23. Dezember 2024
SCHAFFHAUSEN: «ERNTE 24»
Die jurierte Ausstellung «ERNTE» im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, ist ein überregional beachtetes Forum für zeitgenössische Kunst in Schaffhausen. «ERNTE 24» ist ein Gemeinschaftsprojekt des Museums zu Allerheiligen und des Kunstvereins Schaffhausen und bis am 16. Februar 2025 zu besuchen.

Bild: Keyvisual «ERNTE 24» – © Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen
Die «ERNTE» gibt Kunstschaffenden mit Bezug zu Schaffhausen die Chance, ihre neusten Werke einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Die Ausstellung findet alle zwei Jahre statt und wird in Schaffhausen bereits seit 1938 eingerichtet.
Für die Teilnahme an der diesjährigen ERNTE sind 85 Anmeldungen eingereicht worden. Die Auswahl der Werke erfolgte aufgrund der eingereichten Dossiers durch eine fünfköpfige Jury, die 19 Beiträge zur ERNTE 24 einlud:
Jennifer Bennett (1976), David Berweger (1982), Amanda Camenisch (1987), Andreas Dal Cero (1964), Angelika Shaba Dreher (1977), Rebekka Lissia Gnädinger (1982), Linda Graedel (1941), Alexandra Häberli (1983), Marc Hirt (1986), Nadja Kirschgarten (1979), Andreas Lüthi (1955), Mara Röllin (1998), Eliane Rutishauser (1963), Ursula Scherrer (1966), Bennett Smith (1996), Dorothea Trapp (1964), Georges Wenger (1947), Kerstin Wittenberg (1970), Ying Xu (1975).
«ERNTE-Kunstpreis der Mobiliar» 2024 für Nadja Kirschgarten
Auch dieses Jahr wurde an der «ERNTE»-Vernissage der «ERNTE-Kunstpreis der Mobiliar» als Anerkennung für ein in der Ausstellung gezeigtes Werk überreicht. Der diesjährige Preis ging an die Künstlerin Nadja Kirschgarten (1979) für ihr Werk «Melody». Er ist mit 10’000 Franken dotiert.
Die Jury begründet ihren Entscheid für die Preisvergabe mit den nachfolgenden Betrachtungen:
«Die Künstlerin hat eine ganz eigene Bildsprache von hoher Wiedererkennbarkeit entwickelt. Sie komponiert Körper und Bildräume aus flächigen Elementen. Diese sind kraftvoll durch ihren speziellen Umgang mit Farbe, einer reduzierten Farbpalette bei gleichzeitig hoher Farbintensität. Die Künstlerin beherrscht das Spiel mit Tiefe und Fläche, ebenso das grosse Format. Souverän ist der Bruch mit Konventionen, der Umgang mit Fragen des Figurativen. Die Bildsprache erinnert an die Narration von Comics oder Graphic Novels, das Werk ist dadurch sehr zeitgemäss.
Die Künstlerin umkreist Themen wie Landschaften, Kulturen, Menschen und Tiere. Und es mag kein Zufall sein, dass sich Frauenhand, Männerknie und Tierfuss fast exakt im Bildmittelpunkt treffen – er ist Dreh- und Angelpunkt in einem. Nadja Kirschgarten verortet die Welt, gleichwohl bleibt diese rätselhaft und nur scheinbar harmlos. Sind es Ströme von Milch oder Blut, die sich aus der Brust der Frau über die Erde ergiessen?
Das Bild ist Herausforderung und Aufforderung zugleich. Und die Abstraktion ist keine Abstraktion – sie scheint vielmehr in der Fläche erträumt, eine Art Zeichensprache.»
Nadja Kirschgarten absolvierte ein Masterstudium in Design und Fine Arts an der Hochschule der Künste Bern. Sie lebt und arbeitet in Wagenhausen.
cp
Kontakt:
https://allerheiligen.ch/ausstellungen/ausstellung/ernte-24/
https://www.nadjakirschgarten.com
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Bild: © Nadja Kirschgarten, Melody, 2024, Öl auf Leinwand, https://www.nadjakirschgarten.com
Kommentare von Daniel Leutenegger