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17. Juni 2025

JEFFREY GIBSON – SUZANNE DUCHAMP

Installation (voraussichtlich bis Ende 2026) und Retrospektive (bis am 7. September 2025) im Kunsthaus Zürich

Jeffrey GibsonSweet Love say Where, how and when What do you want of me?, 2025 (Detail)Acryl auf Leinwand, 162,2 × 159,7 × 7,6 cm© Jeffrey Gibson, Foto- Elisabeth Bernstein

Bild: Jeffrey Gibson, Sweet Love say Where, how and when What do you want of me?, 2025 (Detail), Acryl auf Leinwand, 162,2 × 159,7 × 7,6 cm © Jeffrey Gibson – Foto: Elisabeth Bernstein

«JEFFREY GIBSON: BOSHULLICHI / INLƲCHI – WE WILL CONTINUE TO CHANGE»

Mit diesem ersten Auftrag an einen Künstler, ein neues Werk speziell für die Eingangshalle zu schaffen, macht das Kunsthaus Zürich den Eingangsbereich zu einem vollwertigen Kunstraum – offen für alle und kostenlos zugänglich. Damit erfüllt sich Chipperfields Idee eines öffentlichen Raums unter Dach: ein Ort der Begegnung, der Kunst und der Stadtgesellschaft.

Jeffrey Gibson verbindet westliche Stileinflüsse mit nordamerikanischen indigenen Traditionen und entwickelt daraus eine eigenständige Ästhetik, die kulturelle Grenzen hinterfragt und tradierte Denkmuster aufbricht. Für das Foyer des Chipperfield-Baus hat der Künstler nun sein erstes Werk in situ geschaffen – eine ortsspezifische Installation, die den öffentlichen Raum mit seiner künstlerischen Sprache neu definieren soll.

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet Gibson an der Schnittstelle von Malerei, Installation, Video und Performance. Leuchtende Farben, komplexe Muster, Texte, gefundene Objekte und Klang verschmelzen dabei zu vielschichtigen Kompositionen, die globale Historien aufgreifen und zugleich die Grenzen zwischen Kunsthandwerk und bildender Kunst bewusst verwischen.

Für Gibsons erste Ausstellung in einem kontinentaleuropäischen Museum – nach der gefeierten Einzelausstellung für den US-Pavillon bei der 60. Biennale von Venedig 2024 und vor der Enthüllung eines neuen Fassadenbildes am Metropolitan Museum in New York im September 2025 – hat der Künstler nun eine eigens auf das Foyer Haefner des Chipperfield Baus zugeschnittene Installation entwickelt. Seine Raumgestaltung vereint Malerei, Skulptur, Siebdruck, Perlenstickerei, Keramik und Textilien zu einem Ensemble – ein immersives Gesamtkunstwerk, das auch performativ aktiviert werden kann. Mit seinem Formenrepertoire und den Materialien, die er verwendet, bezieht sich Gibson auf nordamerikanische indigene Traditionen: von der Weberei und Perlenstickerei bis hin zu Keramik und Korbflechterei. Sein Interesse an Schmuck und Kleidung als skulpturale Objekte zeigt sich im Einsatz von Fransen, Bändern und Schellen, die auf die historische und zeitgenössische Ästhetik von Tänzen der indigenen Bevölkerung Nordamerikas oder von Powwow-Regalien verweisen. Diese Materialien werden auf bemalten Leinwänden, Skulpturen und ganzen Gebäuden aufgeschichtet. In der dichten Interaktion von Mustern, Farben und Texten lotet Gibson die formalen Möglichkeiten geometrischer und gestischer Abstraktion aus.

Der Zugang zum Foyer Haefner und zur Installation von Jeffrey Gibson ist kostenlos – damit will das Kunsthaus Zürich ein Versprechen einlösen, welches mit dem neuen Kunsthaus verbunden ist: Ein «Stadtplatz», auf dem sich Menschen aus der ganzen Stadt treffen und kostenlos Kunst geniessen können. Die Installation wird voraussichtlich bis Ende 2026 zu sehen sein.

