Über 250 Kurz- und Langfilme stehen auf dem diesjährigen Programm von Fantoche, das vom 2. bis am 7. September 2025 in Baden stattfindet. In seiner 23. Ausgabe widmet sich das Internationale Festival für Animationsfilm dem Animationsschaffen aus Estland und fragt im Fokus «9 to 5» nach der Bedeutung von Arbeit. An sechs Festivaltagen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, internationalen und nationalen Künstler:innen zu begegnen, einmalige Einblicke in deren Schaffen zu erhalten sowie aktuelle Langfilme aus aller Welt und die neusten Multimedia-Trends zu entdecken. Herzstücke von Fantoche sind der Internationale, der Schweizer und der Kinderfilm-Wettbewerb, dessen Preisverleihung am Sonntag, den 7. September ab 18 Uhr im TRAFO in Baden stattfinden wird.

Bild: © FANTOCHE 2025
Angelehnt an Dolly Partons Klassiker widmet sich der Festivalschwerpunkt «9 to 5» dem Thema Arbeit.
Das von Olga Bobrowska kuratierte Kurz- und Langfilm-Programm beleuchtet kritisch patriarchale sowie kapitalistische Strukturen. Im südkoreanischen Langfilm «Chun Tae-Il» geht der Gewerkschaftler Jeon Tae-il für den Kampf um Arbeitsrechte bis ans Äusserste. «Piercing I» zeigt das Leben von zwei Arbeitslosen in Peking und ist zugleich Freundschaftsgeschichte und Krimi. Das Kurzfilmprogramm «We are the World, we are the Assets» widmet sich den arbeitenden Menschen, die zu blossen Ressourcen im globalen Arbeitssystem reduziert werden. Das Programm «Even a Girl could do it: Stories of Labor, Life and Survival» zeigt Kurzfilme aus feministischer Perspektive. Sie erzählen von schwierigen Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, kreativem Widerstand und dem Streben nach Selbstbestimmung.
Die Ausstellung «Urban Sketchers @ Work» im Gluri Suter Huus hält zeichnerisch die Entwicklung von Wettingen als Arbeitsort fest. Die zusätzlich gezeigten vier Kurzfilme im Programm «Working Class Hero» kuratiert von Fantoche zeigen die Realität eines auf Effizienz getrimmten Arbeitstages. Im Talk «Resisting Grind Culture» wird Animation als Werkzeug des Widerstands gegen patriarchale und kapitalistische Arbeitsstrukturen analysiert.
Auch die jährliche Kollaboration zwischen Fantoche und dem Departement Design der ZHdK nimmt das Fokusthema auf: Die Gruppenausstellung «REFRESH x Fantoche # 4» zeigt Games, Videos und interaktive Installationen zur Arbeit im postdigitalen Zeitalter. Im Talk «24/7 – Work, Work, Work» diskutieren die Teilnehmenden über die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Algorithmen.
Focus Estonia
Der zweite Fokus liegt auf dem Animationsfilmschaffen von Estland. Wie die Schweiz beweist auch Estland, dass künstlerische Höchstleistungen und durchdachte Förderstrukturen die internationale Strahlkraft der Animationskunst stärken können. Filmemacherin Helen Unt und Kunstprofessorin Lilli-Kroot Repnau (Estnische Kunstakademie) haben drei Kurzfilmprogramme kuratiert, die mit Symbolkraft, surrealen Bildern, zeitgenössischer Ästhetik und existenziellen Themen fesseln.
cp
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Kommentare von Daniel Leutenegger