Ausstellung in der Zentralbibliothek Zürich, Schatzkammer, bis am 13. Juni 2026

Bild: Entwurf für das Wandbild im Café Select in Zürich, 1935, Gouache auf Malkarton, 23 × 27,5 cm © Robert S. Gessner Kunststiftung, Peter Schälchli

Bild: Komposition im Goldenen Schnitt, 1963, Öl auf sandgestrahlter Holzplatte, 50 × 30,5 cm © Robert S. Gessner Kunststiftung, Peter Schälchli
Der Maler, Grafiker und Kunstlehrer Robert S. Gessner (1908–1982) wurde zum zürcherischsten der Zürcher Konkreten hochstilisiert und als Stadtidylliker verharmlost. Die aktuelle Ausstellung «Robert S. Gessner – romantisch und konstruktiv» in der Schatzkammer der Zentralbibliothek Zürich würdigt den Künstler mit der ersten institutionellen Einzelausstellung in der Schweiz.
Die 130 Reliefs, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Collagen der Robert S. Gessner Kunststiftung sollen dereinst die bestehende Gessner-Sammlung der Zentralbibliothek ergänzen.
Anhand von 55 Kunstwerken, begleitet von seltenen Dokumenten aus dem Robert S. Gessner Archiv, veranschaulicht die Ausstellung in einer gültigen Auswahl die Entwicklung eines der vielfältigsten abstrakten Maler des 20. Jahrhunderts. In zwölf Kapiteln kann aufgezeigt werden, wie Gessner die wichtigsten Strömungen der Avantgarde reflektierte – vom Postkubismus über den Surrealismus und den Konstruktivismus bis zur Schule der Zürcher Konkreten.

Bild: Venus y Marte (Zürich/Ibiza), 1966, Öl auf Pavatex, 50 × 31 cm © Robert S. Gessner Kunststiftung, Peter Schälchli
Aber auch mit der Op-Art, der kinetischen Kunst und dem Informel setzte sich der wissensbegierige Maler, Grafiker und Lehrer an der Kunstgewerbeschule Zürich auseinander. Seit Mitte der 1950er-Jahre brachte Gessner eine eigenständige Bildsprache hervor, die er in über 100 Ausstellungen und in sieben im Eigenverlag herausgegebenen Arbeitsheften dokumentierte.

Bild: Grosses Omega II (Zürich), 1971, Öl auf Leinwand, 70 × 70 cm © Robert S. Gessner Kunststiftung, Peter Schälchli
Der gesamte Nachlass des Künstlers, der von der Witwe Selma Gessner-Bührer an die Arteba Galerie in Zürich verkauft worden war, gelangte im Jahr 2007 in die Galleria il Tesoro in Altendorf. An die 2’000 Reliefs, Gemälde, Aquarelle, Collagen, Zeichnungen, Multiples und Grafiken wurden neu katalogisiert, fotografiert und in einer Bilddatenbank zugänglich gemacht.
Das Archiv RSG enthält Skizzenhefte, Texte zur Kunst, Briefe, Fotografien und Ausstellungsdokumente. Im Jahr 2011 gründete Ueli Eberhart die Robert S. Gessner Kunststiftung. Zusammen mit Eugen Gomringer organisierte er zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, mit dem Ziel, das Werk Gessners einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.
Zur Ausstellung erscheint ein Bildband, der die 130 Werke der Stiftung, nebst sorgfältig edierten Künstlertexten, erschliesst und abbildet; mit Beiträgen von Robert S. Gessner, Gottfried Honegger und Bernhard von Waldkirch, herausgegeben von der Robert S. Gessner Kunststiftung.
Erarbeitet wurde die Ausstellung durch den Gastkurator Bernhard von Waldkirch, ehemals Kurator der Grafischen Sammlung im Kunsthaus Zürich. Ein vielfältiges Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung.
zbz
Kontakt:
https://www.zb.uzh.ch/de/exhibits/robert-s-gessner-romantisch-und-konstruktiv

Bild: Anstieg II A (Ibiza), 1972, Öl auf Leinwand, 50 × 50 cm © Robert S. Gessner Kunststiftung, Peter Schälchli
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Kommentare von Daniel Leutenegger