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16. Dezember 2019

«FABIAN PEAKE – A SWIFT AT THE CORNER»

Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, bis am 9. Februar 2020

Bild oben: Fabian Peake, The Time of Books, 2013, Öl auf Leinwand, 51 x 66 cm, Courtesy of the artist

Der titelgebende Mauersegler flitzt um die Ecke eines Londoner Reihenhäuschens. Die Objekte, die der Vogel dabei vielleicht aus dem Augenwinkel sieht, sind für Fabian Peake (*1942) Inspiration. Seine Kunst speist sich aus dem öffentlichen Raum: Die unprätentiöse Stadtmöblierung bestehend aus Strommasten, Beschriftungen und Reklametafeln, Abfalleimern oder Schachtdeckeln fliesst in Fabian Peakes Formenkosmos ein.

Der Künstler interessiert sich für das, was ihn umgibt, einerseits formal und haptisch, aber auch in Bezug auf die handwerkliche Produktion. So eignet er sich immer wieder neue Kenntnisse und Techniken an. Für seine Stoffobjekte, die an Hosen oder Jacketts im Entstehungsprozess erinnern, hat er das Schneidern gelernt, mit allen Finessen, die es braucht, um einen Anzug zu nähen. Und für das neuste Holzobjekt, das dieses Jahr für die Ausstellung entstand, setzte er sich mit dem Bootsbau auseinander.

Fabian Peake kombiniert in seinen Malereien und Zeichnungen abstrahierte Formen und Objekte immer wieder neu. Ihre Farbigkeit, die Klarheit der Formen und die Auseinandersetzung mit dem Alltag und seiner Ästhetik erinnern an die Pop-Art.

Gleichzeitig scheint in Peakes Werken eine Welt auf, die an «Alice im Wunderland» erinnert. Mit der Welt dieser Geschichten ist der Künstler aufgewachsen, hat doch sein Vater, Mervyn Peake, unter anderem Geschichten von Lewis Carroll oder den Gebrüdern Grimm illustriert.

Surrealistisch oder träumerisch treffen Dinge aus verschiedenen Sphären aufeinander: Bäume, Lippen, Autos, Krawatten, Barcodes oder rauchende Zigaretten. Dazwischen finden sich immer wieder Texte in der Handschrift des Künstlers, kurz oder lang, auch seitenverkehrt oder mit der Bohrmaschine aus Holzplatten getrennt. Dabei erhält die Handschrift des Künstlers oft ornamentalen Charakter oder sie gleicht vielfach überlagert einer Schraffur.

Malerei und Literatur kommentieren sich immer wieder gegenseitig und fliessen insbesondere in den Wandbildern, in denen Fabian Peake seine Texte geometrischen Formen einschreibt, ineinander. Literatur ist nicht nur eine wichtige Quelle für den Künstler, er schreibt auch selbst Kurztexte und Gedichte. Im Kunstmuseum Luzern wird Fabian Peake in der Woche vor Ausstellungseröffnung zwei Wandmalereien in spiegelverkehrter Schrift realisieren.

«A Swift at the Corner» ist Fabian Peakes erste Einzelausstellung in der Schweiz. Die Präsentation im Kunstmuseum Luzern zeigt das ganze Spektrum seines medial vielfältigen Schaffens: Malerei, Zeichnung, Wandgemälde, Stoffobjekte, Reliefs und Skulpturen. Sie verbindet assoziativ frühere Arbeiten mit solchen, die extra für die Ausstellung entstanden.

So wird deutlich, welche Themen den Künstler beschäftigen und wie er sie immer wieder aktualisiert. Gleichzeitig fliessen alt und neu ineinander, beispielsweise wenn ältere Stoffobjekte an neuen «Kleiderbügeln» präsentiert werden.

Der Ausstellungsraum wird durch eine Serie grauer Skulpturen strukturiert, die beispielsweise ein Häuschen oder ein Schiff darstellen, aber auch abstraktere Objekte sein können, die zwar bekannt wirken, aber nicht völlig zu entschlüsseln sind. Die einheitliche Farbgebung signalisiert Zusammengehörigkeit und verbindet die unterschiedlich abstrakten Formen zu einem eigenen Kosmos, durch den Besucherinnen und Besucher spazieren können.

khl

Kuratiert von Eveline Suter

Kontakt:

https://www.kunstmuseumluzern.ch/

#KunstmuseumLuzern #FabianPeake #ASwiftattheCorner #EvelineSuter #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

fabian peake

Bild: Fabian Peake, A Swift at the Corner, 2019, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Luzern 2019 – Foto: Marc Latzel

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 16. Dezember 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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