19. Februar 2023
«KLEINER KIESEL GANZ GROSS»
Sonderausstellung im Naturmuseum Winterthur, bis am 7. Mai 2023

Bild: «Kleiner Kiesel ganz gross», Naturmuseum Winterthur / http://www.woodtli.net/
Im Flussbett, in der Natur und auch in der Stadt: Den Kieselsteinen begegnen wir fast tagtäglich. Wir alle hatten Kieselsteine auch schon in der Hand, die durch ihre speziellen Formen, Farben oder die beeindruckenden Strukturen aufgefallen sind. Fachlich gesehen ist der «Kieselstein» kein genau definierter Begriff, und dennoch wissen wir alle, was damit gemeint ist. Nun haben die kleinen (Rock–)stars eine eigene Ausstellung im Naturmuseum Winterthur erhalten.
Kieselsteine sind Zeugen der natürlichen Kreisläufe auf der Erde, denn auch Gesteine sind vergänglich. Sie verwittern über Tausende von Jahren, und aus grossen, vermeintlich soliden Felsen werden sie unter dem Einfluss von Eis und Wasser zerlegt. Die Steine werden auf ihrer Reise in Bächen und Flüssen transportiert, dabei immer mehr gerundet und verkleinert, bis sie allenfalls als feiner Sand im Meer abgelagert werden. Kieselsteine erzählen spannende Geschichten, die es zu entdecken gilt.
Kies ist ein begrenzter Rohstoff
In der Schweiz ist Kies der einzige mineralische Rohstoff, der in grossen Mengen vorkommt. In den rund über die gesamte Schweiz verteilten 500 Kies– und Betonwerken werden jährlich 30 bis 35 Mio. Kubikmeter Kies abgebaut und unter anderem für Strassen verarbeitet. Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 1 Mia. Franken gehört die Kiesbranche zu den wichtigen Treibern der Schweizer Wirtschaft. Und trotzdem oder gerade auch deshalb: Der Rohstoff Kies steht nur begrenzt zur Verfügung, denn Nutzungskonflikte stehen dem Abbau vielerorts im Weg.
Kiesel als Bestandteil der Kunst
Die Ausstellung thematisiert auch die Kunst und beinhaltet eine Arbeit von Andi Rieser (www.andirieser.ch). Rieser sammelt und bearbeitet Steine aus der Nagelfluh des Luzerner Napfgebiets. Durch das Aufschneiden mit einer Steinfräse und das nachträgliche Polieren der Schnittflächen offenbart sich in ihrem Innern eine aussergewöhnliche Vielfalt an Farben, Strukturen und Formen. In seinem 2022 erschienenen Buch «Nagelfluh» zeigt er eine Auswahl dieser Schnittbilder und setzt sie ihrer jeweiligen äusseren Form gegenüber. Der Blick hinein ins Innere der Steine wird mit Makroaufnahmen ergänzt und Landschaftsbildern der Fundgegend gegenübergestellt. Dabei zeigen sich Bildverwandschaften und werden Assoziationsräume geöffnet, welche den Blick ins Urzeitliche mit den formgebenden Kräften der Gegenwart verbinden.
Kieselsteine sind Spielsteine
Wer kennt es nicht? Mit Kieselsteinen lässt sich bestens spielen, beispielsweise wenn es darum geht, den höchsten Turm oder das schönste «Steinmandli» zu bauen. Die Vielfalt der Kieselsteine kommt erst dann zum Ausdruck, wenn man lange Reihen aus verschiedenen Grössen und Farbtönen zurechtlegt. Die Ausstellung bietet für Kinder die Gelegenheit, die Kieselsteine wieder neu zu entdecken und Inspiration für den Bau von Kunstwerken zu finden. BesucherInnen können ausserdem spezielle, gefundene Kiesel dem Naturmuseum überlassen und somit dazu beitragen, dass die Ausstellung kontinuierlich erweitert wird.
cp
Kontakt:
https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/ausstellungen
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Kommentare von Daniel Leutenegger