Die neusten Stellungnahmen des Schweizer Presserats

Beschwerde gegen die «Wiler Nachrichten» abgewiesen:
Abwertend, aber knapp von der Kommentarfreiheit gedeckt
Die «Wiler Nachrichten» haben eine Kolumne ihres Verlegers Christoph Blocher veröffentlicht, in der er über seine Erlebnisse und sein Verhältnis zu Afrika schreibt, das er schon mehrfach bereist habe. Von seinen persönlichen Reiseerfahrungen leitet er im Text über auf den Umgang der «Afrikaner» mit «moderner Technologie», Entwicklungshilfe und Migration, dabei macht er mehrere pauschalisierende Äusserungen.
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https://presserat.ch/news_21_2026/
Beschwerde gegen «Inside Paradeplatz» gutgeheissen:
Körpermerkmale gehören nicht in eine politische Bilanz
Im Artikel «Anna Rosenwasser: Ha ke Ahnig», der auf «Inside Paradeplatz» erschienen ist, bedient sich der Autor ausführlich früherer Selbstbeschreibungen der Nationalrätin Anna Rosenwassers zu ihrer BH-Grösse und verknüpft diese mit einer negativen Bilanz ihrer Parlamentsarbeit. Ihre politische Leistung sei gering. Gleichzeitig macht er abwertende Bemerkungen zu ihren Brüsten: «Rosenwasser trägt schwer an ihnen. 80D seien ihre Masse, klagt sie. Das ist sehr voluminös. lm Autosport wären das 400 PS.»
«Inside Paradeplatz» verteidigt dies mit dem Argument, öffentliche Figuren müssten schärfere Kritik aushalten und die Aussagen dienten der pointierten Beurteilung ihrer Arbeit.
Mehr:
https://presserat.ch/news_22_2026/
Beschwerde gegen «Swissinfo» teilweise gutgeheissen:
Ein einziger Kontaktversuch genügt nicht?
Im Sommer 2024 veröffentlichte «Swissinfo» einen Artikel in deutscher und englischer Sprache zur Magnitski-Affäre; einem russischen Geldwäsche-Skandal internationalen Ausmasses, in dem auch die Schweiz eine wichtige Rolle spielte. Im Zentrum des Artikels steht der Vorwurf, dass die Schweizer Behörden – insbesondere die Bundesanwaltschaft – Ermittlungen zu russischer Geldwäsche unzureichend geführt hätten. Dabei wird unter anderem der von der Bundesanwaltschaft beigezogene Russlandexperte als einer der wichtigen Akteure beleuchtet. Dieser wurde 2019 wegen Vorteilsname im Zusammenhang mit seiner Funktion im Fall verurteilt, da er sich zu teuren Jagdausflügen in Russland einladen liess. Er wird im Artikel mit vollem Namen genannt und es werden schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben.
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https://presserat.ch/news_23_2026/
Beschwerde gegen «RSI» gutgeheissen:
Heikle Themen erfordern erhöhte Wachsamkeit und äusserste Vorsicht
Der Schweizer Presserat hat die Beschwerde gegen RSI wegen eines Beitrags gutgeheissen, der am 8. November 2024 im Telegiornale von 20 Uhr ausgestrahlt wurde und die Ausschreitungen am Rande des Europa-League-Spiels zwischen Ajax und Maccabi Tel Aviv in Amsterdam betraf.
Der Kern der Beschwerde betrifft die Rekonstruktion der Ereignisse im Beitrag, in deren Mittelpunkt die Schilderung eines antisemitischen Angriffs auf israelische Fans steht. Nach Auffassung des Beschwerdeführers hat der Sender einen wesentlichen Teil des Geschehens verschwiegen: die Provokationen der Maccabi-Anhänger in den Tagen vor und während des Spiels. Diese Elemente hätten, wären sie berücksichtigt worden, ein anderes Bild ergeben: gegenseitige Gewalt im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt und nicht einen einseitigen Angriff mit antisemitischem Hintergrund.
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https://presserat.ch/news_24_2026/
| Ausserdem: |
| Weitere Entscheide |
| Auf der Website des Presserats sind weitere Stellungnahmen veröffentlicht worden: X. c. «TVO» (abgewiesen) Hochreutener c. «St. Galler Tagblatt» (teilweise gutgeheissen) X. c. «Basler Zeitung» (gutgeheissen) X. c. «Tages-Anzeiger» (teilweise gutgeheissen) |
Kontakt:
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Kommentare von Daniel Leutenegger