Das Festival Klang Moor Schopfe präsentiert vom 4. bis am 14. September 2025 internationale Klangkunst in einer einzigartigen Kulturlandschaft: Das Appenzeller Hochmoor «Schopfe» am Fuss des Hirschbergs mit seiner spezifischen Tier- und Pflanzenwelt und den charakteristischen kleinen verstreuten Scheunen bildet das räumliche und akustische Umfeld. Zwölf ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Riedgras-Scheunen werden von den eingeladenen Künstler:innen mit ortsspezifischen audiovisuellen Installationen bespielt.

Bild: © Klang Moor Schopfe
Das kleinräumige offene Festivalgelände erlaubt den Besucher:innen, auf einem rund zweistündigen Rundgang die verschiedenen Installationen zu «erwandern». Dabei verbinden sich die künstlerischen Klanginstallationen, die archaische Architektur der Schöpfe und die Moorlandschaft zu einem alle Sinne ansprechenden Gesamtkunstwerk, das ein breites Publikum zu faszinieren vermag.
Künstlerisches Konzept
Das Festival Klang Moor Schopfe will ein vielfältiges Spektrum zeitgenössischer audiovisueller Kunst in einem speziellen geografischen Raum hör- und erlebbar machen. Die eingeladenen nationalen und internationalen Kunstschaffenden setzen sich bei der Kreation der Werke für «ihren» Schopf mit den landschaftlichen Gegebenheiten und der Situation vor Ort auseinander. Die einfachen, zweckmässigen Holzscheunen, die einst als Depot für das Riedgras dienten, prägen die Kulturlandschaft. Die Scheunen sind den im Laufe der Zeit wechselnden Bedürfnissen angepasst worden und bilden architektonische Unikate. Die einfachen, unterschiedlich grossen Innenräume beeinflussen durch ihre Form und ihre Materialität die Akustik.
Viele der Künstlerinnen arbeiten an der Schnittstelle von experimenteller Musik, bildender Kunst und Wissenschaft. Das Festival trägt dieser Interdisziplinarität mit einer Reihe von Veranstaltungen Rechnung, die es ermöglichen, die beteiligten Künstler:innen und ihr experimentelles Schaffen über die präsentierte Installation hinaus kennenzulernen. Dazu gehören Artist Talks, Konzerte, Live-Performances, Video Nights und andere Special Events mit den Künstler:innen.
Der intime Charakter des Festivals und die Anwesenheit der beteiligten Künstler:innen vor Ort erlauben sowohl einen intensiven Austausch unter den beteiligten Künstler:innen als auch direkte Begegnungen zwischen Publikum, lokaler Bevölkerung und Kunstschaffenden. Die Idee des Austauschs und der Begegnung wird durch das vielfältige Angebot von niederschwelligen Veranstaltungen gestützt.
Klang Moor Schopfe ist ein biennales Festival. Die erste Ausgabe fand 2017 statt. Internationale Künstler:innen wie Roman Signer, Albert Oehlen, Dimitri de Perrot, Svetlana Maras, Nika Schmitt, Jacob Kirkegaard, Rie Nakajima, Alvo Noto, Cathy Eck, Cod.Act, Ryoichi Kurokawa, Jan Vorisek und Zimoun liessen sich von der Idee begeistern und bespielten mit einer eigens kreierten Klanginstallation einen der Schöpfe. Mit der vierten Ausgabe 2023, die über 2’500 Interessierte nach Gais lockte, hat sich Klang Moor Schopfe erfolgreich als biennales Festival für audiovisuelle Kunst in der Schweizer Kulturszene etabliert.
Zu den Highlights des diesjährigen Begleitprogramms gehören zweifellos auch die Performances und Konzerte, die Klang Moor Schopfe der Kooperation mit Ostschweizer Kulturinstitutionen verdankt. Sieben renommierte Institutionen, welche die regionale Musik- und Kunstszene prägen, haben einen «Freipass» für die Kuratierung einer Veranstaltung im Rahmenprogramm erhalten. Sie haben so die Möglichkeit, Einblick in ihre Präferenzen und Aktivitäten zu geben, und sie sorgen gleichzeitig für eine Erweiterung des künstlerischen Spektrums und zusätzliche Facetten im Programm von Klang Moor Schopfe.
Es ist dem Festival Klang Moor Schopfe ein grosses Anliegen, den Kontakt zu Exponent:innen der experimentellen Musikszene anderer Schweizer Regionen, insbesondere der Westschweiz, zu pflegen. Dazu gehört, dass jeweils ein ähnlich ausgerichtetes Festival, ein Musikclub oder ein Veranstaltungsort eine Carte Blanche für die Kuratierung eines Abends erhält. 2025 ist es das Lausanne Underground Film & Music Festival LUFF.
Das spartenübergreifende Avantgarde-Festival stellt sich in einem Panel-Gespräch und mit Sound-Performances von ausgesuchten experimentellen Formationen vor: Zu hören sind das Lausanner Duo Big Pharma, eine Solo-Performance der experimentellen Dudelsack- und Drehleier-Virtuosin Lise Barkas aus Strassburg sowie von Terrine, dem Soloprojekt der französischen Nuke-Musikerin Claire Gapenne.
Für Idee, Konzept und Kuratierung des Festivals Klang Moor Schopfe zeichnet der Musiker und Tonkünstler Patrick Kessler aus Gais verantwortlich.
cp
Kontakt
https://www.klangmoorschopfe.ch/de/2025/festival

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Kommentare von Daniel Leutenegger