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27. Juli 2011

Jugendliche unterschätzen den Marktwert ihrer Datenspuren

Jugendliche sind keine Technikfreaks, selbst wenn sie das Internet intensiv nutzen. Sie kennen die Regeln für sicheres Surfen. Hingegen ist ihnen nicht bewusst, dass ihre Datenspuren gezielt vermarktet werden. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von TA-SWISS (Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung), der die Gespräche von rund 100 Jugendlichen auswertet.

Bild: http://www.facebook.com/taswiss?v=wall

Jugendliche nutzen das Internet ausgiebig. Besonders im Facebook treffen sie ihre Freunde. Doch ersetzt das keineswegs die direkten Sozialkontakte. Die «Digital Natives», die an den von TA-SWISS organisierten Diskussionen teilgenommen haben, räumen selbst ein, zu viel Zeit online zu verbringen: Internet sei ein ungeheuer bequemer, preisgünstiger Zeitvertreib. Hinter die Nutzeroberfläche zu sehen, interessiert die wenigsten. Abgesehen von den Aktivitäten in sozialen Netzwerken und auf YouTube stellen nur wenige weitere Inhalte ins Netz.

Jugendliche sind vorsichtig beim online Bezahlen

Schülerinnen und Schüler versicherten, die Gefahren des Internets längst zu kennen. Am meisten fürchten Jugendliche um ihr knappes Geld und bezahlen deshalb lieber nicht übers Internet. Hingegen glauben sie nicht, dass ein verfängliches Foto auf dem Internet ihre Zukunft ruinieren könnte. Sie akzeptieren zwar keine unbekannten Freunde auf ihrer Facebook-Seite. Höchstens Freunde von Freunden – ohne darüber nachzudenken, dass das bereits etwas unvorsichtig ist.

Eltern sollen klare Grenzen setzen

Jugendliche sehen im Internet gewisse Gefahren, etwa im Zusammenhang mit schockierenden Inhalten, Gewaltdarstellungen oder gefährlichen Personen. Zumindest ihre jüngeren Geschwister wollen sie davor schützen. Die Schule könne aber ruhig darauf verzichten, ihnen die Regeln für ein sicheres Surfen im Internet beizubringen, da sie diese schon kennen. Vielmehr sollen Eltern ihren Kindern klare, auch zeitliche Grenzen setzen, damit der Internetkonsum nicht ausufere, fordern die 15 bis 18-Jährigen. 

Auch ein Generationenkonflikt

Der Bericht über die «Digital Natives» zeigt, dass Jugendliche weniger naiv mit dem Internet umgehen als Erwachsene im Rahmen eines früheren TA-SWISS-Projekts befürchteten, auch punkto Sicherheit. Forderten diese darin, dass ausgebildete Spezialisten Kindern und Jugendlichen den sicheren Umgang mit dem Internet lehren müssten, geben die Jugendlichen an, das Meiste zu kennen. Das Risiko des Internets, aber auch den Umgang damit, beurteilen die zwei Generationen also klar unterschiedlich. 

Medienbildung ist trotzdem angebracht

Selbst wenn Jugendliche mittlerweile äusserst selbstverständlich mit dem Internet umgehen, ist eine gute Medienbildung nicht überflüssig. Denn sie blenden aus, dass hinter sozialen Netzwerken und Gratis-Dienstleistungen knallharte Businessmodelle stehen, und dass sie Teil eines hart umkämpften Markts sind. Die Ausbildung im Bereich der neuen Medien müsste Jugendlichen daher aufzeigen, dass das Risiko bei der Internetnutzung längst nicht nur damit zu tun hat, was der Einzelne preisgibt.

tas

Links zu weiteren Informationen:

Bericht Digital Natives. Wie braucht die «Generation Internet« das Internet?» TA-SWISS (Hrsg.). Bern 2011.

Infos zum TA-SWISS-Projekt «Internet der Zukunft» und seinen Publikationen:   

Sekretariat TA-SWISS, +41 31 310 99 60, info@ta-swiss.ch
Susanne Brenner, +41 31 310 99 65, susanne.brenner@ta-swiss.ch

Kontakt:

http://www.ta-swiss.ch/

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 27. Juli 2011
  • Multimedia und Internet

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