Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen, Stadtpark, bis am 21. März 2027

Bild: Verena Merz, Metro, 1987
Das Kunstmuseum St.Gallen widmet Verena Merz (1959–1990) eine Kabinettausstellung und würdigt damit das bemerkenswerte Schaffen der früh verstorbenen St.Galler Künstlerin. Mit Humor und spielerischer Energie verband die in Paris ausgebildete Malerin fabelhafte Tierwesen, Schrift, abstrakte Formen und Motive des zeitgenössischen Alltags zu einer eigenständigen Bildsprache voller Bewegung, visueller Spannung und überraschender Wendungen.
Merz’ Werke entfalten sich als offene Erzählräume, in denen Alltägliches und Imaginäres ineinandergreifen. Menschliches und Tierisches verschränken sich zu hybriden Wesen, während Schrift und Wortspiele zusätzliche Bedeutungsebenen eröffnen. Geschichten werden angedeutet, überlagern sich und entziehen sich wieder. Immer wieder schwingt dabei ein zivilisationskritischer Blick mit.
Ihr Schaffen zeugt von einer grossen Offenheit gegenüber unterschiedlichen kulturellen und visuellen Einflüssen. Mythologische Motive und Vorstellungen vom «Urzustand» des menschlichen Daseins fanden ebenso Eingang in ihr Werk wie die moderne Lebens- und Medienwelt.
Die Ausstellung vereint Gemälde, Tuschezeichnungen und grossformatige Papierarbeiten aus den Jahren 1987 bis 1989. Die Arbeiten auf Kraftpapier entfalten eine unmittelbare visuelle Energie, geprägt von Dynamik, Witz und spielerischer Leichtigkeit. In den Mischtechniken auf Leinwand verbinden sich Farbe, Form und unterschiedliche Materialien zu reich strukturierten, vielschichtigen Oberflächen.
Eine umfangreiche Reihe kleinformatiger Tuscheskizzen wiederum verdeutlicht Merz’ ausgeprägtes zeichnerisches Können und ihre Begabung als visuelle Geschichtenerzählerin. In erzählerisch verdichteten Szenen zeigt sich ihr wacher Blick für Figuren und Gesten. In ihrer Vielfalt eröffnen die Werke von Verena Merz Einblicke in eine Bildwelt, die zwischen Alltag, Vorstellungskraft und kritischer Beobachtung in Bewegung bleibt.
Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass der Künstlerin.
Kuratorin: Henna Keski-Mäenpää

Bild: Verena Merz im Atelier, 1989, Foto: Hans Krensler
Biografie
Verena Merz wurde 1959 in St.Gallen geboren. Nach einer Ausbildung zur Primarlehrerin studierte sie ab 1980 Ethnologie, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Zürich. Daneben besuchte sie Malkurse in Florenz und hielt sich mehrere Monate für Malstudien in Indien und Sri Lanka auf. 1983 wechselte sie an die École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris, wo sie 1987 ihr Malereistudium abschloss. Studienaufenthalte führten sie nach New York, Berlin, Florenz und Ägypten.
Ab 1988 arbeitete Merz als freischaffende Künstlerin in St.Gallen. Ihre Werke wurden in Einzelausstellungen unter anderem in Chur, St.Gallen, Zürich und Paris gezeigt. 1990 kam Verena Merz im Alter von 30 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Obwohl sie früh verstarb, hinterliess Verena Merz ein umfangreiches Œuvre, das auch posthum in zahlreichen Ausstellungen präsentiert wurde, unter anderem in der Ziegelhütte in Appenzell (1990), im Eisenwerk in Frauenfeld (1991) und im Kunstmuseum St.Gallen (2009/2010).
kmsg
Kontakt:
https://www.kunstmuseumsg.ch/ausstellungen/verena-merz
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Kommentare von Daniel Leutenegger