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8. Dezember 2010

GDI IMPULS und der «Workstyle»

Den «Workstyle» beschreibt das renommierte Wissensmagazin GDI Impuls in seiner aktuellen Ausgabe 4/2010. Denn die Arbeit erobere sich gerade den Platz im Zentrum unseres Lebens zurück, den sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren hatte. Und die Freizeitgesellschaft – werde arbeitslos.

Die Grenzen, die frühere Generationen zwischen «Arbeit» und «Leben» gezogen haben, verschwimmen. Das ist im «Age of Less» aus der Not geboren: Der Einzelne wird viel mehr leisten müssen, um seinen heutigen Standard zu halten.

Aber es ist auch der menschlichen Natur geschuldet: Seine Fähigkeit, etwas zu leisten, hat dem Menschen stets geholfen, sich durchzusetzen. Entscheidend, so GDI-Präsident David Bosshart in einem Grundsatzbeitrag, «ist derzeit die Kombination aus Not und Natur: Wenn die Menschen evolutionär überleben wollen, müssen sie sich als tätige Wesen definieren.» Die daraus entstehende Tätigkeitskultur werde die rein hedonistische Lifestyle-Orientierung ablösen.

Die Entgrenzungen zwischen den einst klar getrennten Welten von Arbeit und Leben zeichnen mehrere Beiträge der «Workstyle»-Ausgabe von GDI Impuls nach – etwa das Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit, zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit, zwischen Erwerbstätigkeit und Ruhestand und zwischen Innen- und Aussenwelt von Unternehmen.

Die potenzielle Allgegenwart des einst räumlich und zeitlich festgelegten Arbeitsplatzes wird, so der Kognitionswissenschaftler Norbert Streitz, zu einer Allgegenwart der Infrastruktur führen: Alle Technik, die wir zum Arbeiten benötigen, werde «im Hotelzimmer, in Lounges oder Gasträumen so vorhanden sein wie heutzutage Schreibblock und Stift.» Der Nutzer werde solche Public Devices lediglich personalisieren müssen – also mit einer «persönlichen Aura» versehen.

Ein Ende der «Tonnenideologien» fordert der Schweizer Ökonom Mathias Binswanger in einem Interview in GDI Impuls. Insbesondere in der Wissenschafts- und der Gesundheitsbranche werde «Output, den die Welt nicht braucht» produziert – indem wie in kommunistischen Planwirtschaften Wettbewerbe ohne Markt installiert würden. Ein teurer und sinnloser Irrweg, meint Binswanger: «Wettbewerb ohne Markt ist wie ein Kleid ohne Stoff».

Kontakt:

www.gdi-impuls.ch

GDI Impuls ist zu beziehen über das GDI Gottlieb Duttweiler Institut, E-Mail: daniela.faessler@gdi.ch, Telefon +41’44’724’61’11

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 8. Dezember 2010
  • Bildung und Arbeit

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