Mit der Wiedereröffnung des Museums Langmatt in Baden wird dieses Jahr auch die Ausstellungsreihe «Raumfahrt» fortgesetzt. Seit 2017 zeigt das Format junge Schweizer Gegenwartskunst in den ehemaligen Kellerräumen des Museums und erschliesst dabei neue Perspektiven auf die Langmatt jenseits der historischen Wohnräume. Neu ergänzt ein ehemaliger Trocknungsraum die Ausstellungsflächen für zeitgenössische Kunst (Bis am 27. September 2026).

Bild: Nefeli Chrysa Avgeris, «Songs from within», 2023, Video, 13:03 min
Die achte Ausgabe von «Raumfahrt» versammelt Arbeiten von Nefeli Chrysa Avgeris (1993, Basel), Paula Santomé (1994, Spanien, lebt in Basel) und Sina Schöpf (*1994, Bern). Im Zentrum steht das Thema Intimität – ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das in einer digitalisierten und zunehmend individualisierten Gesellschaft zugleich sichtbarer und fragiler geworden ist. Zwischen digitaler Nähe, gesellschaftlichem Wandel und neuen Formen des Zusammenlebens fragt die Ausstellung danach, wie Intimität heute erlebt und verhandelt wird.
Sina Schöpf zeigt eine begehbare Zeltinstallation, die Schutz und Verletzlichkeit zugleich thematisiert. Der schmale, fragile Raum erinnert sowohl an sakrale Architektur als auch an provisorische Behausungen und verweist auf existentielle Formen von Nähe und Unsicherheit. Fotografische Arbeiten von aufgetürmten Zuckerrüben ergänzen die Installation und verschieben die Wahrnehmung von Innen- und Aussenraum.
In der Videoarbeit «Songs from within» entwickelt Nefeli Chrysa Avgeris eine poetische Bild- und Klangwelt rund um Körper, Stimme und Wasser. Inspiriert von den Sirenen der griechischen Mythologie zeigt der Film Figuren, die sich zwischen Verbundenheit, Fremdheit und vorsprachlicher Kommunikation bewegen.

Bild: Paula Santomé, «Some Days Belong to the Prey», 2025, handgefertigte Aluminiumprägung, 60 x 270 x 280 cm
Paula Santomé präsentiert im neu erschlossenen Trocknungsraum die Arbeit «Some Days Belong to the Prey». Ein Relief aus gravierten Aluminiumplatten greift mythologische Erzählungen von Verfolgung und Kontrolle auf und reflektiert Machtverhältnisse, Gewalt und die Ambivalenz
des Hauses als Ort von Schutz und Bedrohung.
Die Ausstellung macht deutlich, dass Intimität immer auch mit Verletzlichkeit verbunden ist – als Raum von Nähe und Geborgenheit ebenso wie von Abhängigkeit und Unsicherheit.
Kuratorin: Daniela Minneboo
ml
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Bild: Sina Schöpf, «Zelt», 2026, Zeltstoff, Zeltstangen, Sockel, Schnur, 490 x 225 x 265 cm
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger