Der Regierungsrat des Kantons Glarus vergibt fünf Beiträge aus dem Kulturfonds an kulturelle Projekte und Veranstaltungen. Zudem verleiht er den Förderbeitrag 2026 für Kulturschaffende an Dafi Kühne (Bild).

Bild: Grafikdesigner Dafi Kühne erhält den Förderpreis 2026 des Kantons Glarus – Foto: © Atelier Dafi Kühne
Die Kulturkommission des Kantons Glarus entscheidet gemäss Kulturförderungsgesetz über Gesuche für einen Beitrag aus dem Kulturfonds bis 10’000 Franken in eigener Kompetenz. Sie befand über die in der Zeitspanne vom 12. September bis 2. November 2025 eingereichten Gesuche und hiess 13 Gesuche ganz oder teilweise gut. Die gesprochenen Beiträge umfassen 40’660 Franken. Zusätzlich spricht der Regierungsrat auf Antrag der Kulturkommission Beiträge, die in seine Kompetenz fallen.
Förderbeitrag 2026 geht an Dafi Kühne
Den mit 25’000 Franken dotierten Förderbeitrag 2026 für Kulturschaffende erhält Dafi Kühne. Der 43-jährige Grafikdesigner verbindet in seinem Atelier in Näfels aktuelle Plakatgestaltung mit traditioneller Buchdrucktechnik. Seine grossformatigen, mehrfarbigen Plakate entstehen in aufwändigen analogen Prozessen und vereinen handwerkliche Präzision, Materialforschung und klare Gestaltung. Dafi Kühne vertritt die Überzeugung, dass gestalterische Arbeit im kulturellen Kontext nicht nur im Inhalt, sondern auch im Herstellungsprozess eine Haltung zeigen muss. Form, Inhalt und Prozessdesign verschmelzen bei ihm zu einem geschlossenen Ausdruck. Das Resultat ist ein Schaffen, das lokal wie international Beachtung findet. «Nach 16 Jahren selbständiger Tätigkeit soll es ihm ermöglicht werden, sein Werk konzeptionell, technisch und strukturell weiterzuentwickeln», heisst es in der Mitteilung des Kantons Glarus.
Glarner Kammerchor
Der Glarner Kammerchor plant gemeinsam mit dem Kammerchor Seftigen, die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach (1685-1750) in der Stadtkirche Glarus und in der französischen Kirche in Bern aufzuführen. Die Bach-Messe in h-Moll gehört zu den bedeutendsten geistlichen Kompositionen der Musikgeschichte. Der Regierungsrat spricht einen Beitrag von 18’000 Franken und einen Defizitbeitrag von 4’000 Franken.
Verein Bsinti Braunwald
Der Glarner Fotograf Fridolin Walcher und der Verein Bsinti planen in Zusammenarbeit mit der Fotostiftung Schweiz eine Ausstellung zum Gesamtwerk des Fotografen Emil Brunner (1908–1995). Brunner war ein bekannter Schweizer Fotograf, der in den 1930er- und 1940er-Jahren als freischaffender Fotoreporter die ganze Welt bereiste. 1948 zog er nach Braunwald. Sein fotografisches Gesamtwerk soll nun erstmals in seinem Heimatkanton Glarus sichtbar gemacht werden. Die umfassende Ausstellung zu Brunners Werk beinhaltet Stationen (Bilder/Tonaufnahmen) im Bsinti, in Ställen im Dorf Braunwald und entlang von Spazierwegen während des Sommers 2026. Es wird ein Beitrag von 7’500 Franken gesprochen.
Stiftung Glarner Wirtschaftsarchiv
Das Glarner Wirtschaftsarchiv (GWA) ist eine zentrale Institution für die Industriekultur des Kantons mit nationaler Ausstrahlung. Seit seiner Gründung im Jahr 2002 Jahren hat es sich zu einem offenen Ort für die Archivierung, Dokumentation, Erforschung und Vermittlung der Glarner Wirtschaftsgeschichte entwickelt. Im Juni 2025 verstarb Sibyll Kindlimann, Stifterin und langjährige wissenschaftliche Leiterin des GWA. Gemäss einem Vermächtnisvertrag erhält das GWA aus ihrem Nachlass ein Legat. Allerdings ist der Zeitpunkt derzeit unbestimmt. Aktuell besteht weiterhin ein strukturelles Defizit. Der Regierungsrat spricht deshalb für 2026 einen Beitrag von 131’000 Franken als Verlängerung der bestehenden Leistungsvereinbarungen.
Verein NamaLiveRec.
«NamaLiveRec.» ist eine Plattform, die Live-Musiksessions ins Glarnerland bringt. Die Aufnahmen finden vor allem im Coffeeshop Namaste in Glarus statt. Ziel ist es, hochwertiges Audio- und Videomaterial zu erstellen und auf Social-Media-Kanälen wie Instagram, Tiktok und Youtube zu veröffentlichen. Damit sollen lokale Talente gefördert und einem breiten Publikum bekannt gemacht werden. Die geplante Produktion von zehn Musik- und Videoaufnahmen mit Glarner Musikerinnen und Musikern zwischen November 2025 und November 2026 wurde mit 9’000 Franken unterstützt.
Kulturzentrum Holästei, Glarus
Im Kulturzentrum Holästei besteht ein Investitionsbedarf bei der Infrastruktur (Modernisierung und Reparatur des Tanzsaals, Erneuerung der sanitären Anlagen). Um den Betrieb langfristig aufrecht erhalten zu können, wird ein Beitrag von 50’000 Franken und ein Defizitbeitrag von 10’000 für das Jahr 2026 gesprochen.
Quelle:
https://www.gl.ch/public-newsroom.html/31/newsroomnews/14126/title/beitr%C3%A4ge-aus-dem-kulturfonds
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Kommentare von Daniel Leutenegger