Ausstellung im Fotomuseum Winterthur, vom 28. Februar bis am 14. Juni 2026

Bild: Paul Mpagi Sepuya, Darkroom Mirror (_2070386), 2017 © Paul Mpagi Sepuya
Der US-amerikanische Fotograf und Künstler Paul Mpagi Sepuya verbindet in seinen Porträt- und Studiofotografien sinnliche Nähe mit visueller Präzision. Im geschützten Raum des Studios schafft er vielschichtige Kompositionen, die zusammen mit Menschen aus seinem kreativen und queeren Umfeld entstehen. Dabei legt er die fotografische Anordnung selbst offen – und zieht die Betrachter:innen in ein lustvolles Wechselspiel aus Sehen und Begehren.
Durch die gezielte Anordnung von Spiegeln, Stoffen und Studiorequisiten entsteht ein Spiel zwischen Sichtbarmachen und Verbergen: Körper und Blicke treten miteinander in Beziehung, werden gespiegelt, gebrochen und fragmentiert, vervielfacht und zu neuen Konfigurationen verwoben. Nichts im Bild ist nachträglich manipuliert: Jede Fotografie entsteht als präzise Komposition im Studio vor dem Kameraobjektiv und fixiert einen einzigen, im Raum verdichteten Moment.
«Sepuya setzt Körper, Blicke und Objekte in ein dynamisches Beziehungsgeflecht: Seine Fotografien entstehen nicht isoliert, sondern durch freundschaftliche Begegnungen und gemeinschaftliche Arbeitsprozesse. Das Studio ist somit nicht bloss fotografischer Produktionsort, sondern ein sozialer Ort. So unterläuft Sepuya klassische Porträtkonventionen und verhandelt fortlaufend die Bedingungen fotografischer Sichtbarkeit. Die im Bild häufig präsente Kamera lenkt den Blick schliesslich auf uns zurück und bezieht die Betrachter:nnen in seine künstlerische Vision ein, die etablierte und normierte Bild- und Blickordnungen taktisch navigiert und verschiebt.», schreibt das Fotomuseum Winterthur zur Ausstellung.
Das Fotomuseum Winterthur zeigt die erste umfangreiche Einzelausstellung von Paul Mpagi Sepuya in der Schweiz. Sie vereint frühe und neuere Werkserien sowie umfangreiches Ephemera-Material aus der privaten Sammlung des Künstlers. Die Ausstellung gliedert sich entlang der Räume Studio, Archiv und Dark Room und entsteht in Zusammenarbeit mit dem Sprengel Museum Hannover. Für das Fotomuseum Winterthur wird sie gemeinsam mit Christopher A. Nixon kuratiert.
Biografie
Paul Mpagi Sepuya (1982, San Bernardino, Kalifornien / USA) lebt und arbeitet als Künstler und Fotograf in Los Angeles. Er ist Associate Professor in Media Arts an der University of California San Diego. 2004 erhielt er einen BFA an der Tisch School of the Arts der New York University und 2016 einen MFA in Fotografie an der University of California, Los Angeles. Seine Werke werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter bei Nottingham Contemporary (2024), dem Contemporary Art Museum St.Louis (2019), Foam (2018) und dem MoMA (2018). Seine Arbeiten befinden sich zudem in internationalen Sammlungen, darunter dem Guggenheim Museum, dem MoMA, der Tate London, dem Whitney Museum of American Art sowie dem Stedelijk Museum. Sepuya wird von der Galerie Peter Kilchmann (Zürich und Paris), Vielmetter Los Angeles (Los Angeles), DOCUMENT (Chicago und Lissabon) sowie der Bortolami Gallery (New York) vertreten.
fmw
Kontakt:
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Kommentare von Daniel Leutenegger