24. September 2013
Solothurner Filmtage 2014: «Rencontre» ist Peter Liechtig gewidmet
Das Spezialprogramm «Rencontre» ehrt jährlich eine Persönlichkeit des Schweizer Films und zeigt ausgewählte Werke ihres Schaffens. Das Programm vermittelt einen Einblick in die Arbeit der gewürdigten Person und ermöglicht dem Publikum, ihr in Solothurn zu begegnen. Die «Rencontre» der 49. Solothurner Filmtage vom 23. bis 30. Januar 2014 ist dem Regisseur Peter Liechti (Bild) gewidmet.

Foto: http://www.srf.ch/kultur/film-serien/von-kleinbuergern-und-angsthasen-peter-liechti
Die Solothurner Filmtage ehren den Ostschweizer Regisseur, Autor und Kameramann Peter Liechti mit dem Spezialprogramm «Rencontre». Das Festival präsentiert im Januar 2014 eine Integrale seines Werks.
Mit Peter Liechti ehren die Solothurner Filmtage eine Persönlichkeit des Schweizer Films, die für einen innovativen Tonfall im Dokumentarfilm steht und auf eine lange und bedeutende internationale Karriere zurückblickt.
Ab 1983 schuf der 1951 geborene St.Galler erste Filmexperimente und Filmperformances. Seither hat Peter Liechti fast zwanzig Essays, Experimental- und Dokumentarfilme realisiert, 1997 auch seinen einzigen «klassischen» Spielfilm «Marthas Garten«.
Der internationale Durchbruch gelang Liechti mit »Signers Koffer« (1995), in dem er den Aktionskünstler Roman Signer durch Europa begleitete. Diverse weitere Filme sind in enger Zusammenarbeit mit ihm entstanden, so »Théatre de l’Espérance«, »Tauwetter« oder »Zündschnur«. Für »Kick that Habit«, »Namibia Crossings« oder »Hardcore Chambermusic« arbeitete Peter Liechti mit experimentellen Musikern wie Norbert Möslang, Fredy Studer oder Martin Schütz.
Peter Liechtis Filme wurden an zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt, sein Werk in Retrospektiven u.a. in New York, Rotterdam, Buenos Aires und Wien geehrt.
2009 wurde er für »The Sound of Insects – Record of a Mummy« mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.
Sein neuster Film, »Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern«, wurde auf der Berlinale gezeigt und wird Teil der Solothurner Retrospektive sein.
Peter Liechti wird an den 49. Solothurner Filmtagen persönlich anwesend sein und seine Filme vor Ort präsentieren.
sft
Quelle / Kontakt:
http://www.solothurnerfilmtage.ch/home/page.aspx?page_id=4138
http://www.peterliechti.ch/page.php?de,5,0,0
—
Nachtrag vom 25.9.2013:
Von Kleinbürgern und Angsthasen – Peter Liechtis «Vaters Garten»
Der Filmemacher Peter Liechti hat seine Eltern ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Hat genau hingeschaut, nachgefragt, ausgeharrt. «Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern» heisst sein umwerfender Film, der beim Festival «Visions du Réel» Premiere hatte und jetzt in den Kinos anläuft.
http://www.srf.ch/kultur/film-serien/von-kleinbuergern-und-angsthasen-peter-liechtis-vaters-garten
—
Nachträge vom 26.9.2013:
Ein integriertes Puppentheater skizziert die tieferen Dimensionen des dokumentierten Alltags. So fimt Peter Liechti seine Eltern – ein Meisterwerk.
Esther Fischer-Homberger
http://www.journal21.ch/vaters-garten
Einen Heimatfilm und eine Groteske nennt der Filmemacher seinen Film «Vaters Garten». Heimatfilm dann, wenn Liechti mit der Kamera den Alltag der Eltern beim Frühstück oder im Garten dokumentiert, Groteske, wenn er allzu krasse Dialoge in ein Puppentheater überführt, die Eltern sind dann Hasen, der Protagonist ein Kasperle. Im Gespräch mit Brigitte Häring spricht der Filmemacher Peter Liechti über seine Arbeit an dem Film, seine Auseinandersetzung mit den Eltern und mit einer ganzen, verschwindenden Generation.
Brigitte Häring
http://www.srf.ch/sendungen/reflexe/vaters-garten-k-ein-elternportraet-von-peter-liechti
Nachtrag vom 27.9.2013:
Längerer Besuch des Sohns bei den Eltern
Nach langer Entfremdung und in fortgeschrittenem Alter hat sich der Filmemacher Peter Liechti seinen betagten Eltern wieder angenähert. Und zwar gründlich, in einem beeindruckenden Doppelprojekt von Buch und Film.
Christoph Egger
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/laengerer-besuch-des-sohns-bei-den-eltern-1.18157395
Kommentare von Daniel Leutenegger