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26. Januar 2021

BENIN INITIATIVE SCHWEIZ: FORSCHUNG UND DIALOG MIT NIGERIA

Acht Schweizer Museen haben sich in einem Verbund zusammengeschlossen, um gemeinsam die Provenienzen ihrer Sammlungen aus dem Königtum Benin in Nigeria zu untersuchen. Ziel der Initiative ist es, Transparenz und Synergien für die Forschung und den Dialog mit Nigeria, dem Herkunftsland der Werke, zu schaffen.

Bild: Rückseite einer Gürtelmaske mit einer Webster-Nummer. Werkstatt am Hof von Benin, Nigeria, 17./18. Jh., Messing, Eisen, Museum Rietberg Zürich, Inv.-Nr. 2011.9 – Foto: © https://rietberg.ch/medien/medienbilder

Im Frühjahr 2021 startet ein gemeinsames Forschungsprojekt, das vom Bundesamt für Kultur (BAK) mit CHF 100’000 gefördert wird und die vernetzte und kooperative Provenienzforschung zu Beständen des Königtums Benin (Nigeria) in Schweizer Museen zum Inhalt hat.

Das Projekt «Die Benin Initiative Schweiz: Provenienzforschung und Transparenz zu Sammlungen aus dem Königtum Benin (Nigeria) in Schweizer Museen» (in Kurzform: BIS) wird vom Museum Rietberg geleitet. Die acht beteiligten Museen mit unterschiedlichen Trägerschaften (städtisch, kantonal) verfügen jeweils über nur kleine Bestände, insgesamt befinden sich aber rund 100 Benin-Objekte in öffentlichen Sammlungen der Schweiz.

Es handelt sich um die folgenden Häuser:

Bernisches Historisches Museum, Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, Musée d’ethnographie de la Ville de Genève, Musée d’ethnographie de la Ville de Neuchâtel, Museum der Kulturen Basel, Museum Rietberg der Stadt Zürich, Museum Schloss Burgdorf und Völkerkundemuseum der Universität Zürich.

Erstmalig wird durch das BAK damit ein schweizweites Forschungsprojekt zu kolonialen Erwerbungen aus Afrika gefördert. 

Gerade das Beispiel des nigerianischen Königtums Benin ist zentral und wird bei Debatten zu Restitution stets an erster Stelle angeführt. Dabei sind Rückgabeforderungen nicht erst seit der Unabhängigkeit Nigerias 1960 bzw. seit der Verabschiedung der UNESCO-Konvention von 1970 und den Ethischen Richtlinien des International Council of Museums (ICOM) 1986 ein Thema.

Seit einigen Jahren ist weitgehend anerkannt, dass es sich bei den Sammlungsbeständen aus dem Königtum Benin, die im Zusammenhang mit der sogenannten «Strafexpedition» von 1897 stehen, um Raubkunst handelt. Damals hatten die britischen Truppen den Palast in Benin City zerstört, den König abgesetzt und tausende Objekte beschlagnahmt. Über den Kunsthandel gelangten die Stücke in zahlreiche Museen und Privatsammlungen in Europa und auch in die Schweiz.

Das Verbundprojekt schafft Synergien in der Provenienzforschung, trägt zur Vernetzung der Museen untereinander bei und fördert den Dialog mit Nigeria. Im Austausch mit der Herkunftsgesellschaft der Werke soll der weitere Umgang mit den Benin-Beständen und ihrer problematischen Kolonialgeschichte diskutiert werden. Auch die Frage der Restitution soll dabei ein Thema sein.

cp

Kontakt:

Museum Rietberg Zürich

Michaela Oberhofer

Kuratorin Afrika, Leiterin Sammlungsdienste

Michaela.Oberhofer@zuerich.ch

#BeninInitiativeSchweiz #DialogMitNigeria #BAK #ProvenienzforschungNigeria #MuseumRietbergBenin #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+


 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 26. Januar 2021
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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