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2. Juli 2022

«DAVID HOCKNEY. MOVING FOCUS»

Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, vom 9. Juli bis am 30. Oktober 2022

Bild oben: David Hockney, Celia with Green Hat, 1984, Lithografie auf Papier, 76 x 56.5 cm, Tate: Schenkung des Künstlers 1993, © David Hockney / Tyler Graphics Ltd., Foto: Richard Schmidt 

David Hockney (*1937, UK) ist einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Berühmt geworden ist David Hockney in den 1960er–Jahren in Los Angeles mit unbeschwerten Poolbildern und im darauffolgenden Jahrzehnt mit lebensgrossen Doppelporträts. Die Retrospektive «David Hockney. Moving Focus» ist die erste umfassende Ausstellung des Künstlers in der Schweiz und sie vereint über 120 Arbeiten: Malereien, Zeichnungen, Druckgrafiken und digitale Arbeiten von 1954 bis heute. Von seinen Anfängen als Kunststudent in London bis hin zu seinen neuesten iPad–Zeichnungen zeigt sie Hockneys Freude am künstlerischen Experiment und seine lebenslange Faszination für die Perspektive.

David Hockney, Four Flowers in Still Life, 1990 Lithografie auf Papier, 53.2 x 81.8 cm Tate: Schenkung des Künstlers 1993, © David Hockney / Tyler Graphics Ltd., Foto: Richard Schmidt

Bild: David Hockney, Four Flowers in Still Life, 1990, Lithografie auf Papier, 53.2 x 81.8 cm, Tate: Schenkung des Künstlers 1993, © David Hockney / Tyler Graphics Ltd., Foto: Richard Schmidt

Mit «David Hockney. Moving Focus» setzt das Kunstmuseum Luzern seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Tate fort. Zu sehen sind zudem bedeutende Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und Nordamerika. Im Herzen der Ausstellung stehen zwei riesige Landschaftsgemälde. «Bigger Trees Near Warter Or / Ou Peinture Sur Le Motif Pour Le Nouvel Age Post-Photographique» (Sammlung Tate) ist Hockneys grösstes Gemälde und misst über 12 Meter. Auf 50 einzelnen Leinwänden zeigt es eine Ansicht seiner Heimat Yorkshire kurz vor Frühlingsbeginn. Während Wochen fährt der Künstler zwischen dem Atelier und dem Waldstück hin und her und bearbeitet jeweils sechs bis zehn Leinwände gleichzeitig. Um den Überblick zu behalten, fügt David Hockney die Bilder am Computer zusammen. «The Arrival of Spring in Woldgate, East Yorkshire, in 2011 (twenty eleven)», (Sammlung Centre Pompidou), ebenfalls eine mehrteilige Landschaftsansicht zeigt einen zauberhaften Wald, der das Publikum mit bunten Blättern und Rankengewächsen empfängt. Die beschwingte Darstellung erinnert an Comics und nimmt Hockneys spätere iPad–Zeichnungen vorweg, die als Videoanimation präsentiert werden.

Zu sehen sind auch Hockneys ikonische Poolbilder, seine Porträts von FreundInnen und Familie, darunter das berühmte Elternporträt «My Parents», sowie zwei frühe Serien mit Radierungen: «A Rake’s Progress» (Der Werdegang eines Wüstlings), inspiriert von William Hogarth, und «Illustration for Fourteen Poems from C.P. Cavafy», deren Veröffentlichung mit der Entkriminalisierung der Homosexualität in Grossbritannien zusammenfällt.

David Hockney, My Parents, 1977 Öl auf Leinwand, 193 x 183 cm Tate: Erworben 1981, © David Hockney

Bild: David Hockney, My Parents, 1977, Öl auf Leinwand, 193 x 183 cm, Tate: Erworben 1981, © David Hockney 

David Hockneys Fokus steht selten still: Er probiert stets neue Stile aus und fordert unsere Sehgewohnheiten heraus. In Anlehnung an Picassos Kubismus verwandelt sich der Laubengang des Hotels Acatlán in Mexico in eine verschachtelte Ansicht, in der gleichzeitig verschiedene Fluchtpunkte anvisiert werden. Mit «The Perspective Lesson» macht David Hockney ein Statement gegen die Zentralperspektive: Er stellt einen Stuhl in «falscher« Perspektive dar, also mit dem Fluchtpunkt vor dem Objekt. Dahinter ist ein «korrekt« dargestellter Stuhl mit einem roten Kreuz durchgestrichen. Auch mit der Atelieransicht «In the Studio, December 2017» trickst Hockney das perspektivische Sehen aus. Das Werk ist nicht einfach eine Fotografie, sondern wie er sagt, eine «fotografische Zeichnung»: Das Bild setzt sich aus 3’000 digitalen Fotografien zusammen. Durch die minimale Verschiebung des Fokus entsteht ein zeichnerischer Effekt, der die Umrisse weich erscheinen lässt. Passend dazu sagt der Künstler: «Die meisten Menschen glauben, dass die Welt aussieht wie das Foto von ihr. Ich habe immer unterstellt, dass das Foto fast Recht hat.»

Kuratiert von Fanni Fetzer und Helen Little

kml

Kontakt:

https://www.kunstmuseumluzern.ch/

#DavidHockney #MovingFocus #KunstmuseumLuzern #FanniFetzer #HelenLittle #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

David Hockney, In the Studio, December 2017. Fotografische Zeichnung gedruckt auf 7 Papierbögen, montiert auf Dibond, 278 x 760 cm, Tate: Schenkung des Künstlers 2018, © David Hockney, assistiert von Jonathan Wilkinson

Bild: David Hockney, In the Studio, December 2017. Fotografische Zeichnung gedruckt auf 7 Papierbögen, montiert auf Dibond, 278 x 760 cm, Tate: Schenkung des Künstlers 2018, © David Hockney, assistiert von Jonathan Wilkinson (zur Vergrösserung Bild anklicken)

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 2. Juli 2022
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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