Jeffrey Gibson (geboren 1972 in Colorado Springs, CO, lebt und arbeitet in New York) ist Künstler, Kurator und Pädagoge. Er wuchs in grossen urbanen Zentren der Vereinigten Staaten, Deutschlands, Koreas und Grossbritanniens auf. Er gehört der Mississippi Band of Choctaw Indians an und stammt von Cherokees ab. 1995 absolvierte Gibson seinen Bachelor of Fine Arts in Malerei an der School of the Art Institute of Chicago, und 1998 seinen Master of Arts in Malerei am Royal College of Art, London. Die Präsentation im Kunsthaus Zürich wurde von Abigail Winograd kuratiert, einer unabhängigen Kuratorin und Autorin, die zurzeit als Co-Direktorin und Chefkuratorin der Pueblo Unido Gallery tätig ist. Sie hat Jeffrey Gibsons Ausstellung für den US-Pavillon an der 60. Biennale von Venedig 2024 co-kuratiert.

khz

Kontakt:

https://www.kunsthaus.ch

Jeffrey Gibson, boshullichi / inlʋchi – we will continue to changeAusstellungsansicht Kunsthaus Zürich, 2025Installation view Kunsthaus Zürich, 2025© Jeffrey Gibson, Photo: Franca Candrian, Kunsthaus ZürichKUNST FÜR ALLE

Bild: Jeffrey Gibson, «boshullichi / inlʋchi – we will continue to change», Ausstellungsansicht Kunsthaus Zürich, 2025 – Foto: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich

«SUZANNE DUCHAMP, RETROSPEKTIVE»

Ausstellung im Kunsthaus Zug, bis am 7. September 2025

Das Kunsthaus Zürich widmet Suzanne Duchamp derzeit die erste umfassende Retrospektive. Ihre Verschränkungen poetischer Bildtitel wie «Fabrik meiner Gedanken» mit grafisch einprägsamen und dennoch minimalistischen Kompositionen haben Kunstgeschichte geschrieben und inspirieren bis heute. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu einer der bekanntesten Künstlerfamilien ist ihr Werk bisher einer breiten Öffentlichkeit weitgehend verborgen geblieben. Die Ausstellung mit aussergewöhnlichen Leihgaben aus renommierten und privaten Sammlungen rückt Duchamp nun ins verdiente Rampenlicht.

Die Dadaistin und Malerin Suzanne Duchamp (1889, Blainville-Crevon – 1963, Neuilly-sur-Seine) hinterliess ein vielfältiges Werk, das sich in namhaften Sammlungen findet, aber vor allem unter Kennerinnen und Kennern geschätzt wird. Sie war damals eng mit den Avantgardebewegungen ihrer Zeit verbunden und prägte die Kunstgeschichte mit eigenen Ansätzen. Als Schwester von Marcel Duchamp, Raymond Duchamp-Villon und Jacques Villon war sie in engem Austausch mit ihren Brüdern. 1919 heiratete sie den Schweizer Künstler Jean Crotti, mit dem sie bis zu dessen Tod immer wieder kooperierte und von dem das Kunsthaus Zürich Schlüsselwerke besitzt. Die letzte bedeutende Ausstellung zu beiden fand 1983 im Centre Pompidou in Paris in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bern statt – höchste Zeit also, Suzanne Duchamps Schaffen in neuer Tiefe zu würdigen.

Die Retrospektive vereint Duchamps Dada-Werke mit ihren früheren und späteren Schaffensphasen. Gastkuratorin Talia Kwartler hat sich viele Jahre intensiv mit Duchamp befasst und zu dieser Künstlerin am University College London promoviert. 2024 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Universität Zürich zum Thema Frauen in der Dada-Bewegung. Kwartlers Engagement ermöglichte es, die geplante Präsentation gemeinsam mit Kunsthaus Kuratorin und Dada-Expertin Cathérine Hug zu einer erstmals dieser Künstlerin gewidmeten Retrospektive auszubauen.

khz

Kontakt:

https://www.kunsthaus.ch/

Bilder von Werken von Suzanne Duchamp:


Leider hat ch-cultura.ch nicht die finanziellen Mittel, um die entsprechenden Urheber:innenrechts-Abgaben an ProLitteris zu bezahlen.

Kostenlos können Werke von Suzanne Duchamp derzeit u.a. hier betrachtet werden:

https://www.kunsthaus.ch/besuch-planen/ausstellungen/suzanne-duchamp

Suzanne Duchamp

https://www.wikiart.org/de/suzanne-duchamp

#KunsthausZürich #JeffreyGibson #AbigailWinograd #SuzanneDuchamp #TaliaKwartler #CathérineHug #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 17. Juni 2025
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Museum, Ausstellung, Galerie

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Daniel Leutenegger

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