Der am 11. August 1943 in Amriswil (TG) geborene Schweizer Chorleiter, Dirigent, Pädagoge und Musiker Karl Scheuber (Bild) ist am 25. Oktober 2026 gestorben. Scheuber studierte Klavier, Schul- und Kirchenmusik in Winterthur, Zürich und Herford. 2001 zeichnete ihn der Kanton Zürich mit der Goldenen Ehrenmedaille aus in Anerkennung seiner Verdienste als Dirigent und Didaktiker. In der Begründung hiess es: «Karl Scheuber hat das Zürcher Musikleben in den vergangen Jahren wesentlich mitgeprägt und zählt heute zu den meist beachteten Chorleitern der Schweiz. Er ist Kulturvermittler in doppeltem Sinn: als Dirigent, der dem Publikum neben bekannten Werken immer wieder musikalische Raritäten und Kompositionen neueren einheimischen Schaffens nahebringt, aber auch als Musikpädagoge, der das Talent angehender Schulmusikerinnen, Choristen und Dirigierenden in Wert zu setzen und ihr Sensorium für die Vokalmusik hervorragend zu schärfen vermag.» Unter den vielen Engagements von Scheuber erreichte eines besondere Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit: der Schmaz (Schwuler Männerchor Zürich), den er 1990 mitgründete.

Bild: Karl Scheuber anlässlich eines Konzerts in der Tonhalle Zürich im April 2000 – Foto: zVg
«Carletto» bleibt als Chorleiter, Dirigent, Pädagoge und Musiker unvergessen
Der in Hefenhofen aufgewachsene Karl Scheuber prägte als Chorleiter, Dirigent und Pädagoge die Zürcher Musikszene. Mit 24 Jahren gründete er den Zürcher Singkreis, und 1990 auch den Schwulen Männerchor Zürich (Schmaz). Er starb am 25. Oktober im Alter von 83 Jahren.
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Mit 24 Jahren gründete er den Singkreis der Engadiner Kantorei Zürich, den heutigen Zürcher Singkreis. «Ein Laienchor, den Carletto zu grosser Resonanz führte», sagt Erich Singer über seinen Freund. Dieser habe sich regelmässig auch mit dem Lehrergesangverein Zürich, dem Kammersprechchor Zürich und dem Basler Kammerchor präsentiert und dabei einen Schwerpunkt auf die Musik des 20. Jahrhunderts und auf musikalische Besonderheiten und Raritäten gelegt. Dazu zählten zahlreiche Uraufführungen oft höchst anspruchsvoller Werke. «Ich wollte von Anfang an ein grosses, breites Spektrum an Musik machen. Bei klassischer Musik zentriert, aber eine grosse Bandbreite abdecken», beschrieb Scheuber sein Schaffen.
Manuel Nagel
Karl Scheuber ist tot: «Es brauchte manchmal auch Mut»
Der Gründer des Schwulen Männerchors Zürich ist am 25. Oktober gestorben. Mit seinem Chor suchte er bewusst Bühnen, auf denen das Publikum keine schwulen Sänger erwartete.
Der bekannte Schweizer Dirigent und Chorleiter Karl Scheuber ist tot. Der Rezipient der Goldenen Ehrenmedaille des Kantons Zürich starb am 25. Oktober, wie der von ihm gegründete Schwule Männerchor Zürich (Schmaz) mitteilte.
Scheuber war unter anderem Dozent für Schul- und Kirchenmusik sowie Dirigieren an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). Im Jahr 1967 gründete er den Zürcher Singkreis, im Jahr 1990 den Schmaz. Den Schwulen Männerchor rief er ins Leben, nachdem er im Jahr zuvor am Zürcher Christopher Street Day einen schwulen Chor aus Köln gehört hatte, wie der Schmaz schreibt. «Mit hohem musikalischem Anspruch, Haltung und Selbstbewusstsein verlieh Karl dem Schmaz eine Stimme.»
Fabio Lüdi
https://www.tagesanzeiger.ch/chorleiter-karl-scheuber-gruender-des-schmaz-gestorben-912411091117
Audio / Video:
Radio SRF 2 Kultur, «Musik für einen Gast», 17.04.2005
Stephan Mester im Gespräch mit Karl Scheuber
Radio SRF, «Volksmusik-Brunch» vom 20.11.2011
Gast: Dirigent und Dozent Karl Scheuber
Singkreis der Engadiner Kantorei: Stille Nacht, heilige Nacht
https://www.youtube.com/watch?v=EhGRUjIeKHg
Fernsehen DRS / SRF, «Schweiz aktuell», 15.01.1993
Vereine: SCHMAZ, Schwuler Männerchor Zürich
Mehr:
https://www.hommages.ch/de/traueranzeige/karl-scheuber
https://trauer.nzz.ch/traueranzeige/karl-scheuber
https://www.facebook.com/karl.scheuber/?locale=de_DE
https://www.linkedin.com/in/karl-scheuber-2932b715
https://intern.zhdk.ch/?108844
https://schwulengeschichte.ch/epochen/9-selbstverstaendlich-sichtbar/schmaz/erste-jahre/gruendung
#KarlScheuber #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger