiträgen können wir nun drei Kulturprojekte nach unserer neuen Förderweise substanziell unterstützen: umso grösser der Impuls und die Dimension dieser Projekte.» 

Die Projekte in Kürze: 

Kann künstliche Intelligenz Kulturschaffen ersetzen?

Das Migros-Kulturprozent unterstützt einen achtteiligen Podcast begleitend zur Ausstellung «Super – die zweite Schöpfung». Ab 6. November 2020 geht das Museum für Kommunikation in Bern in dieser Ausstellung der Frage nach, wie kreativ eine Maschine im Vergleich zum Menschen ist. Inhalte der Ausstellung, aber auch Stimmen aus Wissenschaft und Kultur fliessen in den Podcast ein – nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Produktion: Das Team wird künstliche Intelligenz und gelernte Methoden in der Umsetzung anwenden. 

Beteiligte Personen: This Wachter, Bern; Jennifer Khakshouri, Zürich; Roland Fischer, Basel; Simon Meyer, Basel; Luki Fretz, Basel; Jane Schindler, Zürich

Unterstützt mit 80’000 Franken

Sind Kulturschaffende Software Engineers – oder umgekehrt?

Die Vermischung analoger und digitaler Realität hat sich – nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie – verstärkt. Das Migros-Kulturprozent unterstützt die Agentur für Virtualität bei der Analyse virtueller Räume. Mit Workshops und Prototypen wird die Relevanz der virtuellen Realität als Ort der Kulturrezeption und -produktion erforscht – gemeinsam mit Schweizer Kunstschaffenden sowie Kunst- und Kulturorganisationen. Während die Technik bereits fortgeschritten ist und immer günstiger wird, befinden sich die Produktionspraxen, die mit den neuen Möglichkeiten einhergehen, noch am Anfang. Müssen künftig Kulturschaffende programmieren können? Oder werden Programmierende die Kunstschaffenden der Zukunft?

Agentur für Virtualität, Zürich: Yannick Steitz, Etienne Pavoncello, Nadim Elhady und Manuel Fischer

Unterstützt mit 50’000 Franken

Ist es Liebe – oder unbezahlte Arbeit?

Das dritte vom Migros-Kulturprozent unterstützte Projekt geht der Frage nach, wie Kulturschaffen vergütet wird und werden soll. Die Plattform mit dem Titel «They say it is love. We say it is unwaged work» stellt on- und offline Fragen und Forderungen mit dem Ziel, den Wert der künstlerischen Arbeit sowohl wirtschaftlich als auch symbolisch zu steigern. 

Kollektiv aus Genf: Tiphanie Blanc, Lili Reynaud-Dewar, Tatiana Rihs, Ramaya Tegegne

Unterstützt mit 20’000 Franken

Die nächste Ausschreibung des Migros-Kulturprozent zum Schwerpunkt «Next Generation» erfolgt Ende Oktober 2020. 

Infos «Ausschreibungen Migros-Kulturprozent» 

Das Migros-Kulturprozent setzt nach eigenen Angaben «seit 2020 mit thematischen und zeitlich definierten Ausschreibungen zweimal jährlich Impulse und zukunftsweisende Akzente in der Schweizer Kulturlandschaft. Der nationale private Kulturförderer leistet damit einen substanziellen Beitrag an künstlerische Vorhaben, die sich alternierend mit spezifischen Aspekten seiner drei Förderschwerpunkte auseinandersetzen: Kulturelle Ko-Kreation, Next Generation und Neue Perspektiven. 

Ausschreibung ‚SlashArtist‘ im Förderfokus Neue Perspektiven: Geprägt durch den digitalen und den demografischen Wandel, aber auch durch neue Arbeitsmodelle und den Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf befindet sich das Selbstverständnis der Kulturschaffenden und Institutionen im Umbruch. Oftmals bedingen wirtschaftliche Zwänge eine multiple Erwerbssituation. Viele Kulturschaffende fühlen sich in ihrem Schaffen nicht mehr nur einer künstlerischen Sparte zugehörig. Als ‚SlashArtists‘ bewegen sich Kulturschaffende vermehrt in hybriden Kombinationen und Konstellationen. Die Ausschreibung ‚Neue Perspektiven. SlashArtist‘ richtete sich an Kulturschaffende, die sich in Projekten und Vorhaben mit diesem Phänomen auseinandersetzen.» 

Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros für Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft.

mkp / ots

Kontakt:

www.migros-kulturprozent.ch

#MigrosKulturprozent #SlashArtist #NeuePerspektiven #NextGeneration #YeboaaOfosu #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+ 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 19. Oktober 2020
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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