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27. November 2018

«FOOD REVOLUTION 5.0 – GESTALTUNG FÜR DIE GESELLSCHAFT VON MORGEN»

Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur, vom 2. Dezember 2018 bis am 28. April 2019

Bild: Carolien Niebling: «Mortadella with vegetables», 2017 – © Carolien Niebling; Foto: Jonas Marguet Shawn

Was und wie wollen wir in Zukunft essen? Braucht die Welt eine weltweite Ernährungsdemokratie oder gar eine globale Food Revolution? Wie wird im Zeichen von Klimawandel, stetig wachsender Weltbevölkerung und zunehmender Verstädterung die Versorgung der Menschheit sichergestellt? Welche Ernährungsgewohnheiten werden wir aufgeben, zu welchen zurückkehren? Oder werden wir womöglich ganz neue Formen entwickeln, mit denen wir überlebenswichtige Nährstoffe zu uns nehmen? Ob In-vitro-Fleisch, Gemüse aus Indoor-Farmen, Algenproteine oder auch Mehlwürmer: Mit rund 50 internationalen Design- und Forschungsprojekten präsentiert «Food Revolution 5.0» zukunftsweisende Konzepte und Visionen oder formuliert kritische Kommentare.

Essen, Ernährung und Nahrungsmittel berühren wichtige Themen unserer Gesellschaft, erfreuliche wie auch beunruhigende. Das sind zum einen Wohlbefinden und Gesundheit, kulturelle Identität und soziale Zugehörigkeit, aber auch Kreativität und Innovation. Demgegenüber stehen globale Herausforderungen und Krisenszenarien: Klimawandel und Treibhauseffekt, Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und Wasserknappheit, Armut und Hunger, Überproduktion und Verschwendung, Landraub (land grabbing) sowie Handelsabkommen und Protektionismus.

Unsere Gesellschaft wird durch Essen in all seinen Facetten von der Ressource bis hin zur Konsumation sozial gestaltet und konditioniert. Unser Essen ist dabei nichts anderes als in Form gebrachtes Material, es ist also «designt». Somit gehört «Food Design» zu den frühesten Gestaltungsaufgaben überhaupt und das Kochen von Nahrung gilt als erste kulturelle Handlung des Menschen, die auch den Beginn von Zivilisation und Handwerk markiert.

Die weltweite Industrialisierung hat im Verlauf des 20. Jahrhunderts die Entwicklung unserer Ernährung und unseren Umgang mit Essen massgeblich bestimmt. Lebensmittel sind inzwischen Massenprodukte und das Ergebnis eines höchst arbeitsteiligen, globalisierten Herstellungsverfahrens. Sie werden in der Regel nicht für den eigenen Bedarf erzeugt, sondern gehandelt und verkauft. Vom Grundprodukt bis zum Esstisch durchlaufen Nahrungsmittel verschiedenste Stationen.

Daneben ist heute Essen im öffentlichen Raum überall präsent. Lebensmittelproduktion und Gastronomie sind diejenigen Bereiche, in denen der Wettstreit zwischen Kultur und Kommerz immer heftiger ausgetragen wird, und die Konsumenten werden mit ständig neuen Food-Konzepten und Lifestyle-Anregungen umworben.

In einer dramatisch ansteigenden Verschwendung von Lebensmitteln manifestiert sich die Kehrseite dieses Überflusses. Neben einer unnötigen Inanspruchnahme von Ressourcen und den damit verbundenen Treibhausgasemissionen stellt die Lebensmittelverschwendung gleichzeitig ein ethisches Problem dar: Weltweit leidet noch immer knapp eine Milliarde Menschen an Hunger.

Die Welt braucht eine globale Food Revolution – so die These der Ausstellung -, die zukünftige Technologien mit alten handwerklichen Kulturtechniken und kulturellem Wissen um die Besonderheit der Lebensmittelherstellung verbindet. Vor allem aber braucht es eine globalere Ernährungsdemokratie. So sind wir am Ende alle zu dieser Revolution aufgerufen, denn wir sind, was wir essen – und ohne Essen können wir nicht existieren. Mit rund 50 internationalen Design- und Forschungsprojekten präsentiert «Food Revolution 5.0» zukunftsweisende Konzepte und Visionen oder auch kritische Kommentare zur Gestaltung notwendiger Veränderungen.

«Food Revolution 5.0» ist eine Zusammenarbeit vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und dem Gewerbemuseum Winterthur. Die Ausstellung wurde von Claudia Banz kuratiert und wurde in Hamburg und Berlin bereits gezeigt. Das Gewerbemuseum Winterthur vertieft einzelne Themenbereiche der Ausstellung, erweitert sie mit zahlreichen Arbeiten und Projekten aus der Schweiz sowie mit schweizspezifischen Fragen. Ein dichtes Veranstaltungsprogramm rundet die Schau ab.

Mit Werken von:

Miho Aikawa (US) / Hanan Alkouh (KW) / Kosuke Araki (JP) / Bastian Austermann & Luisa Hilmer (DE) / Bee Collective (NL) / Dan Bossin & Tony Pilz (DE) / Bionicraft Co. (TW) / Burton Nitta (UK) / The Center for Genomic Gastronomy (IE) / Coopérative d’habitation Équilibre (CH) / Dycle (DE) / Andrew Forkes & Susana Soares (UK) / Fraunhofer Institut (DE) / Julian Frey (CH) / Paul Gong (TW) / Gottlieb Paludan Architects (DK) / Martí Guixé (ES/DE) / Noël Hochuli (CH) / René Kuntzag (DE) / Pei-Ying Lin (TW) / Livin Studio (AT/HK) / Julia Lohmann & Marcis Ziemins (DE/UK) / Isabel Mager (DE/NL) / Marina Mellado (UK) / Maurizio Montalti (IT) / Museo della Merda (IT) / Carolien Niebling (NL/CH) / José de la O (MX) / Klaus Pichler (AT) / Pro Specie Rara (CH) / Chloé Rutzerveld (NL) / Johanna Schmeer (DE) / Carolin Schulze (DE) / Gregg Segal (US) / Andrea Staudacher (CH) / George Steinmetz (US) / Austin Stewart (US) / Ina Turinsky & Andreas Wagner (DE) / Marije Vogelzang (NL) / Henk Wildschut (NL) / WormUp (CH) / Youtrition (CH) / Maria Zimmermann (CH) / u. a.

gmw

Kontakt:

https://www.gewerbemuseum.ch/

#FoodRevolution5_0 #GewerbemuseumWinterthur #ClaudiaBanz #CHcultura @CHcultura

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 27. November 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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