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19. September 2012

Kulturbotschaft 2016-2019: Zeitgenössische Baukultur verankern

Am heutigen Sessionsanlass des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) in Bern forderte Stefan Cadosch, Präsident des SIA, dass der Bund rasch das Konzept und die Finanzen definiert, um zeitgenössische Architektur und Baukultur in der Kulturbotschaft 2016-2019 zu verankern.

Foto: © Lorenz Cugini, http://www.sia.ch/de/dienstleistungen/sia-norm/vertraege/

Im Beisein von Parlamentariern und Fachleuten betonte SIA-Präsident Stefan Cadosch: «In dem der Bund die zeitgenössische Baukultur in seiner Kulturpolitik bisher marginalisiert, entzieht er der Diskussion über den gestalteten Lebensraum, die nachhaltige Raumnutzung und die damit verknüpften Herausforderungen die wertvollsten Fundamente.»

Roger Diener, international renommierter Architekt und Professor an der ETH Zürich, ergänzte: «Wir müssen die europäische Stadt in ihrer Vielfalt und in ihrer Kontinuität weiterentwickeln. Dafür braucht es ein grundlegendes Verständnis für zeitgenössische Baukultur in der breiten Bevölkerung.»

Hängige Postulate

Im Nationalrat ist ein Postulat hängig (11.3863), das vom Bundesrat ein Förderkonzept für die zeitgenössische Baukultur fordert.

Die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung, und Kultur (WBK-N) fordert ferner in einem Kommissionspostulat (12.3658), der Bundesrat solle die Förderung und Fördermittel des Bundes für die Kulturbotschaft 2016-2019 genau definieren.

Des Weiteren erwartet die WBK-N vom Bundesrat, er möge «eine Gesamtstrategie zur Baukultur unter Einbeziehung der Akteure der Baukultur» festlegen, unter klarer Nennung der zur Vermittlung zeitgenössischer Baukultur nötigen finanziellen Mittel.

Claudia Schwalfenberg, Projektleiterin Runder Tisch Baukultur Schweiz, kommentierte: «Erst wenn die vom Nationalrat und seiner Kulturkommission geforderten Grundlagen geschaffen sind, kann die zeitgenössische Baukultur als wesentlicher Bestandteil der Schweizer Kultur auch Teil der lebendigen Kulturpolitik des Bundes werden.»

SIA fordert Korrekturen

Nach Ansicht des SIA ist es Aufgabe von Parlament und Behörden, im Rahmen der Definition der Kulturbotschaft 2016-2019 entsprechende Korrekturen vorzunehmen.

Die aktuelle Baukultur ist der Pflege des baukulturellen Erbes – dem Heimatschutz und der Denkmalpflege – gleichzustellen. Inhaltlich und finanziell ist der Rahmen im Vierjahres-Programm so auszugestalten, dass er ein modernes Verständnis aktueller Baukultur befördert und widerspiegelt.

Die Schaffung eines spezifischen Preises für zeitgenössische Baukultur, die finanzielle Unterstützung des Schweizerischen Architekturmuseum (S AM) oder die Unterstützung von Spacespot, des Vereins zur Sensibilisierung für den gestalteten Lebensraum, sind mögliche Elemente und erste Schritte.

Gemeinsam mit anderen Akteuren der Baukultur engagiert sich der SIA für die Integration des aktuellen Baukulturschaffens in die nationale Kulturpolitik und für die landesweite Vermittlung von Baukultur.

ots

Kontakt:

Thomas Müller

Leiter Kommunikation SIA

SIA Generalsekretariat

Selnaustrasse 16

8027 Zürich

Tel.: +41/44/283’15’93

E-Mail: thomas.mueller@sia.ch 

Claudia Schwalfenberg

Projektleitung Runder Tisch Baukultur Schweiz

SIA Generalsekretariat

Selnaustrasse 16

8027 Zürich

Tel.: +41/44/283’15’94

E-Mail: claudia.schwalfenberg@sia.ch

http://www.sia.ch/de/

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 19. September 2012
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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