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15. Januar 2020

«CHIKA OSAKA – LOVE LETTERS»

Ausstellung im Kabinett des Museums Franz Gertsch, Burgdorf, bis am 8. März 2020

Bild: Chika Osaka, Goodbye with a smile, 2019 [Abschied mit einem Lächeln] Lithographie / lithograph, 82 x 62 cm, Edition: 30 + 2 AP © Chika Osaka / courtesy GALLERY MoMo

Im Kabinett des Museum Franz Gertsch zeigt die junge japanische Künstlerin Chika Osaka aktuelle und für diese Ausstellung neu entstandene Gemälde und Lithografien. Es handelt sich um ihre erste Ausstellung in der Schweiz.

Die japanische Künstlerin Chika Osaka schafft vielfigurige, kleinteilige Darstellungen, auf denen es einiges zu entdecken gibt. Sie verlocken zum Nähertreten und genauen Hinschauen: bühnenartige, flache Räumlichkeiten, die eine Stadtkulisse aus Backsteinen und Beton, Wellblech, Kacheln und Holz andeuten, Innenräume mit Paravents und Vorhängen, Decken und Kissen. Fast ausschliesslich weibliche Figuren in bunt gemusterten Kleidern beleben diese Räume. Die Natur kommt durch Bäume, Pflanzen und Blätter ins Bild. Thematisch und technisch gelingt der Künstlerin ein Spiel mit Tradition und Moderne. Architektur und Innenausstattung, Kleidung und Textilmuster, Brauchtum und Kulinarik aus verschiedenen Regierungsperioden Japans werden zu einer Reflexion über den modernen Alltag einer Post-Fukushima-Gesellschaft verschmolzen. Chika Osakas Druckgrafik weist dabei sowohl ein tiefes Verständnis der Lithografie als auch der japanischen Holzschnitttradition auf und geht auf sehr zeitgenössische Art und Weise darüber hinaus.

Alle ihre Lithografien, Laserprint-Collagen, Gemälde, Aquatinta-Radierungen und Holzschnitte sind vielsagend betitelt. Zu den meisten gehört ausserdem ein Text der Künstlerin, der den Anstoss zur bildlichen Darstellung gab. Kleine Erzählungen erlauben intime Einblicke in das Leben gleich mehrerer, meist weiblicher lyrischer Ichs. Einblicke in die Tragödien und Komödien, die das Leben schreibt. Notiert von verschiedenen Personen in Handschrift, anschliessend als Siebdruck auf diverse Papiere gedruckt, bilden die Texte Pendants zu den bildlichen Darstellungen. Das Manuskript wird durch den Druckprozess zur Fiktion. Genauso eröffnen die humorvollen und berührenden Texte weitere Interpretationsräume, ohne jedoch die Bildwelten eindeutig zu erklären.

Chika Osaka wurde 1984 in Tokio (J) geboren, wo sie an der Universität der Künste Malerei und Druckgrafik studierte sowie auch heute lebt und arbeitet. Seit 2009 stellt sie regelmässig international aus. Vorwiegend für ihre Druckgrafik erhält sie seit 2008 verschiedene Preise, zuletzt 2019 den Jerwood Printmaking Today Prize der Jerwood Foundation, London (GB).

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle in Zusammenarbeit mit der GALLERY MoMo, Tokio (J).

mfg

Kontakt:     

#MuseumFranzGertsch #ChikaOsaka #AnnaWesle #GalleryMoMo #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

chika osaka

Bild: Chika Osaka, Happy Forever!, 2016 [Happy Forever!], Lithographie / lithograph, 40 x 69.5 cm, Edition: 20 + 1 AP © Chika Osaka / courtesy GALLERY MoMo

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 15. Januar 2020
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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