24. Januar 2026
SOLOTHURN: JURYPREIS «VISIONI» FÜR «NESSUNO VI FARÀ DEL MALE» VON DINO HODIC
An der «Notte delle Visioni» der 61. Solothurner Filmtage wurde im Stadttheater Solothurn am 24. Januar 2026 «Nessuno vi farà del male» von Dino Hodic (Bild) mit dem Jurypreis «Visioni» ausgezeichnet. Für den Preis, der Erst- und Zweitfilme würdigt, waren insgesamt sechs Filme nominiert. Der Preis ist mit 20’000 Franken dotiert.

Bild: Dino Hodic – Foto: © https://www.solothurnerfilmtage.ch/de/cinema-suisse/filmschaffende/dino-hodic
In seinem Dokumentarfilm «Nessuno vi farà del male» begibt sich der Regisseur dreissig Jahre nach dem Massaker von Srebrenica auf eine intime Reise zu den Wurzeln seiner Identität.
In ihrer Laudatio würdigt die Jury den Film wie folgt:
«Der Film eröffnet mit einem Mann, der in ein Gebiet zurückkehrt, das zugleich Herkunftsort und Bruchstelle ist. Was als Suche nach der eigenen Geschichte beginnt, erweist sich als Weg, auf dem Dino Hodic zum Filmemacher wird, indem er seinem Protagonisten Hasan den notwendigen Raum gibt, auch als Überlebender seine Stimme hörbar zu machen. Durch die subtile Montage von Archivmaterial und aktuellen Bildern gelingt es dem Regisseur, die Geschichte in die Gegenwart zu holen und den Ereignissen, die an ein bestimmtes Land und eine bestimmte Zeit gebunden sind, eine universelle Dimension zu verleihen, die in der heutigen Welt auf erschütternde Weise widerhallt.»
Dino Hodic lebt in der Schweiz und wurde 1987 in Zvornik (Bosnien) geboren. Er ist autodidaktischer Fotograf und schloss 2020 seine Ausbildung als Kameramann am CISA (Conservatorio Internazionale di Scienze Audiovisive) in Locarno ab. Er arbeitet an verschiedenen Projekten als Fotograf und Regisseur und war an der Produktion von Dokumentar- und Kurzfilmen beteiligt.
Der Preis ist mit 20’000 Franken dotiert, Stifter sind die beiden Kulturfonds der Urheberrechtsgesellschaften Suissimage und SSA. Für die 61. Ausgabe hatte die Auswahlkommission einen Spielfilm und fünf Dokumentarfilme nominiert. Insgesamt waren fünf Filme als Premieren zu sehen.
Die Solothurner Filmtage zeichnen mit «Visioni» ein formal oder thematisch bewegendes erstes oder zweites Werk aus. Nominiert werden Langfilme oder mittellange Filme, die für die Programmsektion «Panorama» selektioniert wurden und über 45 Minuten lang sind. Das Genre oder Format spielt dabei keine Rolle, es wird bei der Auswahl aber auf eine Ausgewogenheit zwischen den Genres Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm geachtet.
Die Nominierung der maximal 10 Filme erfolgt auf Empfehlung der Auswahlkommission der Solothurner Filmtage. Eine Jury aus internationalen und nationalen Akteur:innen der Filmbranche sichtet die nominierten Filme während dem Festival und entscheidet, wer den Preis erhält.
Quelle / Mehr / Kontakt:
https://www.solothurnerfilmtage.ch/de/festival/preise-und-jurys/visioni
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Kommentare von Daniel Leutenegger