Im Jahr 2024 wurde mit fast 70’000 Kulturunternehmen in der Schweiz ein neuer Höchstwert erreicht. Dies ist 27% mehr als 2011. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wuchs die Anzahl Unternehmen in der Gesamtwirtschaft um 16 Prozent. Die Anzahl der Beschäftigten im Kultursektor ging 2024 hingegen zurück, ebenso die Grösse der Kulturunternehmen. Dies sind einige der neuen Ergebnisse der Statistik der Kulturwirtschaft des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Karte: Kulturwirtschaft, 2011 – 2024, Kulturbetriebe nach Gemeinden – Beschäftigte – Quelle: Statistik der Kulturwirtschaft; STATENT – © BFS 2026, https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/aktuell/neue-veroeffentlichungen.assetdetail.36794776.html
Die Anzahl der Kulturunternehmen belief sich 2024 auf 69’441. Dies ist eine Zunahme um 1,8% im Vergleich zum Vorjahr und ein neuer Höhepunkt seit dem ersten Statistikjahr 2011. Gegenüber zu 2019, also vor der Covid-19-Pandemie, zählte die Schweiz 7,2% mehr Kulturunternehmen – und ein Viertel mehr als 2011. In der Gesamtwirtschaft stieg die Anzahl Unternehmen seit 2011 um 15,6%. Auch gemessen an ihr werden die Kulturunternehmen immer mehr: Stellten sie 2011 noch 9,8% aller Unternehmen, waren es 2019 10,5% und 2024 10,7%.
Kulturerbe und Darstellende Künste im Aufwind
Die Anzahl Kulturunternehmen entwickelte sich je nach Bereich sehr unterschiedlich. Die Zunahme zwischen 2023 und 2024 war im Kulturerbe (+3,8% Unternehmen) und in den Darstellenden Künsten (+3,3%) deutlich, in den Kreativbereichen Audiovision und Multimedia (+6,5%) sowie Werbung (+6,3%) sogar markant. Im Kunsthandwerk ging die Anzahl Unternehmen leicht zurück (-0,6%), während sie im Bereich Buch und Presse deutlich abfiel (-3,1%). In Letzterem zählte man 2024 sogar 12,3% weniger Unternehmen als noch 2019, wobei dieser Wert bereits seit 2015 kontinuierlich sank.
Anzahl Beschäftigte nimmt ab
Trotz mehr Unternehmen verringerte sich 2024 die Anzahl der Beschäftigten im Kultursektor: Mit 241’025 wurden zum ersten Mal seit 2020 weniger Stellen verzeichnet als im Vorjahr (-0,9%). Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, in der die Anzahl Beschäftigte seit 2011 stärker zunahm, beobachtet man eine langsame Schrumpfung des Kultur-Anteils: 2011 stellte der Kultursektor noch 4,7% aller Beschäftigten, 2019 waren es 4,4%, und 2024 4,2%, trotz steigender Anzahl Kulturunternehmen.
Die immer zahlreicheren Unternehmen im Kultursektor werden somit immer kleiner. Zählte ein Kulturunternehmen 2011 im Schnitt 4,1 Beschäftigte, waren es 2024 noch 3,5. Die Vollzeitäquivalente (VZÄ) pro Kulturunternehmen gingen in der gleichen Periode von 2,9 auf 2,3 zurück. Beide Werte blieben in der Gesamtwirtschaft über diesen Zeitraum weitgehend stabil.
Quelle / Mehr:
https://www.bfs.admin.ch/news/de/2026-0198
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Kommentare von Daniel Leutenegger